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Denkmal
Erst verliebt, dann saniert, nun der Einzug

Baustellengespräch mit Bürgermeister Leisegang und Eigentümer Michael Memmler (2.v.li.).
Baustellengespräch mit Bürgermeister Leisegang und Eigentümer Michael Memmler (2.v.li.). © Foto: Baustellengespräch Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 13.09.2018, 10:19 Uhr
Bad Belzig Deutschlandweit wurde in Denkmäler eingeladen. Der sich zum 25. Mal jährende „Tag des offenen Denkmals“ gewährte jedoch nicht nur Einblicke in Schlösser, Parks, Museen und Kirchen, sondern auch in Wohnhäuser.

In Bad Belzig, wo neben der Burg Eisenhardt die St. Bricciuskirche im Rampenlicht stand, konnte unter anderem das denkmalgeschützte Mehrfamilienhaus im Kreuzungsbereich von Puschkin- und Ernst-Thälmann-Straße besucht werden. Eigentümer desselben sind Ursula Heyder und Michael Memmler, die sich vor nahezu sechs Jahren in das um 1890 erbaute Haus mit damals hohem Sanierungsrückstand verliebt hatten.

Nachdem dieselbe nunmehr in die finale Phase geht und ihr Einzug bevorsteht, luden die Hauseigentümer im Rahmen der Denkmalaktion noch einmal zu sich ein. Unter dem Thema „Denk Mal Effizient“ standen zudem Sachverständige, Handwerker und Hersteller zu allen Fragen rund um energieeffiziente Spezialdämmungen und zukunftsweisende Technologien auf dem Bau zu Gesprächen bereit. Architekt Ulrich Zink, der sich seit mehr als vier Jahrzehnten um die Sanierung von Altbauten bemüht, bot zusätzlich in Gemeinschaft mit den Hauseigentümern Führungen vom Keller bis unter das Dach an. Dabei entwickelten sich viele Gespräche. Immer wieder äußerten Besucher dem Engagement der neuen Hausbesitzer größte Anerkennung, die dem alten Haus quasi neues Leben einhauchten.

Ursula Heyder und Michael Memmler konnten sich bei der Gelegenheit über das anhaltende Interesse der Bad Belziger an der Entwicklung ihres Hauses freuen. Bereits zweimal – im Herbst 2016, nachdem die Gebäudehülle saniert war, und im Dezember 2017 im Rahmen der Dezember „Schauplätzchen“-Aktion der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen - hatten sie zuvor schon auf die Baustelle eingeladen.

Zu den Denkmalbesuchern gehörte auch Klaus Georg Winzer, der das Haus bereits in- und auswendig kannte. Er sagt: „Im Geist bin ich noch immer hier zu Hause“ und erzählte aus seinen Erinnerungen – aus der Kindheit und Jugend in Belzig. Davon, dass der ältere Bruder im Dachgeschoss das Licht der Welt erblickte, weil die Eltern – Annemarie und Herbert Winzer – nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Wohnung für die russische Kommandantur räumen und ins unausgebaute Dachgeschoss ziehen mussten. Immer wieder wird er von ehemaligen Mitschülern erkannt, muss Hände schütteln. Dass sein Elternhaus mit Ursula Heyder und Michael Memmler Besitzer gefunden hat, die es mit Herzblut sanieren, freut ihn.

Die vierköpfige Familie wird künftig im Erdgeschoss auf knapp 110 Quadratmetern Wohnfläche zu Hause sein. Im Obergeschoss und im Dachgeschoss entstehen zwei weitere Mietwohnungen in vergleichbarer Größe.

Die Sanierung des Denkmals wird von der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Brandenburg und der Stadt Bad Belzig mit Städtebaufördermitteln bezuschusst sowie vom BAKA Bundesverband Altbauerneuerung e.V. und der KfW als Modellprojekt „Effizienzhaus im Denkmal“ begleitet.

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