Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Heimat
Chronik auf der Zielgeraden

Andreas Koska inmitten des vielen Materials zur Erstellung der Chronik. Einige Details fehlen ihm allerdings, weshalb er um Unterstützung bittet.
Andreas Koska inmitten des vielen Materials zur Erstellung der Chronik. Einige Details fehlen ihm allerdings, weshalb er um Unterstützung bittet. © Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 15.03.2019, 09:00 Uhr
Cammer Der Schreibtisch von Andreas Koska aus Cammer quillt derzeit fast über. Neben Fotografien liegen alte Dokumente wie Urkunden, Zeugnisse und Bücher. Hier blitzt das Herrenhaus von Cammer aus den vielen Unterlagen hervor, dort die Bockwindmühle.

"Die Chronik von Cammer soll an Weihnachten auf den Gabentischen liegen", erklärt der 62-Jährige, während er die Unterlagen ordnet. Schon seit zehn Jahren trägt er sich mit dem Gedanken, das Projekt zu verwirklichen. Jetzt ist es auf der Zielgeraden.

Weshalb die Einwohner des Zweimühlendorfes dieser Tage auch ein Anschreiben in ihren Briefkästen fanden, mit dem Andreas Koska um weitere Zuarbeiten bittet. "Ich habe gemerkt, obwohl ich schon vieles zusammengetragen habe, dass noch Details fehlen und Informationen dazukommen könnten", sagt er.

Insbesondere über die Geschichte der Vereine, wie dem Chor, der Feuerwehr, den Anglern und der schon lange nicht mehr existierenden Schützengilde. Innenaufnahmen vom Schloss, Berichte über Traditionen, Sitten und Trachten sowie die Entwicklung der LPG stehen ebenfalls auf seiner Wunschliste. Aber auch die Zeit zwischen 1933 und 1946 will er in der Veröffentlichung thematisieren und hofft dazu auf die Unterstützung der Einwohner.

Bei der Gelegenheit erzählt er von den Cammerschen Chronisten vergangener Tage.

Da ist Lehrer Fricke, der bereits eine Schulchronik hinterließ. Die umfangreiche Materialsammlung wurde bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts geschrieben und ist nicht nur dem Schulgeschehen gewidmet. Auf Fricke folgte Rudolf Thiele aus Cammer. Er hinterließ eine 56 Seiten umfassende handschriftliche Materialsammlung, die in der Mitte der 1970er Jahre endet. Auch Thiele widmete sich in seinen Aufzeichnungen der gesamten Themenpalette, die das Dorfleben bot. Mitte der 2000er Jahre arbeitete wiederum Monika Brieseck das bestehende Chronikmaterial während einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme auf und ergänzte die Materialsammlung. Unter anderem arbeitete sie im Brandenburgischen Landeshauptarchiv die geschlossenen Hypothekenbücher von Cammer durch.

2008 übernahm Koska die Chronikunterlagen und plant jetzt ein Büchlein darüber zu verfassen. Obgleich die bereits vorhandenen Datensätze schwerlich in eine Veröffentlichung passen werden, will er die Unterlagen vor der Drucklegung noch ergänzen und die Sammlung um Fotos, Urkunden und andere Dokumente ergänzen.

Damit die Zeit bis dahin nicht ohne Lesestoff aus Cammer verstreicht, will Andreas Koska eine weitere Idee verwirklichen. Seinen Job als Journalist brachte es mit sich, dass er in den vergangenen zwei Jahrzehnten viele Einwohner aus dem Dorf und Menschen, die in Cammer arbeiteten, portraitierte. Diese Aufsätze will er in einem Buch, dass schon an Ostern in den Osternestern liegen soll, zusammenfassen. "Das wird dann das erste Cammerbuch", so der 62-Jährige, der seit 2003 im Dorf zu Hause ist.

Ein Lieblingsthema in der umfangreichen Chronikarbeit hat er indes noch nicht ausgemacht. Vielmehr sagt er: "Ich finde alle Themen spannend" und ist im nächsten Augenblick dann doch bei einem Lieblingsthema - den Mühlen von Cammer.

Er erzählt von der alten Bockwindmühle am einen und von Rosenmüllers Mühle am anderen Ende des Dorfes, von der alten Mühlstelle an der Plane und einer weiteren Mühle, die einst nicht weit von seinem Wohnhaus entfernt gestanden hat. "Dieser zwölfeckige Holzbau nach holländischem Muster ist 1830 abgebrannt", erzählt Koska. In 2019 hat er, neben der Schreiberei, weitere große Pläne. Er stellt sich zur Wahl - will für seine Partei, Die Grünen, einen Sitz im Kreistag erkämpfen sowie Ortsvorsteher von Cammer oder Bürgermeister der Gemeinde Planebruch werden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG