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Agenda-21-Preis
„Was zu tun ist“

Pia Rückert / 10.09.2018, 11:32 Uhr
Mittelmark/Raben Agenda ist ein lateinischer Begriff und bedeutet sinngemäß: „Was zu tun ist“. 21 steht für das 21. Jahrhundert. Seit 1999 wird der Agenda-21-Preis jährlich für besondere Aktivitäten zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung des Landkreises Potsdam-Mittelmark im Sinne der Agenda 21 vergeben. Seit einigen Jahren wird er als „Innovationspreis erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe“ benannt.

Unter dem Motto „Global denken-lokal handeln“  können jährlich Projekte für nachhaltiges Wirtschaften eingereicht werden. Der Landkreis stellt 5.000 Euro zur Unterstützung dieser Projekte bereit. 2018 wurden insgesamt 12 Projekte eingereicht. Die Auswahl der Preisträger war nicht einfach. So gibt es sowohl auf dem dritten, als auch auf dem zweiten Platz jeweils zwei Gewinner. Diese wurden auf dem Flämingmarkt in Raben von Vizelandrat Christian Stein und der Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung Kathrin Schneider gekürt. Die Anwesenden konnte sich auf Plakaten genauer über die Vorhaben informieren. Einen der dritten Plätze belegte die Mühlenvereinigung „Fläming“ zum Thema Mühlen und Wasserkraft. Die Initiative hat viel zum Erhalt der historischen Bockwindmühle in Marzahna beigetragen sowie zum Erhalt von Kleinstanlagen zur Nutzung der Wasserkraft in der Region. Durch letztere werden auch Führungen angeboten. Die Vereinigung setzt sich dafür ein, dass Regenwasser für die Land- und Forstwirtschaft verfügbar bleiben muss, um Folgeschäden, wie in diesem Sommer abzumildern. Aktiv beteiligt er sich am Kreisentwicklungsforum für einen nachhaltigen Wasserhaushalt.

Ein weiterer 3. Platz ging an die Agrargenossenschaft „Fläming“ e.G. mit dem Thema „Bunter Feldrand am Energieort Feldheim“. Dort wurden über sechs Kilometer Blühstreifen angelegt, um die Artenvielfalt zu erhalten. Außerdem verfügt die Genossenschaft über eine Milchtankstelle, einen Wurst-Verkaufsautomaten und hält ihre Schweine artgerecht auf Stroh.

Zwei Projekte beschäftigten sich mit dem Schutz von Insekten. Eines davon kommt vom Verein „Blühstreifen Beelitz e.V.“. Dieser hat verschiedene Partner zur Anlage von 30 Hektar Blühflächen im Jahr 2018 motiviert, um aktiv etwas gegen das Insektensterben zu tun. Dazu werden zertifizierte Wildblumenmischungen genutzt. Außerdem beschäftigt sich der Verein mit Nisthilfen für Insekten und gibt Anregungen für den Vorgarten. Dieses Engagement wurde mit einem 2. Platz bedacht. Ein weiterer ging an die „Klimawerkstatt Werder“. Hier wurde eine Werkstatt eingerichtet, in der kaputte Geräte selbst repariert werden können. Es gibt dort eine Holzwerkstatt, eine Nähwerkstatt, eine Fahrrad- und eine Elektrowerkstatt. Außerdem bietet man Räume für Veranstaltungen und Seminare und führt Aktionstage - auch für Kinder - durch.

Über den ersten Platz freute sich in diesem Jahr ein Handwerker. Die Zimmerei Karsten Hocke aus Beelitz entwickelte eine Einblasdämmung für Wohnhäuser. Damit bleibt im Winter die Wärme drin und im Sommer die Hitze draußen. Die Dämmung besteht aus speziell gefasertem Holz und Papier, ist biologisch abbaubar und kompostierbar. Der Zellofant, die Maschine zum Einblasen des Gemischs, wird mit den Flocken geliefert. Mit einfachen Mitteln werden Energie und Kosten gespart. Das Engagement spiegelt sich im gesamten Betrieb wieder. Karsten Hocke selbst ist in der freiwilligen Feuerwehr aktiv, die Mitarbeiter kommen CO2 frei mit dem Regiobus zur Arbeit, alle Mitarbeiter im Betrieb engagieren sich sozial. Nun darf man gespannt sein, welche interessanten Projekte es im kommenden Jahr geben wird.

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