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Ausstellung
Ein traumhafter Vogel im Fokus

Bärbel Kraemer / 10.07.2019, 08:00 Uhr
Raben Nach dem Wolf, der Großtrappe und dem Schwarzstorch steht im Naturparkzentrum Hoher Fläming in Raben mit dem Rotmilan jetzt ein König der Lüfte im Rampenlicht.

Die Sonderausstellung "Rotmilan - Land zum Leben" wurde durch Bernd Schade, den Vorsitzenden des Naturparkvereins Hoher Fläming e.V. und Steffen Bohl, den Leiter des Naturparks eröffnet.

Von der Deutschen Wildtierstiftung als Wanderausstellung konzipiert, wird dieselbe deutschlandweit gezeigt. In der Region gelten die Bestände des eleganten Gleitvogels mit dem rostroten Gefieder noch als verhältnismäßig stabil. Man sieht ihn am Himmel seine Bahnen ziehen, trifft den Vogel auf Wiesen und Feldern bei der Nahrungssuche, hört seinen Ruf. Und doch ist der Rotmilan - Deutschlands heimlicher Wappenvogel - in Not.

Die Bestände sinken, den Vögeln fällt es immer schwerer, Mangels Futter den eigenen Nachwuchs aufzuziehen. Die Zahl der so genannten Schlagopfer an Windkraftanlagen nehmen zu. Darauf wies Svenja Ganteför in dem sich anschließenden Vortrag über den Rotmilan hin. Gleichzeitig stellte die Biologin das Verbundprojekt "Rotmilan - Land zum Leben" vor und erläuterte, welche Landnutzung es braucht, damit die Vögel ausreichend Nahrung und Lebensraum finden. "Der Rotmilan ist ein traumhafter Vogel. Der schönste Greifvogel, den wir in Deutschland haben", so Ganteför.

Der Rotmilan - wegen seines gegabelten Schwanzes auch Gabelweihe oder aufgrund seines rostroten Gefieders auch Roter Drache genannt -  kommt nur in Europa vor. Fachleute gehen von rund 25.200 bis 33.400 Brutpaaren aus. Mehr als die Hälfte davon brüten in Deutschland. Deren Zahl wird auf 14.000 bis 18.000 Brutpaaren geschätzt. Von denen leben wiederum zwischen 1.400 bis 1.750 im Land Brandenburg. Tendenz sinkend. So wurde im Zeitraum von 1988 bis 2016 ein Bestandsrückgang von rund 16 Prozent festgestellt. "Das gibt Grund zur Sorge", betonte Steffen Bohl während der Ausstellungseröffnung.

Wie dem Rotmilan geholfen werden kann, zeigte Svenja Ganteför auf. "Die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft ist der Schlüssel zum Erhalt des Rotmilans und anderer Arten, die in der Agrarlandschaft zu Hause sind", betonte die Biologin von der Deutschen Wildtierstiftung.

Sie erläuterte, wie eine Rotmilanfreundliche Landnutzung aussehen sollte und könnte.

Gerahmt wird die in vier Module unterteilte Ausstellung durch atemberaubende Fotografien, die Einblicke in das Leben des Greifvogels geben. Diese können nach Ausstellungsende erworben werden.  Zur Finissage am 25. August  ist der Film "Das Jahr des Rotmilans" angekündigt.

Die Rotmilan-Sonderausstellung ist bis zum 25. August im Naturparkzentrum Hoher Fläming in Raben, Brennereiweg, täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Rotmilans Steckbrief

Der Rotmilan ist ein Greifvogel der eher sammelt als jagd.

Er ernährt sich hauptsächlich von Aas und Abfällen, Kleinvögeln, Mäusen, Hasen, Fischen, Amphibien und Regenwürmern.

Er ist in offenen Landschaften zu Hause.

Der Rotmilan ist ein Zugvogel.

Verbrachten früher noch alle Rotmilane den Winter auf der Iberischen Halbinsel, nimmt die Zahl der in Mitteleuropa überwinternden Vögel immer mehr zu.

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