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Lebensfrage
Lohnt es sich überhaupt (noch)?

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Stephan Schürer / 21.07.2019, 09:00 Uhr
Bad Belzig Lohnt es sich überhaupt noch? Diese Frage wird in vielen Familien diskutiert, wenn Vater oder Mutter im Alter noch eine intensive Behandlung oder gar eine Operation brauchen. Ältere Menschen sind selbst sehr schnell bei dieser Frage.

Auch in unserer Familie wurde diese Frage akut. Lieber Leser, liebe Leserin, wir wollen mal schauen, was hinter dieser Frage steckt…und was für Antworten wir finden. Martin Luther hatte zu diesem Thema auch ein Statement abgegeben: "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen". Ich höre da einen gewissen Trotz heraus, den Widrigkeiten nicht aus dem Weg zu gehen, eine mögliche Entwicklung nicht vorzeitig abzuwürgen, sondern mit Lebenswillen weiterzugehen, trotz Krise. Lohnt es sich? In allen Lebensphasen steht die Frage nach Aufwand und Nutzen. Kranke und Ältere Menschen wollen nicht zur Last fallen, deshalb ist oft zu hören: Mein Leben ist gelebt. Was soll es noch?? Wir sind damit schnell beim Wert des Menschen, wenn er nicht mehr so kann wie in Zeiten "der Kraft". Der Wert von älteren, kranken und auch behinderten Menschen liegt nicht in ihrer Leistungsfähigkeit, sondern in ihrer Anwesenheit. Mutter und Vater, Oma und Opa, Onkel und Tante zu haben, ist einfach ein Geschenk. Und wenn diese "Herrschaften" den Herbst ihres Lebens in besserer Gesundheit verleben dürfen, ist es für alle ein Gewinn. Deshalb sollten ältere und kranke Menschen nicht zu früh aufgeben. Sie werden definitiv gebraucht. Doch eine Frage müssen sie sich dennoch selbst beantworten. "Bald darauf wurde eines der jüdischen Feste gefeiert, und auch Jesus ging dazu nach Jerusalem. In der Stadt befindet sich nicht weit vom Schaftor entfernt der Teich Betesda, wie er auf Hebräisch genannt wird. Er ist von fünf Säulenhallen umgeben. Viele Kranke lagen in diesen Hallen – Blinde, Gelähmte und Verkrüppelte. Einer von den Menschen, die dort lagen, war schon seit 38 Jahren krank. Als Jesus ihn sah und erfuhr, dass er schon so lange an seiner Krankheit litt, fragte er ihn: »Willst du gesund werden?«  »Ach, Herr«, entgegnete der Kranke, »ich habe niemanden, der mir in den Teich hilft, wenn sich das Wasser bewegt. Versuche ich es aber allein, ist immer ein anderer schneller als ich.« Da forderte ihn Jesus auf: »Steh auf, nimm deine Matte und geh!« Im selben Augenblick war der Mann geheilt. Er rollte seine Matte zusammen und ging seines Weges." (Aus Johannesevangelium 5)

Jesus fragt: willst du gesund werden? Was für eine Frage. Doch die Antwort ist entscheidend. Gebe ich auf oder stelle mich den Widrigkeiten des Lebens? Habe ich Lebenswillen trotz Krise und bin gespannt auf die nächsten Schritte? Und bei den nächsten Schritten sind die Angehörigen gefragt. Nun entscheidet sich, ob wir bereit sind, zurückzugeben, was wir von unseren Eltern und Großeltern in ihren "kraftvollen Zeiten" empfangen haben.

Für uns als Familie lohnt sich die Begleitung auf jeden Fall. Weil wir Segen davontragen, den uns keiner mehr nehmen kann.

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