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Kreisstadt
Das Vertrauen ist verloren!

Bärbel Kraemer / 03.12.2018, 14:20 Uhr
Bad Belzig Mehrere einhundert Menschen setzten am Sonntagnachmittag in Bad Belzig ein musikalisches Zeichen gegen die von Landrat Wolfgang Blasig (SPD) anvisierte Zentralisierung der Kreisverwaltung in Beelitz-Heilstätten.

Nachdem die Pläne bekannt geworden waren, setzte heftige Kritik ein, die zwischenzeitlich erste Wirkung zeigte. So will der Landrat seine Pläne zumindest aufweichen. Er setzt jetzt auf zwei Verwaltungsstandorte - in Bad Belzig und in Beelitz-Heilstätten. Das wurde am Freitag bekannt.

„Auf Grund der Erfahrungen der zurückliegenden Wochen mit dem Landkreis besteht zwingend die Notwendigkeit weiterhin sehr aufmerksam zu bleiben“, so Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) am Freitagmittag.

Deshalb fand auch die langfristig vorbereitete Protestveranstaltung unter dem Motto „Singen für einen starken Fläming“ am ersten Adventssonntag wie geplant statt. Mit einer Ausnahme. Eigentlich sollte auf dem Marktplatz gesungen werden. Eine Regenfront machte jedoch kurzfristig den Wechsel in die St. Marienkirche erforderlich.

Pfarrer Matthias Stephan und der Gemeindekirchenrat sicherten ihrerseits sofort Unterstützung zu und öffneten die Kirche spontan für die Protestveranstaltung. „So wünsche ich mir auch eine öffentliche Verwaltung“, sagte Ex-Bildungsminister Günter Baaske (SPD).

Dann wurde der in weihnachtliche Weisen eingebettete musikalische Protest mit dem Lied „Lasst uns froh und munter sein“ eröffnet.

Die vielen Menschen, die zu diesem Zeitpunkt dicht an dicht in der Kirche standen, kamen nicht nur aus Bad Belzig, sondern auch aus Wiesenburg, Brück, Ziesar, Niemegk, Wusterwitz, Görzke und anderen Orten. „Dieses Bild spiegelt für mich wieder, das der Fläming Kreisstadt ist“, so Leisegang. Die musikalischen Beiträge wurden im Verlauf des Nachmittages immer wieder durch kurze Redebeiträge unterbrochen.

Günter Baaske mahnte unter anderem, dass der neue Vorschlag des Landrats genau betrachtet werden müsse und kritisierte, dass Blasig nicht „mit dem Herzen“ bei den Menschen in hiesiger Region sei.

4.000 von ihnen haben in den vergangenen Wochen mit ihrer Unterschrift zudem ein weiteres Zeichen gegen die vom Landrat favorisierten Pläne gesetzt und sich damit für den Erhalt der Kreisverwaltung in Bad Belzig ausgesprochen. Am Donnerstag werden diese Unterschriftenlisten dem Kreistag vor der Entscheidung über Blasigs neue Pläne übergeben.

Für Leisegang sind sie „schwammig“. Er betonte, dass auch weiterhin eine starke Beteiligung der Menschen in und für die Region von ungeheurerer Wichtigkeit sei. „Sie ist Grundlage, um eine starke Position für Verhandlungen im politischen Raum zu gewährleisten“, so der Bad Belziger Bürgermeister.

Die Bundestagsabgeordnete Dietlind Tiemann (CDU) sicherte während der Protestveranstaltung ihre Unterstützung zu. Sie ermunterte die Anwesenden, im Bemühen um den Erhalt der Kreisverwaltung in Bad Belzig nicht nachzulassen. Der Wirtschaftsforscher Gustav Horn wiederum forderte dazu auf, alles daran zu setzen, den Landrat von seinem „Irrweg“ abzubringen.

„Ob und wie das verloren gegangene Vertrauen zwischen den Flämingkommunen und dem Landkreis wieder gewonnen werden kann, wird von der Beteilung der Kommunen bei der Ausgestaltung der zukünftigen Kreisverwaltung abhängen“, sagte Bürgermeister Leisegang weiter.

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