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Tierschutz
Tierheim schließt 2018 und öffnet 2019 neu

Tierfreunde Mario Lindenborn freut sich, dass es 2019 weitergeht.
Tierfreunde Mario Lindenborn freut sich, dass es 2019 weitergeht. © Foto: Tierfreunde Mario Lindenborn freut sich, dass es 2019 weiter geht. Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 30.11.2018, 10:52 Uhr
Fläming Das Tierheim „Hoher Fläming“ in Medewitzerhütten schließt zum 31. Dezember 2018 seine Türen. Zum 1. Januar 2019 wird es jedoch wieder neu eröffnet. Betrieben wird es dann durch den „Tierschutzverein Hoher Fläming“. „Die Vereinsgründung ist bereits vollzogen“, sagt Unternehmer und noch Tierheimbetreiber Mario Lindenborn.

Nachdem die Fundtierzahlen in den vergangenen drei Jahren massiv eingebrochen waren, hatte der 48-Jährige die bestehenden Betreuungsverträge mit 13 Kommunen und dem Veterinäramt des Landkreises Potsdam-Mittelmark kündigen müssen. „Diese Entscheidung hatte ich mir nicht leicht gemacht. Aber ich musste die Reißleine ziehen“, so der Unternehmer, der neben dem Tierheim ein Zentrum für Herdenschutzhunde betreibt, Pyrenäenberghunde züchtet und Chef einer Sicherheitsfirma ist.

Er erklärt, dass Plätze für Fellnasen & Co. dennoch vertragsgemäß freigehalten werden mussten. In dieser Folge war das Tierheim nicht ausgelastet. Den monatlichen Ausgaben von rund 8.000 Euro für Angestellte, das Fahrzeug, die Miete, Futter- und Tierarztkosten standen oftmals nur 1.000 Euro an Einnahmen gegenüber. Ein Verlustgeschäft. „So konnte es nicht weitergehen“, erklärt der Tierfreund.

Nachdem er die Reißleine gezogen hatte, suchte Lindenborn nach einem Nachmieter für das Tierheim auf nahezu 4.000 Quadratmetern Land bei Medewitzerhütten. Doch alle Bemühungen schlugen fehl.

Eine Wende in der fast aussichtslosen Situation brachten Gespräche mit dem Grundstückseigentümer. Nachdem er eine Halbierung der Miete angeboten hatte, gründete ein knappes Dutzend Tierfreunde den „Tierschutzverein Hoher Fläming“, der das Tierheim ab Januar auf dem Areal weiterbetreibt.

Den Vereinsvorsitz hat Carolin Blanke übernommen. Lindenborn wiederum den Posten des Stellvertreters. „Wir sind aktuell acht Mitglieder im Verein“, berichtet der 48-Jährige, der seit 1996 eine eigene Hundeschule mit Tierpension betreibt. Von 1991 bis 2000 an war er außerdem Ausbilder für Diensthunde für Polizei, Zoll und Grenzbeamte. Heute gilt er als Mann für alle schwierigen Fälle. Lindenborn wird beispielsweise gerufen, wenn verwahrloste Tiere ihren Haltern abgenommen werden.

„Die vorhandenen Zwinger und Zaunanlagen können dadurch alle stehen bleiben und durch den Verein gleich genutzt werden“, erklärt Lindenborn weiter.  Dadurch ist der Verein ab dem 1. Januar sofort arbeitsfähig. „Es wechselt also eigentlich nur der Name“, ergänzt der 48-Jährige.

Nach eigenen Aussagen hat er in den vergangenen Jahren nahezu 150.000 Euro auf dem Gelände des früheren Tanklagers bei Medewitzerhütten investiert. Durch die Mietsenkung von 1.000 Euro auf 500 Euro ist er guter Dinge, dass der Betrieb des Tierheims durch den Verein gelingt. „Von der jetzt gefundenen Lösung profitieren beide Seiten“, ist sich Lindenborn sicher.

Erste Kommunen, unter anderem das Amt Brück und die Stadt Bad Belzig sowie das Veterinäramt des Landkreises Potsdam-Mittelmark, haben nach seiner Aussage bereits Interesse an Fundtierbetreuungsverträgen mit dem neu gegründeten Verein signalisiert. „Für unsere Vertragspartner bieten wir weiter eine 24 Stunden Bereitschaft an“, sagt Lindenborn und berichtet von weiteren Plänen. Unter anderem soll anderen Tierschutzvereinen angeboten werden, Problemtiere zu übernehmen. „Das Hundetraining soll auch wieder ausgebaut werden“, so der 48-Jährige Tierfreund.

Aktuell werden weitere Vereinsmitglieder und Unterstützer gesucht. Im kommenden Frühjahr soll es einen Tag der offenen Tür geben. „Damit sich die Leute ein Bild von unserer Arbeit machen können“, sagt Mario Lindenborn.

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