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Blühstreifen
Aktiv für mehr Insekten

Der Chef der Agrargenossenschaft  Feldheim, Sebastian Herbst, sorgt für ausreichend Blühstreifen.
Der Chef der Agrargenossenschaft Feldheim, Sebastian Herbst, sorgt für ausreichend Blühstreifen. © Foto: A. Trunschke
Andreas Trunschke / 13.05.2019, 12:26 Uhr
Feldheim Landwirte sind häufig in der Kritik, obwohl sie es sind, die unser aller Ernährung sichern. Da ist es dem Chef der Agrargenossenschaft  Feldheim, Sebastian Herbst, wichtig, auch einmal etwas Positives zu vermelden und über seine Blühstreifen zu erzählen. "Aber ums Image geht es nur am Rande", stellt er fest, "denn wir Landwirte sind selbst massiv betroffen, wenn die Insekten sterben." Deshalb verzichtet die Agrargenossenschaft schon seit einigen Jahren auf einen Teil ihrer Erträge. Bis jetzt hat sie acht Hektar große, zwischen sechs bis zwölf Meter breite "Feldrand Puffersteifen Ökologische Vorangfläche", so die Fachbezeichnung für die Blühstreifen, angelegt. Wären alle Blühstreberichtet fen sechs Meter breit, so würde das immerhin eine Länge von über 13,3 Kilometern ergeben.

Zwar bekommt die Agrargenossenschaft einen kleinen Teil ihres Aufwandes von der Europäischen Union gefördert, aber einen Ertrag bringen diese Flächen, anders als die sonst von ihren angebauten neun verschiedenen Kulturen, nicht. Statt Weizen, Gerste, Raps, Roggen, Mais oder Luzerne wachsen jetzt Wildblumen, Gelbsenf, Buchweizen, Borretsch, Kornblumen sowie Rot- und Weißklee. Herbst setzt aber nicht nur auf Blüten am Feldrand. Er will auch den Raps im Fläming halten, denn der ist für die Imker wichtig. Auch, wenn es ganz ohne zu spritzen noch nicht geht, so achten er und seine Mitarbeiter darauf, sogenannte B4-Mittel zu verwenden, die als nichtbienengefährlich gelten, oder generell erst nach dem Bienenflug zu spritzen. Und er unterstützt die Volksinitiative "Mehr als nur ein Summen – Insekten schützen, Kulturlandschaft bewahren". "Wir brauchen den Dialog und nicht Verbote", erklärt Herbst den Unterschied zu der gleichzeitig laufenden Initiative der Naturschutzverbände, "die Rettung der Insekten geht nur mit uns Landwirten und nicht gegen uns."

Die Notwendigkeit, für die Insekten mitzudenken, ist längst bei den Mitarbeitern angekommen, wie Herbst berichtet: "Sie fragen schon von ganz allein, ob sie die Feldränder abmähen sollen." Überraschend findet das Sebastian Herbst nicht. Selbstverständlich wird auch bei den Landwirten zu Hause über Umweltschutz und Insektensterben diskutiert: "Nicht zuletzt die Kinder bringen die richtigen Fragen aus der Schule mit."

Für Herbst kann aber das alles nicht alleinige Aufgabe der Landwirte sein: "Wir brauchen das Gespräch mit der Gesellschaft." Nachhaltige Landschaft ist nicht umsonst zu bekommen und wirkt sich auf die Preise der Lebensmittel aus. Aber auch jeder Gartenbesitzer kann selbst etwas beitragen und sich fragen: "Wann mähe ich meinen eigenen Rasen? Muss jeder Löwenzahn weg?"

Naturgemäß ist auf den Blühstreifen der Feldheimer noch nicht viel zu sehen. Aber der aufmerksame Beobachter erkennt deutlich den Unterschied zu den sonstigen Kulturen. Nicht nur die Bienen dürfen sich auf die bunten Streifen freuen. Wer diese einmal aus der Nähe sehen möchte, der findet eine gute Möglichkeit dazu auf dem Weg zur Dietersdorfer Michtankstelle der Feldheimer Agrargenossenschaft. Milch und Fleisch kann man auch gleich noch mitnehmen.

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