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Opernabend
Liebe, Eifersucht, Verrat, Machtgier und Wahnsinn

Bärbel Kraemer / 11.07.2019, 11:17 Uhr
Brück Abseits der großen Opernhäuser wurde am Sonntagabend im beschaulichen Brück Giuseppe Verdis "Nabucco" aufgeführt. Knapp 500 Klassikliebhabende aus nah und fern hatten sich aufgemacht, Verdis Meisterwerk jenseits der großen Bühnen zu erleben. Der Veranstalter des Klassikevents, die "Great Performances Kiel", hatte für die Oper keinen anderen Ort als die Brücker Titanenarena ausgewählt. Ein Ort, an dem sonst das mächtige Hufgetrappel edler Pferde dominiert, wo Kraft und Stärke sich mit Anmut vereinen.

Aufgrund der Wetterlage musste die als Open Air Aufführung geplante Veranstaltung jedoch in ein Festzelt auf dem Areal der Titanenarena verlegt werden. Mit ein bisschen Phantasie war das Publikum den Sternen dennoch nah - getragen von großartiger Musik - die Klassikliebhabenden aus nah und fern vereinte und die große Gefühle wie Liebe, Eifersucht, Verrat, Machtgier und Wahnsinn auf eine ungewöhnliche Opernbühne brachte.

Verdis Oper, in italienischer Originalsprache, wurde von etwa 100 Künstlern der Festspieloper Prag aufgeführt. Im Ensemble haben Sänger, Tänzer und Musiker aus namhaften Opernhäusern und Orchestern Tschechiens zusammengefunden.

Für die musikalische Leitung war Martin Doubravský verantwortlich. Regie führte Oldrich Kriz.

Als die Oper endete, wurde das hochkarätige Ensemble frenetisch umjubelt. Großartig, phantastisch, einmalig - so lautete der einhellige Tenor des Publikums. Es war bis aus Berlin, Magdeburg, Stendal und anderen großen Städten nach Brück gekommen. Mit einer unvergesslichen Theatererfahrung beschenkt, machten sich die Opernfans zu später Stunde wieder auf den Heimweg.

Im beschaulichen Brück, wo die Oper sonst nicht zum alltäglichen Musikerlebnis gehört, wirkt Verdis Werk indes noch nach. Immer wieder wird über die Gesangssolisten, Chorsänger und Orchestermusiker, über die beeindruckenden Kostüme und Dekorationen gesprochen, werden die Smartphones gezückt und Bilder und kurze Mitschnitte Freunden und Bekannten gezeigt. Insbesondere der Gefangenenchor aus dem 3. Akt ("Va, pensiero, sull’ali dorate" - Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen) faszinierte.

Giuseppe Verdis "Nabucco" wurde im Jahre 1842 an der Mailender Scala uraufgeführt. Die Oper, die ihn über Italien hinaus bekannt machte, spielt um das Jahr 587 v. Chr. in Jerusalem und Babylon.

In der Tagesbesetzung in Brück waren Nikolaj Nekrassov (Nabucco, König von Babylon), Liana Sass (Abigaille, die vermeintlich erstgeborene Tochter Nabuccos), Hana Dobesová (Fenena, die Tochter Nabuccos), Nikolaj Visnakov (Ismaele, Neffe des Königs Sedecia von Jerusalem), Jurij Kruglov (Zaccharias, Hohepriester der Hebräer), Oldrich Kriz (Gran Sacerdote, Oberpriester des Baal), Jakub Turek (Abdallo, Getreuer Nabuccos) und Michaela Dvorakova (Anna, Schwester des Zaccaria) zu erleben. Es dirigierte Martin Doubravský.

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Machtgier Giuseppe Verdi Klassikliebhabende Sedecia von Jerusalem Klassikevent

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