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Kommunen
Hausbesuche bei Migranten

Spricht von einer Zuständigkeitslücke: Oberhavel-Landrat Ludger Weskamp (SPD) sieht Abstimmungsbedarf zwischen Bund, Land und Kommunen.
Spricht von einer Zuständigkeitslücke: Oberhavel-Landrat Ludger Weskamp (SPD) sieht Abstimmungsbedarf zwischen Bund, Land und Kommunen. © Foto: dpa/Bernd Settnik
Ulrich Thiessen / 22.02.2018, 09:00 Uhr
Potsdam (MOZ) Brandenburgs Kommunen brauchen mehr Sozialarbeiter für Migration. Diese Forderung erhob der Geschäftsführer des Landkreistages, Paul-Peter Humpert, am Mittwoch im Sozialausschuss des Landtages. Nach dem Auszug aus Gemeinschaftsunterkünften müssten Migranten noch zwei bis drei Jahre mit Hausbesuchen betreut werden. Laut Humpert sollten die Kontakte alle ein bis zwei Wochen stattfinden. Es gehe dabei um Beratungen für die Schulanmeldung von Kindern oder die Vorbereitung von Arztbesuchen.

Gerade im ländlichen Raum sieht Humpert eine solche Betreuung als erforderlich an. Andernfalls würden die Asylbewerber in größere Städte ziehen, wo sie Rat in der Flüchtlingscommunity suchen. Das Land hat bereits im aktuellen Entwurf zum Nachtragshaushalt Geld für 320 Sozialarbeiter eingeplant, die die Integration in den Kommunen begleiten sollen.

Ludger Weskamp (SPD), Landrat von Oberhavel, sprach von einer Zuständigkeitslücke, sobald Flüchtlinge einen Aufenthaltstitel erworben haben und aus Gemeinschaftsunterkünften ausziehen können. Das sei zwischen Bund, Land und Kommunen nicht geregelt. Er berichtete aus seinem Kreis, dass zusammen mit den kommunalen Wohnungsunternehmen Asylbewerber einen sogenannten Wohnungsführerschein erwerben können. Dabei werden sie über Rechte und Pflichten von Mietern informiert.

Maren Dieckmann, Sozialbeigeordnete der Stadt Cottbus, schlug die Einrichtung von Integrationsbudgets vor. Kommunen sollten selber über Mittel zur Integration entscheiden können. Als Beispiel nannte sie prekäre Situationen auf einigen Schulhöfen der Stadt. Statt Polizei und Ordnungsamt in den Pausen patrouillieren zu lassen, sollte die Kommune zeitweilig Dolmetscher und Sozialarbeiter einsetzen können, um zwischen Kindern und zum Teil Elterngruppen zu vermitteln. Der Fraktionschef der Linken, Ralf Christoffers, hatte sich Anfang der Woche dafür ausgesprochen, den Kreisen und kreisfreien Städten eine Pauschale für die Integration zu zahlen, statt den Leerstand in Heimen zu finanzieren.

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Norbert Wesenberg 23.02.2018 - 07:16:17

"Nach dem Auszug aus Gemeinschaftsunterkünften müssten Migranten noch zwei bis drei Jahre mit Hausbesuchen betreut werden."

Der Witz ist gut. Wie jüngst die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) feststellen musste, haben sich ca. tausend Flüchtlinge einfach in Luft aufgelöst und sind nicht mehr auffindbar. Auf die RBB Nachfrage, ob darunter auch sogenannte Gefährder sind, gab es zur Antwort: Das kann nicht ausgeschlossen werden. Ja, wann merkt man denn endlich, das unter denen etliche sind , die uns hier für dumm verkaufen wollen? Demnächst erzählt man uns , das die fehlenden 1000 Flüchtlinge längst integriert sind und deshalb nicht mehr auftauchen. Fragt sich nur Wo und in Was.

h b 22.02.2018 - 19:43:22

Mieter?

Der "Wohnungsführerschein" ersetzt die Wohnung, wie lustig! Als wenn das auch nur im Ansatz das Problem der fehlenden Wohnungen lösen würde. Eine vernünftige Beratung wäre gut.

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