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Brandenburg an der Havel
Uta Ewert ist die Beschützerin der Straßenkatzen

Anja Linckus / 18.11.2019, 15:37 Uhr - Aktualisiert 18.11.2019, 18:58
Brandenburg/Mittelmark. (BRAWO) Sie finden sich auf verwilderten Grundstücken, in verlassenen Fabrikgeländern oder in Gartensparten - frei lebende Katzen.

Häufig sind sie die Nachkommen von nicht kastrierten Hauskatzen oder auch ausgesetzten Tieren. Viele von ihnen sind krank, unterernährt oder verletzt. Ihr Schicksal interessiert kaum jemanden, obwohl sie auf die Hilfe der Menschen angewiesen sind. Eine die nicht wegsieht ist Uta Ewert. Seit 19 Jahren engagiert sie sich dafür das Elend der Straßenkatzen zu verringern. Allein in diesem Jahr hat sie mit der von ihr gegründeten Katzenhilfe Kloster Lehnin über 100 frei lebende Katzen und Kater nicht nur in Kloster Lehnin sondern auch in der Stadt Brandenburg, Groß Kreutz, Wollin und Weseram zumeist selbst eingefangen, tierärztlich versorgen und kastrieren lassen.

Denn nur die konsequente Kastration von domestizierten Freigängern und frei lebenden Katzen hilft unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden und die Zahl der Straßenkatzen nicht weiter anwachsen zu lassen. So erreichen Uta Ewert jedes Jahr Hilferufe von Menschen, die den Sommer über eine zugelaufene oder streunende Katze gefüttert haben, die nun plötzlich mit Kitten wiederkommt. "Das ist ein großes Problem. Denn anders als oft angenommen können diese zumeist sehr scheuen Tiere nicht in einem Tierheim aufgenommen werden weil sie dort weder gehändelt werden können noch eine Chance auf Vermittlung haben", erklärt die engagierte Tierschützerin. Was bleibt ist die Tiere weiter zu füttern und im entsprechenden Alter einzufangen und zu kastrieren. Nicht selten wird Uta Ewert auch um Unterstützung gebeten, wenn es schon fast zu spät ist und nicht nur eine Katze und ihr Nachwuchs Hilfe brauchen, sondern schon eine größere Ansammlung Tag für Tag um Futter bettelt und ums Überleben kämpft. "Die Ursachen dafür sind ganz verschieden. Manchmal sind die Menschen einfach überfordert oder haben den Überblick verloren. Andere wissen einfach nicht an wen sie sich wenden können um Hilfe zu bekommen", weiß Uta Ewert und rät: "Wer Hilfe beim einfangen, kastrieren und versorgen seiner Tiere braucht, der kann sich an den örtlichen Tierschutzverein oder an das für ihn zuständige Amt wenden und nachfragen." Zudem bittet sie auch Familien, Freunde und Nachbarn nicht wegzusehen und das Elend der Tiere hinzunehmen, sondern den Katzen zu helfen. 

"Das Problem löst sich nicht allein, im Gegenteil, es wird immer schlimmer", so Uta Ewert, die nach ihrer Arbeit nicht nur Kastrationen organisiert und Tierarztfahrten übernimmt, sondern auch noch sechs kontrollierte Futterstellen mit insgesamt 21 Tieren betreut. Jeden Tag fährt sie zu ihren Schützlingen, versorgt sie und bringt sie im Bedarfsfall zum Tierarzt. Ohne die Tierschützerin sähe das Leben dieser Katzen bedeutend schlechter aus. "Jede dieser Katzen hat eine sensible Persönlichkeit und kann nichts für ihr Schicksal. Sie alle haben es verdient, dass man sich um sie kümmert. Es macht mich wirklich traurig, dass oft so achtlos mit ihnen umgegangen wird", erklärt Uta Ewert ihren selbstlosen Einsatz. Gleichwohl würde sie sich noch viel mehr Menschen wünschen, die sich aktiv im Tierschutz engagieren und sie bei ihrer Arbeit unterstützen würden.

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