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Bürgerdialog
Mehr Busse, mehr Radweg, weniger Raser

Gut vorbereitet kamen OB Steffen Scheller und Jörg Vogler, Geschäftsführer der VBBr zur Bürgersprechstunde nach Klein Kreutz. Sie hatten für die Hauptanliegen Busverbindungen, Tempo 30 Zone und Radweg konkrete Lösungen parat.
Gut vorbereitet kamen OB Steffen Scheller und Jörg Vogler, Geschäftsführer der VBBr zur Bürgersprechstunde nach Klein Kreutz. Sie hatten für die Hauptanliegen Busverbindungen, Tempo 30 Zone und Radweg konkrete Lösungen parat. © Foto: geh
Erhard Herrmann / 09.11.2018, 11:07 Uhr - Aktualisiert 15.11.2018, 09:10
Klein Kreutz ( ) Im Rahmen des Bürgerdialogs „Oberbürgermeister vor Ort“ nutzten mehr als 30 Bürger des Ortsteils Klein Kreutz die Chance, mit Stadtchef Steffen Scheller und den Fachexperten der Stadtverwaltung ins Gespräch zu kommen. Gut auf genauso die Schwerpunkte des Abends vorbereitet, brachte OB Scheller außerdem den Geschäftsführer der Brandenburger Verkehrsbetriebe (VBBr), Jörg Vogler, mit – denn ein zentrales Thema war die Verkehrsanbindung.

„Ab 18 Uhr sind wir abgenabelt, die Bürgersteige können hochgeklappt werden“, beschwerten sich die Klein Kreutzer. „Mehr Busse in den Abend- und Nachtstunden in die Stadt- und Ortsteile, war die Forderung eines gemeinsamen Antrag von CDU und Freien Wählern in der Stadtverordnung, dem wir bereits ausgearbeitet haben“, erklärte Steffen Scheller. Zusätzliche Spätanbindungen und eine neue „Linie G“ bringen mit dem neuen Fahrplan für Plaue, Kirchmöser, Klein Kreutz, Neuendorf, Domlinden, Butterlake, Wust, Gollwitz, Schmerzke, Wilhelmsdorf und Göttin Verbesserungen. „Ab dem 9. Dezember kommt es zum Einsatz von Zusatzbussen, die mindestens zwei weitere Anbindungen zwischen 18 und 24 Uhr in Klein Kreutz ermöglichen“, bestätigte der VBBr-Chef. Die Busse des Tagesbetriebes länger fahren zu lassen, sei aufgrund von gesetzlichen Lenkfahrzeiten und Personalmangel nicht möglich. Die zusätzliche Anbindungen verursachen Mehrkosten von 165.000 Euro.„Wir mussten unseren Fahrplan komplett auf den Kopf stellen, um diesen Mehrbetrieb wirtschaftlich umzusetzen. Lücken und Wartezeiten wird es aber immer geben“, so Vogler. Um halbwegs effektiv zu fahren, müssen mindestens fünf Fahrgäste je Tour die Abendanbindung nutzen. „In den kommenden Jahren kosten diese Verbesserungen der Stadt jeweils einen Million Euro mehr an Ausgaben. Deshalb hoffe ich, dass nicht nur gefordert, sondern auch genutzt werden“, appellierte Oberbürgermeister Steffen Scheller.

Ein weiteres Thema war der zunehmende Verkehr und eine Tempo 30 Zone. Laut Ortsvorsteher Renè Mahlow fahren etwa 5000 Fahrzeuge, darunter 500 LKW, täglich durch Klein Kreutz. Die Tempo 30 Zone für LKW auf einem Teilstück der Klein Kreutzer Dorfstraße stieß bei den Anwohnern auf wenig Gegenliebe. „Schließlich sei ja der ganze Ort betroffen. Zumal die Beschleunigung der Verkehrsteilnehmer nach der 30er Zone für eine zusätzliche Belastung sorgt“, argumentierten die Einwohner. „Damit soll in Zukunft Schluss sein,“ betonte Steffen Scheller. Zurzeit wird die Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts auf Länge der gesamten Dorfstraße geprüft. Möglich sei es auch, dass dann 30 km/h nicht nur für LKW, sondern auch für PKW in der Zeit von 6-16 Uhr gelten soll.

Gute Nachrichten brachte die Stadtführung für die Radfahrer mit. „Der Radweg wird kommen“, versprach Steffen Scheller. Die Verbindung mit Saaringen mittels eines multifunktionalen Weges ist förder- und somit umsetzbar“, so Scheller weiter. Zwar nicht in Echtzeit, aber bis Mitte 2020 können die Fahrradfahrer gefahrlos losradeln. Angedacht war die Radroute von der Straße weg auf die zum Teil vorhandene Bahntrasse zu verlegen, was aus Naturschutzgründen aber nicht möglich war. Stattdessen wird der Weg über die Straße Weinberge und anschließend entlang der Landesstraße geführt. Die Eigentumsrechte der Grundstücke, auf denen der Radweg verlaufen soll, sind laut dem Oberbürgermeister, auch mit den „schwierigen“ Verhandlungspartnern abgeklärt. Die zukünftige Fahrradwegverbindung Klein Kreutz-Saaringen hat eine Länge von 1950 Meter und wird etwa 700.000 Euro kosten. Davon werden 75 Prozent gefördert.Ein lohnender Besuch für die Klein Kreutzer .Die im Frühjahr 2018 ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe ist bei den Bewohnern der Stadt- und Ortsteile überwiegend auf sehr positive Resonanz gestoßen, sodass diese Art des direkten Bürgerdialogs weiterhin fortgesetzt werden soll.

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