Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Solokrippenspiel
Weihnachtsgeschichte aus ungewöhnlicher Perspektive

In diesem Jahr schlüpfte der Pfarrer in die Rolle des Wirts Simon. Begleitet wurde er durch Kantor Winfried Kuntz am Flügel.
In diesem Jahr schlüpfte der Pfarrer in die Rolle des Wirts Simon. Begleitet wurde er durch Kantor Winfried Kuntz am Flügel. © Foto: In diesem Jahr schlüpfte der Pfarrer in die Rolle des Wirts Simon. Begleitet wurde er durch Kantor Winfried Kuntz am Flügel.Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 20.12.2018, 08:13 Uhr
Niemegk Nachdem der Niemegker Pfarrer Daniel Geißler die Weihnachtsgeschichte bereits aus der Sicht des Erzengels Gabriel, eines Soldaten im Dienst des Königs Herodes und anderen Perspektiven erzählt hatte, entschied er sich in diesem Jahr für die Figur des Simon.

Simon, als Wirt der Herberge „Zum Blauen Ochsen“ in Bethlehem, sollte in seinem Ein-Mann-Stück Quartiergeber für Maria und Joseph werden.

Mit aufgekrempelten Hemdsärmeln und einer langen Schürze betrat Pfarrer Geißler am Sonntag Abend die Bühne des Neuen Volkstheaters in Niemegk. Ihm gegenüber, in den Rängen, hatten sich zahlreiche Menschen aus Niemegk und der Umgebung versammelt. Um dabei zu sein, wenn dem Pfarrer einmal im Jahr, kurz vor dem Weihnachtsfest, die sprichwörtlichen Bretter die die Welt bedeuten, ganz allein gehören und er die Weihnachtsgeschichte aus immer wieder neuer Perspektiv erzählt. Zugunsten der Sanierung der Kirchenorgel.

In diesem Jahr begleitete der Bad Belziger Kantor Winfried Kuntz das Solokrippenspiel auf dem Flügel und damit auch den Gesang des Publikums, das jeweils Teil der Aufführung wird.

Als Simon die vielen Menschen in den Rängen erblickte, staunte er nicht schlecht. Alle waren auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf. Der Volkszählung wegen waren sie nach Bethlehem gekommen ist. Was Simon freute. War damit doch auch ein Wiedersehen mit der Familie verbunden. Doch der „Blaue Ochse“ platzte infolge des Ansturms bald aus den Nähten. Aus der Vorfreude wurde Stress.

In der nächsten Szene betrat Simon mit einem Straßenbesen auf die Bühne. Das Treiben auf der Straße beobachtend, die vielen vorbeikommenden Menschen Willkommen heißend. Dann erzählte er vom „Blauen Ochsen“, von den vielen jungen Leuten die aus der Stadt weggegangen waren und jetzt für eine paar Tage, der Volkszählung wegen, zurückkamen. In diesem Zusammenhang aber auch von dem jungen Paar, dass Stunden zuvor an seiner Tür stand und um Quartier bat. Weil die junge Frau hochschwanger war, quartierte der Wirt die beiden im Stall ein.

Mit Musik und Gesang vollzog sich der neuerliche Szenenwechsel, nachdem Simon die Bühne mit einem Kochtopf, ein paar Möhren und einem Sparschäler in der Hand betreten hatte. Er musste in der Küche aushelfen. Martha, seine Frau, war im Stall - wo gerade ein Kind geboren worden war. „So hatte ich mir das Fest nicht vorgestellt“, bemerkte Simon, der bald daraufhin ein Licht erblickte. In der Ferne, auf den Feldern, bei den Hirten. Auch die drängten bald darauf in den Stall - das neu geborene Kind zu sehen. „Irgendwie habe ich jetzt ein komisches Gefühl“, bemerkte Simon. Ihm dämmerte, dass es mit dem Kind in der Krippe großes auf sich hatte.

Dann war die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu Christi erzählt. Mal heiter und mal nachdenklich. Noch einmal stimmte der Chor aus den Rängen ein Weihnachtslied an. Als der letzte Ton verklungen war, ergriff ein Herr aus dem Publikum das Wort. Er sagte: „Herr Pfarrer, wir danken Ihnen für die exzellente Verkündigung“. Beifall brach an.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG