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Sicherheit
Sehen und gesehen werden

Polizeibeamte informieren vor Ort, wie die Sichtbarkeit verbessert werden kann.
Polizeibeamte informieren vor Ort, wie die Sichtbarkeit verbessert werden kann. © Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 08.11.2018, 11:10 Uhr
Bad Belzig Erstmals fanden vom 6. bis 8. November landesweit in Brandenburg „Tage der Sichtbarkeit“ statt. Dazu aufgerufen hatte das Netzwerk Verkehrssicherheit Brandenburg und das Forum Verkehrssicherheit des Landes Brandenburg. Mit mehr als 100 Aktionen vor Schulen, Bahnhöfen und anderen frequentierten Orten wurden zu Fuß Gehende und Radfahrende zum Thema „Bessere Sichtbarkeit in der dunklen Jahreszeit“ beraten. Im Hohen Fläming fand die Aktion in Bad Belzig, Borkheide, Niemegk und Wiesenburg statt.

In der Kur- und Kreisstadt wurden Fahrradfahrer und Verkehrsteilnehmer die zu Fuß unterwegs waren, unter anderem im Kreuzungsbereich von Ernst-Thälmann-/Niemegker Straße und Straße der Einheit auf Gefahren in der dunklen Jahreszeit hingewiesen. In der Dämmerung und bei Nacht ist das Unfallrisiko dreimal höher als am Tag.

Marie Hensch vom Netzwerk Verkehrssicherheit erklärte: „Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass Fußgänger und Radfahrer aktiv etwas für ihre eigene Sicherheit tun können. Ausgerüstet mit reflektierenden Materialien und guter Beleuchtung am Fahrrad ist man für Kraftfahrer bei Dunkelheit deutlich früher erkennbar. Jemand, der reflektierendes Material an sich trägt, kann aus bis zu 140 Metern Entfernung wahrgenommen werden, eine dunkel gekleidete Person dagegen erst aus etwa 25 Metern Entfernung.“

Um insbesondere Kindern die Problematik vermitteln zu können, hatte das Netzwerk Verkehrssicherheit eigens für die Aktion ein Maskottchen entwickelt. So konnte mit Maulwurf Clarus die Thematik auch kindgerecht vermittelt werden. Der mit einer Warnweste ausgerüstete Maulwurf zierte unter anderem die Aktionsplakate und die begleitende Informationsbroschüre. „Der Maulwurf kann selbst nicht gut sehen und ist aufgrund seiner Größe und Lebensweise auch für andere nicht gut sichtbar - diese Eigenschaft teilt er mit Fußgängern und Radfahrern, die bei Dunkelheit unterwegs sind. Zu seiner eigenen Sicherheit trägt Clarus daher eine Warnweste, durch die er ausgezeichnet zu sehen ist. Wir empfehlen insbesondere Radfahrern, dem nachzueifern“, so Hensch weiter.

Vor dem Hintergrund, dass im Land Brandenburg rund 850 zu Fuß Gehende und 2.800 Radfahrende im Straßenverkehr verunglücken, appellierte Kerstin Pfetsch vom Forum Verkehrssicherheit: „Zu Fuß Gehende und Radfahrende werden oftmals einfach übersehen. Wer sich sichtbar macht, kann sein Unfallrisiko reduzieren.“ Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl schwerer und tödlicher Verletzungen von Fußgängern und Radfahrern im Straßenverkehr um etwa 50 Prozent senken lassen würde, wenn diese besser sichtbar wären. Auf entsprechende Möglichkeiten, von heller Kleidung bis zu reflektierenden Streifen an Kleidung oder Fahrrad, wurde im Rahmen der Aktion hingewiesen.

Staatssekretärin Ines Jesse vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung ergänzt: „Die dunkle Jahreszeit steht vor der Tür, was den meisten erst richtig nach der Zeitumstellung auffällt. Dann heißt es, besonders aufmerksam zu sein, da das Unfallrisiko auf dunklen, nassen Fahrbahnen steigt. Gerade in dieser Zeit sind unsere Schutz(b)engel der Verkehrssicherheitskampagne „Lieber sicher. Lieber Leben.“ auch in den Diskotheken des Landes unterwegs, um auf diese Gefahren aufmerksam zu machen. Es freut mich umso mehr, dass es bei den ersten landesweiten „Tagen der Sichtbarkeit“ so eine große Beteiligung gibt. Dabei zeigt sich, dass die engagierten Akteure des Netzwerkes Verkehrssicherheit Brandenburg und des Forums Verkehrssicherheit des Landes Brandenburg einen wichtigen Beitrag für mehr Verkehrssicherheit leisten. Dafür herzlichen Dank an alle.“

Katrin Lange vom Ministerium des Innern und für Kommunales rät wiederum allen motorisierten Verkehrsteilnehmern: „Im Herbst werden die Tage kürzer und die Dämmerungs- und Dunkelphasen länger. Gut zu sehen und gesehen zu werden, bedeutet mehr Sicherheit. Daher sollte die Lichtanlage des Autos rechtzeitig überprüft werden. Dazu gehören Abblend-, Fern- und Tagfahrlicht, Nebel- und Bremsleuchten sowie die Blinker. Wer mit einer schlechten Beleuchtungseinrichtung unterwegs ist, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern erhöht auch das Unfallrisiko für andere.

Die „Tage der Sichtbarkeit“ wurden vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung und dem Ministerium des Innern und Kommunales des Landes Brandenburg gefördert. Organisiert und umgesetzt wurden die Aktionen von regionalen Akteuren, unter anderem von der Polizei, von Gemeinde- und Stadtverwaltungen sowie lokalen Verkehrswachten. Unterstützt wurde die Aktion vom ADAC Berlin-Brandenburg e.V., der DEKRA Automobil GmbH und den Verkehrssicherheitskampagnen „Lieber sicher. Lieber Leben“ sowie „Runter vom Gas“.

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