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Von wegen Stallpflicht

Bietet seit Jahren auf dem Töpfermarkt in Görzke ihre Keramik feil: Anett Lück. Hier mit einem Stück aus ihrem tierischen Angebot.Fotos: B. Kraemer
Bietet seit Jahren auf dem Töpfermarkt in Görzke ihre Keramik feil: Anett Lück. Hier mit einem Stück aus ihrem tierischen Angebot.Fotos: B. Kraemer © Foto: MZV
Bärbel Kraemer / 19.04.2017, 14:42 Uhr
Görzke (MZV) Wollte man allen Töpfermeistern und Keramikern, die ihre Waren beim Görzker Töpfermarkt verkaufen wollen, einen Standplatz in der Breiten Straße des Handwerkerdorfes zuweisen, müsste diese verlängert werden. So groß ist mittlerweile das Interesse der Experten für irdene Waren am alljährlich zu Ostern stattfindenden Görzker Markt.

Für Kerstin Schnur aus Schönebeck an der Elbe hat sich der Wunsch nach einem der begehrten Plätze in diesem Jahr erstmals erfüllt. "Ich habe mich schon einige Jahre beworben. Jetzt hat es endlich geklappt", so die Fachfrau. Kerstin Schnur bereichert das vielfältige Warenangebot des Töpfermarktes mit figürlicher Keramik. "Von der Herstellung von Tassen und Tellern habe ich mich schon vor Jahren verabschiedet", sagt die Fachfrau und dekoriert die Auslagen ihres Verkaufsstandes. Wer auf der Suche nach einem neuen Hingucker für Garten, Terrasse und Balkon war, stoppte vor den Figuren aus der Töpferwerkstatt Schnur.

Immer wieder bilden sich mal vor diesem, mal vor jenem Verkaufsstand dichte Menschentrauben.

So auch am Stand von Anett Lück. Ihr Gesicht ist auf dem Görzker Töpfermarkt wiederum schon bekannt. Sie sagt: "Ich komme schon seit vielen Jahren hierher. Der Markt ist für mich zu einem festen Termin geworden." Einige Kunden kommen deshalb ganz gezielt zu ihr.

Sie wissen, dass die zerbrochene Tasse oder die gesprungene Müslischale problemlos durch einen Neukauf ersetzt werden können. Neben der Gebrauchskeramik hat Anett Lück auch jede Menge tierische Keramik im Angebot. Sie sagt: "Das ist doch eine fröhliche Sache" und weiter "ich fülle damit eine Marktnische". Und so stehen auf ihrem Verkaufstisch auch Schafe und Ziegen neben Hühnern und Vögeln. Das Getier in den unterschiedlichsten Größen und Farbschlägen ist bei der Kundschaft beliebt. Deren Schöpferin erzählt, dass sie daheim eigentlich auch gern Tiere hätte. Doch weil die Zeit dafür fehlt, hat sie sich aus Keramik Ersatz geschaffen. Ersatz, der des Abends nicht in den Stall und der nicht gefüttert werden muss. Lachend bemerkt sie: "Deshalb hatten meine Hühner auch keine Stallpflicht". Dann wartet der nächste Kunde auf sie. Ein kleiner Fuchs und ein frecher Spatz bekommen jeweils einen neuen Besitzer.

An die 70 Verkaufsstände reihen sich beidseits der Breiten Straße dicht aneinander. Die Vielfalt der Formen und Farben zu übertreffen, schien kaum mehr möglich. Wohl auch deshalb kann nicht einmal das regnerische Wetter die Liebhaber des irdenen Geschirrs vom Bummel über den mittlerweile 23. Mal stattgefundenen Markt abhalten.

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