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Hanka Mittelstädt, Chefin von Pro agro, ist als Kandidatin für den Landtag im Gespräch

Kandidatenvorschlag
Überraschung in der SPD

Hanka Mittelstädt in ihrem Betrieb Ucker-Ei in Zollchow.
Hanka Mittelstädt in ihrem Betrieb Ucker-Ei in Zollchow. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 13.06.2018, 06:30 Uhr
Prenzlau (MOZ) Nach dem für sie herben Verlust des SPD-Landratsmandats müssen sich die Sozialdemokraten anstrengen, wollen sie ihre Stellung in der Uckermark halten. Denn im Herbst 2019 finden die Landtagswahlen statt. Im Gespräch ist ein vertrautes Gesicht.

Sie ist mit ihren 31 Jahren jung, beliebt und von Natur aus heiter. Hanka Mittelstädt, Unternehmerin aus der Uckermark, könnte der neue Hoffnungsschimmer für die SPD im Wahlkreis I (Angermünde/Prenzlau) werden. Sie ist gerade der SPD beigetreten. Die Sozialdemokraten würden sie gern als Nachfolgekandidatin für den bisherigen Landtagsabgeordneten Uwe Schmidt sehen. Der frühere Banker und ehemalige Chef der Uckermark-Sparkasse hatte bereits bei seiner Nominierung klargestellt, nur eine einzige Legislaturperiode die Landtagsluft schnuppern zu wollen. Schmidt steht zu seinem Wort. Damit muss die SPD schon jetzt einen Bewerber aufbauen, will sie das Direktmandat im Raum Angermünde/Prenzlau halten. Es geht dabei um mehr, schließlich handelt es sich um den früheren Wahlkreis des einstigen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck. „Sie ist eine junge Kraft, die mit gutem fachlichen Hintergrund kandidieren würde“, sagt Uwe Schmidt.

Mit Hanka Mittelstädt würde den Sozialdemokraten eine Überraschung gelingen. Denn bisher kennt sie die Öffentlichkeit nicht so sehr aus dem Polit-Geschäft, sondern aus der Landwirtschaft. Sie entstammt einem alteingesessenen bäuerlichen Familienbetrieb und hat aus eigener Kraft und Überzeugung das Ucker-Ei erfolgreich aufgebaut. Wegen ihrer Ausstrahlungskraft gelang ihr auch der Sprung in den Landesverband Pro agro, wo sie für drei Jahre zur Vorsitzenden gewählt wurde und sich für Landwirtschaft, Direktvermarktung und Tourismus einsetzt.

Warum nun also die Politik? „Ich bin gefragt worden, ob ich mir das vorstellen könnte“, sagt Hanka Mittelstädt. „Und ich könnte es mir vorstellen.“ Sie weiß, dass es häufig an politischen Kadern mit wirtschaftlichem Hintergrund mangelt. Insofern würde die junge Unternehmerin mit Erfahrungen aus Wirtschaft und Landwirtschaft schon fast eine Rarität darstellen. Als der Gegenwind gegen ihre zweite Legehennen-Anlage von Kritikern einer Initiative stärker wurde, übten SPD und Bauern den Schulterschluss. Für diese Schützenhilfe zeigt sie noch heute Dankbarkeit.

Nominiert werden müsste sie von ihrem Ortsverein Prenzlau. Doch da gibt es noch einen möglichen Kandidaten, den Vorsitzenden Stefan Krüger. Der Integrationsbeauftragte der Uckermark ist 40 Jahre alt, seit über zehn Jahren aktiv und wäre ebenso geneigt, seinen Hut ins Rennen zu werfen. Doch noch ist nichts entschieden.

„Die Vereine müssen die Aufstellung ihrer Kandidaten erstmal selbst klären“, informiert der SPD-Unterbezirksvorsitzende und parlamentarische Staatssekretär Stefan Zierke. Insofern sieht er es auch mit einer gewissen Beruhigung, dass sich neue Köpfe für das Polit-Geschäft finden lassen. Im Schwedter Wahlkreis gilt es als unumstößlich, dass Mike Bischoff erneut um das Landtagsmandat kämpft. Aber im Templiner Raum stehen derzeit Kandidaten nicht gerade Schlange, meint Stefan Zierke. „Ein Wahlkampf kostet Geld, und den größten Teil zahlen die Kandidaten leider selbst. Die Demokratie lebt aber von Menschen, die sich engagieren.“

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