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Wildnisschule
In Harmonie mit der Natur

Pia Rückert / 15.10.2018, 14:02 Uhr
Fläming Es wuselte wie in einem Ameisenhaufen auf dem Platz der Wildnisschule „Hoher Fläming“. Diese hatte zum alljährlichen Herbstfest eingeladen. „Mensch, sind das viele Leute“, freute sich Paul Wernicke. Er hat sozusagen den Hut auf bei den Veranstaltungen.

Besonders die Kinder hatten sichtlich ihren Spaß. Bei den verschiedensten Outdoor Spielen machten sie begeistert mit. Den Vormittag verbrachten alle in der Natur und ließen sich Pflanzen und Tierspuren erklären, ehe es zum Mittagessen ging. Auch da war für jeden etwas dabei. Neben vegetarischen und veganen Eintöpfen sowie Pizza aus dem Steinofen gab es auch für die Fleischesser etwas vom Grill.

Viele der Anwesenden waren nicht zum ersten Mal dabei, andere hatten den Aufruf in Presse und Internet gelesen und waren nun neugierig. Die Gäste konnten sich an den verschiedensten Ständen erklären lassen, was so kreucht und fleucht. Annette Meckel, Försterin bei Rheinsberg, hatte verschiedene kleine Knochen und Schädel mitgebracht. „Das sind aber alles Totfunde“, erklärte die Wald- und Wildnispädagogin. Beeindruckt erfuhren die Besucher, was an den Schädeln alles zu erkennen ist. Unter anderem, wo das Tier gelebt hat, ob im Wasser oder auf dem Land, oder ob es ein Fleisch- oder Pflanzenfresser war. Zusätzlich waren Nachschlagewerke vorhanden, in denen sich die Besucher informieren konnten, wie das Tier zu Lebzeiten aussah. Auf den Exkursionen werden Gipsabdrücke von Tierspuren gemacht. Auch diese wurden eingehend betrachtet. Annette Meckel erklärte geduldig die Merkmale der Pfotenabdrücke und einige erkannten dann sogar, welches Tier diese hinterlassen hat.

Eine längere Anfahrt hatte Nina Kettler. Sie kommt aus der Märkischen Schweiz und hat sich als Wildnispädagogin auf das Fährtenlesen spezialisiert. Deshalb wollte sie unbedingt Paul Wernicke kennenlernen, der sich auf diesem Gebiet schon einen Namen gemacht hat. „Ich liebe es, mit Menschen zusammen zu sein, die das Unsichtbare in der Natur sehen“, sagte sie. Hier kenne jeder jeden und man könne das Miteinander fühlen, so Nina Kettler. „Viele können gar nicht wirklich beschreiben, warum sie in die Natur gehen“, so Kettler, „man hat uns da viel aberzogen.“ Oft gehen die Menschen mit ihren Fotoapparaten in die Natur, um etwas mit nach Hause zu nehmen. So richtig zu verstehen ist die Natur aber erst, wenn man ohne Kamera losgeht und sich im Nachhinein über die gesehenen Pflanzen informiert.

Der Nachmittag war geprägt von den verschiedensten Workshops, zu denen alle mit dem Erschallen eines Horns zusammengerufen wurden und begann mit einem gemeinsamen Lied „I can feel my heartbeat“ – ich kann meinen Herzschlag hören. Thomas Wernicke wies zu Beginn auf die in Berlin und anderswo zum gleichen Zeitpunkt stattfindenden Aktionen gegen Ausgrenzung hin und betonte: „Bei uns wird niemand ausgegrenzt“. Dann konnte sich jeder aussuchen, an welchem Workshop er teilnehmen wollte. Einige gingen zum Fährtenlesen in den Wald, andere beschäftigten sich mit Geschichten und Liedern. Für die Pilzgruppe sah es nicht gut aus, die lange Trockenheit verhinderte, dass diese aus dem Boden sprießen. Großes Interesse fand die Aktion von Thomas Wernicke „Natur blind zeichnen“. Dazu konnte sich jeder einen Gegenstand aus der Natur suchen. Dieser wurde genau betrachtet, wie bei der Vorübung die eigene Hand, um dann Formen und Details zu Papier zu bringen, ohne auf das Blatt zu schauen.

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