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Weinfest 2019
Manfred Rücker plant größer

Impression vom Wein auf dem Marienberg in Brandenburg an der Havel. Die 2018er Lese brachte mehr als 6 Tonnen.
Impression vom Wein auf dem Marienberg in Brandenburg an der Havel. Die 2018er Lese brachte mehr als 6 Tonnen. © Foto: Thomas Messerschmidt
René Wernitz / 01.12.2018, 06:00 Uhr
Rathenow (MOZ) Manfred Rücker hat jetzt alle Hände voll zu tun für 2019: Der Event-Manager ist Veranstalter des Frühlingsfestes im April und des Stadtfestes im September. Neu für ihn dazu gekommen ist das Weinfest im Oktober. Dieses wurde bislang von Gewerbetreibenden und dem hiesigen Unternehmerverein organisiert und von der Stadt veranstaltet. Rücker will bzw. soll das Weinfest zu einer fortan überregional interessanten Veranstaltung entwickeln.

Bekanntlich boten die bisherigen Weinfeste die Kulisse für verkaufsoffene Sonntage. Doch müssen Veranstalter inzwischen die Relevanz nachweisen, sprich die Notwendigkeit dafür, dass Geschäfte außerhalb der üblichen Ladenöffnungszeiten geöffnet sein sollen. In dem Zusammenhang sitzt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi den Handelsunternehmen im Nacken. In Berlin fiel beispielsweise am 30. September ein verkaufsoffener Sonntag aus, da die Gewerkschaft dagegen geklagt hatte. Nach ihrer Einschätzung sei die „Art Week“ genannte Kunstwoche nicht geeignet gewesen, „das öffentliche Interesse für die Sonntagsöffnung zu begründen, da eine ausreichende Bedeutung für ganz Berlin nicht gegeben ist.“ Das Oberverwaltungsgericht folgte der Argumentation.

Für Manfred Rücker ergibt sich nun die Herausforderung, aus dem Stand das Weinfest 2019 zu einem echten Ereignis zu formen. Da es in Rathenow nicht mal eigenen Wein gibt, dürfte die Stadt in dieser Hinsicht noch kaum Interesse erregen. Indes will  Rücker dort einhaken, wo Weinbau bereits wieder stattfindet. Diese Weinbaugebiete liegen näher, als viele vermuten würden. Mit ihren Produkten wäre auf jeden Fall Regionalität garantiert. Auf dem Weinfest 2018 schenkte Bacchus noch ein spanisches Produkt aus.

Elementare Neuerung wird die Ausweitung auf zwei Tage im Oktober sein. Rücker will Musikgruppen, Solisten, Vereine etc. die Möglichkeit bieten, sich zu präsentieren.  Um dem Weinfest Inhalt zu geben, will der Veranstalter auch Kontakt zu heimischen Geschichtsfreunden suchen, die womöglich vor Publikum auf dem Fest über Weinbau in Rathenow referieren können, den es seit dem Mittelalter und bis ins 18. Jahrhundert hinein gab. Daher auch der Name Weinberg für den Hügel mit dem Bismarckturm. Die Brandenburger Wasser- und Abwassergesellschaft (Brawag) könnte derweil berichten, was zu tun wäre, um auf einem städtischen Hügel wieder Weinbau zu betreiben. Die Brawag macht seit der BUGA 2015 auf dem Marienberg in Brandenburg an der Havel in eigenen Wein. Die 2018er Lese dürfte wohl etwa 5.000 Flaschen ergeben, die sodann wie gewohnt zum Stückpreis von etwa 10 Euro verkauft werden. Daneben gilt der Leiter des Evangelischen Domgymnasiums in der Stadt, Dr. Wolfgang Overbeck, als ein Freund des Weinbaus. Seine Schule hat einen kleinen Weinberg auf ihrem Gelände auf der Dominsel. Aktuell will Overbeck eine etwa 1 Hektar große Hanglage im Brandenburger Ortsteil Klein Kreutz aufreben. Der Mann würde in Rathenow viel zu erzählen haben. Ebenso die Betreiber von Weinbergen und Kelterei in Werder/Havel,  wo sich der nördlichste Bereich des Weinbaugebiets Saale-Unstrut befindet. Auch von dort will Manfred Rücker Winzer und Weinhändler für Rathenow begeistern.

Vielleicht kommen die Rathenower auf den Geschmack, und finden einen Ort für eigene Aufrebung. Mit Wein aus der Stadt hätten zukünftige Weinfeste wohl einen Anziehungspunkt mehr. Zumal das Thema im ganzen Westhavelland Interesse erregen könnte, gab es doch hier einige Weinberge, wie auf alten Landkarten ersichtlich ist. Was einst während der sogenannten „Kleinen Eiszeit“ ausstarb, könnte durch den Klimawandel mit steigenden Temperaturen wieder kultiviert werden. Inzwischen wird Wein sogar auf Usedom an der Ostsee angebaut. Das dortige Seebad Loddin verfügt über den nördlichsten Weinberg Deutschlands. Auch Loddiner könnten in Rathenow über ihr Projekt berichten und Kostproben ausschenken.

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