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Strohkirche Damelang
Erntedankgottesdienst in festlich geschmückter Strohkirche

Astrid und Peter Roubroek sowie Pfarrer Oliver Notzke waren stolz auf die vielen Menschen, die den Weg zum besonderen Erntedankgottesdienst nach Damenlang auf sich nahmen.
Astrid und Peter Roubroek sowie Pfarrer Oliver Notzke waren stolz auf die vielen Menschen, die den Weg zum besonderen Erntedankgottesdienst nach Damenlang auf sich nahmen. © Foto: B. Kraemer
Bärbel Kraemer / 07.10.2019, 11:30 Uhr - Aktualisiert 07.10.2019, 12:23
Damelang (MOZ) Knapp 160 Menschen entschieden sich am Sonntag Vormittag dafür, den Erntedankgottesdienst in der Damelanger Kirche zu besuchen. Dieser fand jedoch nicht wie gewohnt in der Dorfkirche statt, sondern am Ortsrand auf dem Hof des Milchviehbetriebes der Familie Roubroek.

Dort hatten die Damelanger am Tag zuvor eine Strohkirche aufgebaut. Aufgrund des regnerischen Wetters der vergangenen Woche jedoch nicht wie anfangs geplant auf dem Hof, sondern in einer der geräumigen Lagerhallen.

Als um 10.00 Uhr der Erntedankgottesdienst begann, brach die Sonne durch die Wolken. "Hätten wir das gewusst, hätten wir auf dem Hof eine Kirche mit einem Langschiff gebaut", so Pfarrer Oliver Notzke mit Blick auf die vielen Menschen.

Weil nicht alle in der Strohkirche Platz hatten, verfolgten einige draußen stehend den Gottesdienst.

Die ersten Blicke der Anwesenden gebührten allein der Kirche mit ihren Wänden aus Stroh, die sogar Fenster hatten. Der Altar, auf dem ein grobes Kreuz aus Buchenstämmen stand, war aus Heuballen gerichtet. Auf Kerzen hatten die Baumeister aus dem Dorf aus Gründen des Brandschutzes verzichtet. Links neben dem Altar hatten sie einen Traktor samt Erntekrone, rechts einen Anhänger platziert, der über und über mit Erntegaben gefüllt war.

Der Erntedankgottesdienst fand in Damelang in einer ganz besonderen Kirche statt - in einer Strohkirche.
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Am Tag zuvor waren Kinder aus dem Dorf von Haus zu Haus gegangen und hatten diese erbeten. Es war ein eindrucksvolles Bild, dass sich den Gottesdienstbesuchern bot.

Nicht minder eindrucksvoll war vermutlich auch das Bild, dass der Pfarrer empfand. Vor ihm saßen so viele Menschen, wie sonst nur an Weihnachten.

Zu Beginn des Gottesdienstes erzählte der Pfarrer, wie es zum Bau der Strohkirche gekommen war. In einer Beratung des Gemeindekirchenrates Golzow-Planebruch entstand die Idee, den Erntedankgottesdienst jährlich wechselnd bei den Agrarunternehmen zu feiern, die Äcker der Kirchengemeinde bestellen und "damit auch für unser tägliches Brot sorgen", so der 38-Jährige. Als er im Juni mit dieser Idee bei den Roubroeks in Damelang vorsprach, sagten diese sofort zu und waren am Sonntag nicht minder Stolz darauf, wie viele Menschen sich auf den Weg zu ihnen und in die mit den Früchten des Herbstes festlich geschmückte Strohkirche machten.

Der Erntedankgottesdienst fand in Damelang in einer ganz besonderen Kirche statt - in einer Strohkirche.
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Die Kinder der Christenlehre steuerten ein Theaterstück für den Erntedankgottesdienst bei. Mit ihrer Gemeindepädagogin Liane Berlin hatten sie sich im Vorfeld mit Fontanes Gedicht des "Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" auseinandergesetzt. In der Strohkirche von Damelang setzten sie die Ballade in Szene und spiegelten wieder, dass sie nicht an Aktualität verloren hat. Dass einander zu helfen und dankbar zu sein, nicht nur am Erntedanktag nötig ist. Deshalb hatte sich die Gemeinde vorab auch entschieden, die Erntedankgaben der Tafel in Brandenburg zur Verfügung zu stellen.

Im Anschluss an den Gottesdienst lud Peter Roubroek zu einem Rundgang über den Hof ein. Danach wurden zwei Bäumchen gepflanzt - ein Apfel- und ein Birnenbaum. "Auch das soll eine Tradition werden", so Pfarrer Oliver Notzke.

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