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Digitalisierung
Bad Belzig wird Smart mit der Bad Belzig APP

Silke Kühlewind und Kathrin Lange, Roland Leisegang und Thomas Kralinski ganz digital.
Silke Kühlewind und Kathrin Lange, Roland Leisegang und Thomas Kralinski ganz digital. © Foto: P. Rückert
Pia Rückert / 15.08.2019, 10:43 Uhr
Bad Belzig "Vielleicht werde ich ja doch noch ein digitaler Mensch", sagte Bad Belzigs Bürgermeister Roland Leisegang zum Start der Bad Belzig APP. Sie ist in den APP-Stores von Android und Apple kostenfrei erhältlich.

Die APP ist eins von 202 Projekten und Teil der Digitalisierungsstrategie des Landes Brandenburg, um das Leben auf dem Land einfacher zu gestalten. So sieht es auch Thomas Kralinski, Digitalkoordinator des Landes, beim Start vor dem Rathaus. Mit der APP können nun Informationen verbreitet, Dienste und Angebote vernetzt werden. Aus der Staatskanzlei kamen dafür 65.000 Euro. "Es gab inzwischen schon Anfragen anderer Bürgermeister, die Interesse an so einer APP bekundet haben", so Kralinski. Die APP soll auch für Anwendungen der Verwaltung genutzt werden. Innenstaatssekretärin Kathrin Lange hofft, dass bis 2022 alle Verwaltungsleistungen digitalisiert sind und die Bürger dann viele Vorgänge einfacher und bequemer nutzen können. Und sie hofft natürlich auf viele Nachahmer. Das sieht auch Silke Kühlewind vom Städte- und Gemeindebund so. Das Grundmodul der APP kann ab sofort genutzt und an die Gegebenheiten der einzelnen Kommunen angepasst werden.

Mit der Ansiedlung vom Coworking Projekt Coconut in Klein Glien kam Bewegung in die Digitalisierung rund um Bad Belzig und Wiesenburg. Beim Wettbewerb der Medienanstalt Berlin-Brandenburg für ein Smart Village konnte sich Bad Belzig gegen elf sehr gute Bewerber durchsetzen. "Mit dem Zuschlag hatten wir nicht gerechnet", so Leisegang. Nun ist Bad Belzig Modellgemeinde, in der die digitalen Dienste das Leben der Menschen auf dem Land erleichtern sollen. Auch die Gemeinde Wiesenburg/Mark hat sich angeschlossen. Es wurden Ideen gesammelt und von Leuten, die sich mit diesen Medien auskennen, umgesetzt. Programmiert wurde die APP von Philipp Wilimzig von der  Firma ikusei GmbH – Berlin. Am Bildschirm konnten die Anwesenden dann verfolgen, was alles in der APP enthalten ist. Beispielsweise lassen sich Informationen zu Orten und Tourismus, zu Veranstaltungen und auch zu den Fahrplänen von Bus und Bahn finden. Auch der Märker ist vertreten. Dieses Portal kennen viele schon, kann man dort Missstände melden. Ist beispielsweise eine Straßenlaterne ausgefallen, genügt eine Mitteilung über das Formular der Seite. Mit einem Ampelsystem wird gekennzeichnet, wie der Bearbeitungsstand ist. Aber auch Förderanträge sollen künftig über die APP gestellt werden können. Vorreiter ist die LAP mit dem Projekt  "Demokratie leben". Hier ist die Antragstellung für Projekte bereits online möglich. Allerdings erst für das nächste Jahr. "Es sei denn, es gibt noch Geld", wünscht sich Koordinator Florian Görner.

Alle lokalen Akteure können Mitglied der APP werden. Wie die Abfallwirtschaft APM. Die Abfuhrtermine der verschiedenen Tonnen für die einzelnen Orte sind über die APP abrufbar. Gut für diejenigen, die den Abfallkalender nicht mehr haben und sich oft daran orientieren, welche Tonnen der Nachbar vor die Tür stellt.

Natürlich ist noch nicht alles perfekt. Deshalb bittet die Verwaltung auch um Rückmeldung der Nutzer, so dass Fehler ausgemerzt und Prozesse optimiert werden können. Das wünscht sich auch Sama Mirshahvalad. Die Chefin eines kleinen Start-Ups hat mit ihren Mitstreitern eine, einfach ausgedrückt, Mitfahr-App entwickelt, mit der sie sich an der Bad Belzig APP beteiligen möchte. Hier können Autofahrer ihre Routen und Fahrziele eingeben. Andere können nach Mitfahrgelegenheiten suchen. Das ist besonders für den ländlichen Raum interessant, der oft nur sehr schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Diese APP kann auf www.share1car.de heruntergeladen und getestet werden. Sama Mirshahvalad freut sich über Rückmeldungen der Nutzer, um die App weiter entwickeln zu können.

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