Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Nach Unfall in Groß Kreutz
Feuerwehrleute beklagen zu wenig Schulung für Unfälle mit Elektroautos

Das ausgebrannte Unfallwrack eines Autos steht an einem Baum. Eine junge Fahrerin ist in Groß Kreutz bei Potsdam mit dem Auto gegen einen Baum geprallt und darin verbrannt. Es sei schwierig gewesen, die Frau in dem Elektroauto zu bergen, sagte ein Polizeisprecher. Feuerwehrleute hätten versucht, mit dem Kühlen von Akkus zu verhindern, dass die Batterien in dem Fahrzeug explodieren.
Das ausgebrannte Unfallwrack eines Autos steht an einem Baum. Eine junge Fahrerin ist in Groß Kreutz bei Potsdam mit dem Auto gegen einen Baum geprallt und darin verbrannt. Es sei schwierig gewesen, die Frau in dem Elektroauto zu bergen, sagte ein Polizeisprecher. Feuerwehrleute hätten versucht, mit dem Kühlen von Akkus zu verhindern, dass die Batterien in dem Fahrzeug explodieren. © Foto: Julian Stähle/dpa
dpa / 29.07.2020, 13:20 Uhr - Aktualisiert 29.07.2020, 18:02
Groß Kreutz (dpa) Nach einem tödlichen Unfall mit einem brennenden Elektroauto am Dienstagabend in Groß Kreutz bei Potsdam hat die örtliche Feuerwehr mangelnde Schulung beklagt.

"Was passiert, wenn Hochspannungsteile unter Strom stehen, wie gefährdet sind die Kameraden. Diese Fragen muss man sich stellen", sagte Kristian Titsch, Leiter der Gemeindefeuerwehr Groß Kreuz, am Mittwoch auf Anfrage.

Er hatte den Einsatz mit etwa 30 Kameraden von mehreren Feuerwehren aus der Umgebung geleitet. Es war nach seinen Angaben der erste Brand eine Elektroautos nach einem Unfall im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Am Dienstagabend war eine 19-Jährige von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Das Fahrzeug geriet in Brand. Die Fahrerin konnte nicht gerettet werden.

Vor Ort sei es schwierig, zu unterscheiden, ob es sich um ein herkömmliches Auto oder eines mit einem Alternativantrieb handele. "Wenn ein Fahrzeug brennt, ist der Antrieb nicht auf dem ersten Blick zu erkennen", sagte Titsch. Er habe auch gestaunt, wie schnell sich das Feuer ausbreitete. Gefährlich seien bei einem Brand die Akkus, in denen unter anderem Lithium verbaut werde, dass hohe Hitze entwickle.

Normalerweise werde mit einem Schlauch und Wasser gelöscht, sagte Titsch. Bei E-Fahrzeugen sei das nicht möglich. Teile könnten unter Hochspannung stehen. Zudem würden brennende Aluminiumteile große Hitze ausstrahlen. Um ein Elektrofahrzeug kontrolliert ausbrennen zu lassen, werde es von einem Kran in einen Tank gehoben und dort unter Wasser gesetzt. "Das muss dann aber als Sondermüll entsorgt werden", sagte er. Aus einer Sicht fehlten Informationen für die Brandbekämpfung. "Jedes Automodell hat sein eigenes System", sagte Titsch.

Unfälle mit Elektrofahrzeuge seien für die Feuerwehrleute eine neue Herausforderung, betonte Frank Kliem, Vizepräsident des Brandenburger Feuerwehrverbandes. Spezielle Schulungen zum Umgang bei Bränden mit den Fahrzeugen gebe es nicht. Über die jeweiligen Einsatzstellen der Feuerwehr würden die Kameraden aber mit Informationen versorgt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Ralf H. Janetschek 02.08.2020 - 11:34:19

E-Auto geht bei Unfall in Flammen auf

Für den Fall, daß weitere Elektroautos ein Opfer der Flammen werden, könnte sich das Wasserproblem in Grünheide schneller erledigen, als es sich manche Kritiker wünschen. Quelle https://deutsch.rt.com/inland/105044-e-auto-geht-bei-unfall/ und https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/07/brandenburg-potsdam-mittelmark-e-auto-brand-feuerwehr-batterien.html

Ralf H. Janetschek 29.07.2020 - 19:40:56

Wer sich in Gefahr begibt ....

Wer sich in in Elektroauto setzt, dem kann offensichtlich auch die Feuerwehr nicht mehr helfen. Wer sich in Gefahr begibt, kann darin umkommen.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG