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Feuerwehrfahrzeug
"Allzeit gute Fahrt"

Bärbel Kraemer / 12.08.2019, 12:57 Uhr
Niemegk "Wenn es um Geld für den Brandschutz geht, dann gibt es im Niemegker Amtsausschuss keine Diskussionen", betonte die Chefin des Gremiums, Karin Commichau, während der Übergabe eines neuen Einsatzfahrzeuges an die Freiwillige Feuerwehr Niemegk.

Die Ortsfeuerwehr hatte am Sonnabend zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Er wurde zum Anlass genommen, das Fahrzeug - einen Vorrüstwagen im Wert von knapp 100.000 Euro -  offiziell in Dienst zu stellen.

Zur Mittagsstunde fuhr Amtsdirektor Thomas Hemmerling das neue Auto mit der auf dem Dach montierten LED Wechselverkehrszeichenanlage vor das Gerätehaus. Neben ihm sitzend, Karin Commichau mit weichen Knien. Auf dem Weg nach Niemegk, mit dem Fahrrad, war sie von einem motorisierten Zweiradfahrer so knapp überholt worden, dass sie mit ihrer Begleitung arg in Bedrängnis geriet. "Wir sind nur knapp einem Unfall entronnen", sagte sie bei der Übergabe des Fahrzeuges und würdigte das Engagement der Feuerwehrleute im gesamten Amt Niemegk. An die Ortsfeuerwehr Niemegk und mit Blick auf das neue Einsatzfahrzeug gerichtet, wünschte sie "Allzeit gute Fahrt" - zu hoffentlich wenig Einsätzen.

Aus den Händen von Karin Commichau übernahm Amtsdirektor Thomas Hemmerling  symbolisch den Fahrzeugschlüssel dann noch einmal. Er erinnerte daran, dass das Vorgängerfahrzeug nach 25 Jahren aufgrund eines Motorschadens ausgemustert werden musste. Ungeplant. "Am 28. März 2017 wurde das Ende dieses Fahrzeugs besiegelt", konkretisierte Amtswehrführer Tino Bastian.

Obgleich laut Gefahrenabwehrbedarfsplan die Niemegker Kameraden mit einem neuen Einsatzfahrzeug nicht an der Reihe waren, musste dringend Ersatz beschafft werden. Vom Beschluss zur Anschaffung durch den Amtsausschuss über die Angebotseröffnung, die Auftragserteilung und -bestätigung, die Baubesprechung im Werk bis zur Abholung vergingen zwei Jahre.

Letztere liegt mittlerweile bereits wieder knapp zwei Monate zurück. Der wendige kleine Vorrüstwagen, für den sich die Kameraden bewusst und mit Blick auf die vielen Einsätze auf der Autobahn entschieden haben, hat sich bereits bewährt. 50 bis 75 Prozent aller Alarmierungen leisten die Kameraden der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr auf der Autobahn.

In diesem Zusammenhang kommen Amtsdirektor Thomas Hemmerling und Amtsbrandmeister Tino Bastian auf den Dachaufbau des neuen Einsatzfahrzeuges zu sprechen. Die Ausstattung und Verwendung von Wechselverkehrsleitzeichen ist nach der Straßenverkehrsordnung nur Fahrzeugen der Polizei und der Baulastträger gestattet. Vor dem Hintergrund des schweren Unfalls auf der A2 im September 2017, bei dem zwei Feuerwehrleute der Lehniner Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz starben, suchte der Amtsbrandmeister das Gespräch mit dem Amtsdirektor und regte an, den anzuschaffenden Vorrüstwagen mit einer Wechselverkehrszeichenanlage in Auftrag zu geben - mit Blick auf die Sicherheit der Kameraden im Einsatz. Thomas Hemmerling war sofort auf seiner Seite und sagte: "Wir machen das."

Nachfolgend führten beide zig Gespräche auf Kreis- und Landesebene. Der Wahlkreisabgeordnete Günter Baaske gehörte zu ihren Unterstützern der ersten Stunde und half nach Kräften, den Weg für die Genehmigung der Wechselverkehrszeichenanlage auf dem Fahrzeug zu ebnen und eine entsprechende Ausnahmegenehmigung herbeizuführen. Mittlerweile ist der Vorstoß aus Niemegk ein Pilotprojekt im Land Brandenburg und könnte bundesweit Modellcharakter haben. "Das ist eine große Auszeichnung für unsere Freiwillige Feuerwehr", so Thomas Hemmerling. Neben der Wechselverkehrszeichnanlage ist der Mannschaftsbus mit einer Löschanlage und Türöffnungswerkzeug ausgestattet. Der Feuerwehrverein der Stadt steuerte wiederum einen Defibrillator bei, der Dank vieler Sponsoren und einer Spende der MBS angeschafft werden konnte.

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