Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Rheinsberg: Auszeichnung für Siegfried Schweitzer

Nimmermüder wird Ehrenbürger

Siegfried Schweitzer am heimischen Keyboard. Am 8. Oktober wird er Ehrenbürger von Rheinsberg.
Siegfried Schweitzer am heimischen Keyboard. Am 8. Oktober wird er Ehrenbürger von Rheinsberg. © Foto: Rudolph
Holger Rudolph / 30.09.2011, 16:30 Uhr - Aktualisiert 04.10.2011, 09:51
Rheinsberg (MZV) Siegfried Schweitzer wird Ehrenbürger von Rheinsberg. Er erhält den Titel bei einem Festakt im Schlosstheater am 8. Oktober. Gewürdigt wird seine langjährige Arbeit als Vorsitzender des Rheinsberger Carneval Clubs (RCC) und des Arbeiter Gesangvereins Vorwärts.

Am Tag seiner Auszeichnung wird Schweitzer 70 Jahre alt. Er freut sich für die beiden Vereine: „Natürlich ist das für mich eine außerordentliche Ehrung, mit der ich nie gerechnet hätte. Doch ich sehe sie vor allem als Auszeichnung der beiden Körperschaften, in denen ich arbeite. Sie haben offensichtlich einen guten Eindruck hinterlassen.“

Geboren wurde Schweitzer in Neustettin, das heute zu Polen gehört. Die Großeltern väterlicherseits waren aber – wie ihre Vorfahren seit dem 16.Jahrhundert – in Walsleben zu Hause. Da lag es nahe, dass die Familie im Ruppiner Land eine neue Heimat nach der Flucht 1945 fand.

Der junge Siegfried Schweitzer interessierte sich für Technik. Er studierte in Dresden Technologie und Maschinenbau. Eigentlich hatte er sich bereits eine Stelle in Eisenhüttenstadt gesichert, als er hörte, dass das neue Kernkraftwerk Rheinsberg einen Reaktoringenieur suchte. 1965 begann er seine Tätigkeit im damaligen Vorzeigebetrieb. Er blieb seinem Beruf bis zum Ruhestand treu. Zuletzt war er von 2000 bis 2006 Betriebsleiter des im Rückbau befindlichen Kernkraftwerks.

Gut erinnert sich Schweitzer an seine Anfangszeit im Betrieb in den Sechzigern: „Wir waren alle arbeitsmäßig stark eingespannt. Der Hunger nach Unterhaltung war groß. Doch in Rheinsberg war wenig los.“ Ein Verein musste her, um die Freizeit aktiv zu gestalten.

Schweitzers damaliger Kollege Helmut Müller kam aus dem Süden der DDR, wo der Karneval höher im Kurs stand als im damaligen Bezirk Potsdam. Schnell war die Idee geboren, eine Karnevalsgruppe aufzubauen: „Ich war der Einzige von uns, der ein bisschen Akkordeon spielte. Also machten wir Karneval. Zuerst waren wir zwei, ganz schnell wurden es elf Mitstreiter.“ 1968 entstand aus der Betriebs-Karnevalgruppe der RCC. Von 1972 bis 1995 war Schweitzer RCC-Präsident. Auch heute mischt er noch beim RCC mit: „Ich studiere die Lieder mit den Sängern ein.“ Über all die Jahre habe es ihm stets besondere Freude bereitet, „junge Leute so zu motivieren, dass ihnen die Mitarbeit lange Zeit viel gibt.“

Eher per Zufall kam Schweitzer zum Arbeiter Gesangverein Vorwärts. 1972 suchte das Ensemble einen neuen Leiter. Viel Erfahrung habe er nicht gehabt, doch dann zugesagt: „Wir versuchen es mal.“ Schweitzer studiert mit den Männern Volks- und Trinklieder ein, aber auch Klassik und in den vergangenen Jahren vermehrt Seemannslieder. Vielfach nahm das Ensemble an Wettbewerben teil und errang Auszeichnungen. Zurzeit gibt es 34aktive Sänger und 20 passive Mitglieder im Verein.

Vor sieben Jahren starb Schweizers Ehefrau Sabine. Wie auch seine inzwischen ebenfalls verstorbene Mutter Gertrud habe sie „meine Vereinsarbeit außerordentlich aufopferungsvoll unterstützt“. Beide hätten ihm „die gesamte Arbeit in der Familie abgenommen“. Auch das KKW habe viel getan, dass er den Vereinsleiter-Tätigkeiten nachgehen konnte.

Zur Geburtstagsfeier werden auch die erwachsenen Kinder nach Rheinsberg kommen. Der Jubilar freut sich darauf. Eines ist ihm noch ganz wichtig: „Ich habe stets die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, Menschen mit Lob zu motivieren. Manchmal ist auch ein bisschen Kritik nötig. Aber mit strengen Anweisungen sollte man sehr sparsam sein.“

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG