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Brücker Schnitzkunst mit langer Historie

Bärbel Kraemer / 09.09.2019, 08:33 Uhr - Aktualisiert 09.09.2019, 11:59
Brück (MOZ) Ende der 1960er Jahre versuchte sich der Brücker Walter Ehle erstmals im schnitzen. Während eines Urlaubs in einem FDGB-Ferienhotel der DDR war er mit diesem besonderen Handwerk in Berührung gekommen. Mit einem Taschenmesser kerbte er aus einem Stück Holz ein kleines Tannenbäumchen und ein Reh.G3=794016

Wieder daheim wurde bald mehr daraus. Das Interesse an seinem neuen Hobby sprach sich herum und schon bald drang die Anregung "mach einen Schnitzzirkel daraus" an sein Ohr. Diese Idee wurde am 8. Mai 1970 mit der Gründung des Schnitzzirkels des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Belzig verwirklicht.

Zwölf Mitglieder aus unterschiedlichen Berufsgruppen waren in der Gruppe zusammengekommen. Die Anfangsjahre waren von individuellen Arbeiten geprägt, die die Mitglieder selbst anfertigten.

Die Brücker Holzzschnitzer blicken auf eine lange Historie zurück. Derzeit stellen sie in den neuen Brücker Verwaltungsräumen aus.
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In der Folgezeit wurden monatliche Zusammenkünfte organisiert, die zum Ziel hatten, Erfahrungen auszutauschen und die breit gefächerten handwerklichen Fähigkeiten der Hobbyschnitzer weiterzubilden. Im Laufe der Jahre entstanden aber auch künstlerische Gemeinschaftsarbeiten, die weit über die Kreisgrenzen hinaus Bekanntheitsgrad erfuhren.

Der Schnitzzirkel des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Belzig hatte sich einen Namen gemacht, der große Wertschätzung erfuhr. Walter Ehle erzählt von komplexen Wandgestaltungen, unter anderem für die Belziger Karl-Liebknecht-Schule, Genossenschaften in der Region und das im Jahr 2000 fertig gestellte Wandbild für das Naturparkzentrum Hoher Fläming in Raben.

1990 gründete sich aus dem Schnitzzirkel der Verein Fläming Holzkunst e.V., der seine Arbeiten immer wieder einer breiten Öffentlichkeit vorstellt. Aktuell ist eine Auswahl in den neuen Räumen der Brücker Amtsverwaltung zu sehen. Am Freitag wurde diese Ausstellung durch Amtsdirektor Marco Köhler offiziell eröffnet.

Für die Brücker Schnitzer, die im kommenden Jahr die sich zum 50. Mal jährende Gründung des Schnitzzirkels und das 30-jährige Vereinsjubiläum feiern können, eine große Ehre.

Walter Ehle ist mit seinen 89 Jahren mittlerweile der älteste aktive Schnitzer in der Gruppe. Er liebt Motive aus der Natur. Hirsche, Schwäne, Wildschweine, Eichhörnchen und Pflanzenmotive zieren die Objekte und Wandbilder aus seiner Hand. Die Arbeit mit dem Holz bereitet ihm noch immer viel Freude. Er lächelt und nickt immer wieder bestätigend, als sein Mitstreiter Hermann Strübing aus Brück im Rahmen der Vernissage die Entwicklung des Schnitzzirkels und des Vereins Revue passieren lässt. Strübing erzählt vom Engagement des Vereins, von Projekttagen an Schulen, Ausstellungen, Schnupperkursen im Schnitzen und die Ausbildung von Schülern und Jugendlichen zu Hobbyschnitzern. Dennoch fehlt es den Kunsthandwerkern an Nachwuchs. "Die Ausstellung hilft vielleicht, einigen Nachwuchs zu werben", hofft Marco Köhler. Der Amtsdirektor zollt den ausstellenden Hobbyschnitzern größte Anerkennung. "Ich würde mich freuen, wenn das eine oder andere Stück vielleicht als Dauerleihgabe im Amt bleiben könnte und unsere Räumlichkeiten schmücken würde", so Köhler. "Diese Idee finde ich nicht schlecht", sagt Strübing, der an der Spitze des Vereins steht und der den Brückern bereits das hölzerne Einheitsdenkmal auf dem Platz vor der Amtsverwaltung schenkte.

Dann stehen die Exponate der ausstellenden Schnitzer im Fokus des Interesses, die den hohen qualitativen und künstlerischen Entwicklungsstand der Vereinsmitglieder widerspiegeln.

Info

Die Ausstellung des Vereins Fläming Holzkunst e.V. in den neuen Räumen der Brücker Amtsverwaltung ist bis zum 18. September montags bis freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

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