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Damwild bei Buchholz gerissen
Wolfsmanagement im Land ohne Konzept?

Gerissenes Damwild in Buchholz.
Gerissenes Damwild in Buchholz. © Foto: R. Heinisch
Bärbel Kraemer / 09.03.2020, 11:30 Uhr
Buchholz Es ist wieder passiert. Zum zweiten Mal innerhalb von 18 Monaten ist in Buchholz ein nicht gerade kleiner Damhirsch gerissen worden. "Der letzte Vorfall ereignete sich nur etwa 100 Meter von meinem Haus und nur rund 25 Meter vom Nachbarhaus entfernt", sagt Rudi Heinisch aus Buchholz.

Diese Ereignisse sorgen im Dorf für Ängste, die dem Jagdpächter nicht verborgen bleiben. Er sagt: "Ich kann das gut verstehen" und ergänzt: "Ich bin keineswegs grundsätzlich gegen den Wolf. Aber wenn die Entwicklung so weitergeht, dann bekommen wir ein Problem in unserem Land." Er wertet den neuerlichen Fall als weiteres Alarmzeichen. Heinisch, der seit mehr als vier Jahrzehnten die Befähigung zur Ausübung der Jagd besitzt, hat im vergangenen Jahr in seiner Heimat in Niedersachsen eine Ausbildung zum Wolfsberater absolviert. Nach Ende der Weiterbildung stand für ihn fest, nicht als solcher tätig sein zu wollen. Grund dafür ist das Wolfsmanagement in Deutschland, dass nach seiner Ansicht "ohne Konzept" ist. Er warnt: "Der Wolf ist ein Großraumtier, dessen Reproduktionsrate enorm ist. Seine Ausbreitung braucht dringend Augenmaß". Des Öfteren bekommen Weidgenossen wie er den Wolf in ihren Revieren zu Gesicht. Isegrim ist ohne Scheu unterwegs. Deshalb hat Rudi Heinisch die Buchholzer offiziell gewarnt. Er sagt: "Es geht mir nicht darum, Angst zu schüren. Ich bin auch nicht gegen den Wolf. Aber ich warne davor, die Angelegenheit zu verharmlosen".

Entgegen offizieller Schätzungen, wonach von aktuell etwa 1.800 Wölfen in Deutschland ausgegangen wird, glaubt Heinisch, dass der Bestand höher ist.

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