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Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Landkreises aus Prenzlau, Templin, Angermünde und Schwedt

Jubiläum
Uckermark feiert Silberhochzeit

Michael Dietrich / 17.12.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 17.12.2018, 06:59
Prenzlau (MOZ) Mit einer Festveranstaltung  hat der Landkreis Uckermark am Sonnabend sein 25-jähiges Bestehen gefeiert. Zur Silberhochzeit der Altkreise Angermünde, Templin, Prenzlau und der Stadt Schwedt gab es für die 180 Gäste Festreden, Musik von den Preußen und ein Stehbüfett.

Nach anderthalb Stunden Reden und Musik im Plenarsaal war sich das Publikum nicht ganz einig. Einerseits gab es Lob für die sehr persönliche Ansprache von Landrätin Karina Dörk, für den interessanten Ausflug in die Historie der Uckermark durch den früheren Kreistagsvorsitzenden Roland Resch und vor allem für die klaren Worte, die Leipa-Geschäftsführer Peter Probst aus Sicht der Wirtschaft fand, auch zu den Dingen, die noch nicht so toll sind. Es gab aber auch kritische Töne, dass die Feier etwas lieblos, hölzern daher kam.

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Ein Film über 25 Jahre Uckermark kam nicht zustande, dafür lief ein älteres Imagefilmchen der ICU. Die Datenschutzverordnung habe auch einen Kreiskalender zum Jubiläum aus eingesandten Fotos von Bürgern torpediert und das Preußische Kammerorchester spielte Tschaikowski unter eingeblendeter Werbung des japanischen Technikkonzerns NEC. Jemand hatte das Beamer-Standbild angelassen.

Auch Akteure  aus den Anfangsjahren des 1993 neu gebildeten Landkreises waren als Gäste gekommen. Unter ihnen Peter Schauer, Ex-Bürgermeister von Schwedt, damals Leiter der Arbeitsgruppe Kreisneugliederung. Die früheren Landräte Benthin, Schmitz und Schulze waren verhindert.

Karina Dörk fand leidenschaftliche Worte für die Uckermark als Erfolgsgeschichte und lebens- und liebenswerte Heimat, dankte allen Bürgern, die sich dafür eingesetzt hatten, dass die Uckermark ihre Eigenständigkeit behielt und ehrte Wolfgang Banditt (CDU), Sieglinde Knudsen (Linke), Gerd Regler (FDP) und in Abwesenheit Frank Bretsch (SPD), die seit 25 Jahren Mitglied im Kreistag sind und stieß mit vielen der 180 Gäste mit Sekt auf die Zukunft der Uckermark an.

Minister a.D. Roland Resch hatte sich für seine Festrede weit in die 1500-jährige Geschichte begeben, erinnerte an den Vertrag von Landin, Kartoffelbefehle und die Suche nach „tauglichen Subjekten“ für die ersten Landräte 1776. Er erinnerte daran, dass er als Landrat und der Kreistag von Templin gegen die Uckermark-Hochzeit war, an die überstürzte Neugliederung in Zeiten, als die Bürger ganz andere Sorgen hatten, und an den tumultartigen ersten Kreistag.

Eine Rede aus Sicht der Wirtschaft hatte sich die Landrätin, vorher selbst Unternehmerin, ausdrücklich gewünscht. Peter Probst, Unternehmer der Uckermark 2018, gelang es, den oft engen, auf sich selbst konzentrierten Blick von Kreispolitik in diplomatischer Art auf wirtschaftliche Aspekte zu richten. Er lobte die faszinierende Natur, über die sich die Uckermark glücklich schätzen müsse, benannte aber ebenso klar Fakten wie die Strukturschwäche und den Bevölkerungsrückgang. Anhand der Milliarden an Investitionen der Industrie und dem Bruttoinlandsprodukt von 3,4 Milliarden Euro, das die Uckermark  erwirtschaftet, hob Probst die Bedeutung der Industrie und ihrer zwei großen Schwerpunkte Erdölverarbeitung und Papierproduktion in Schwedt hervor. Diese Industrie, zahlreiche kleine  und mittelständische Unternehmen und die Menschen, die dort arbeiten, brauchen eine bessere Infrastruktur, forderte Probst.

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Hans Otto Gerlach 17.12.2018 - 09:41:47

Kommentar: Melancholie des stillen Glücks

Der Kommentar drückt aus, was nicht ausgesprochen wurde, aber doch gegenwärtig war. Zwiespältiges war mit dieser „Feier“ verbunden. Gibt es für einen Landkreis einen Grund, sich selbst zu feiern? Würden alte Wunden wieder aufgerissen? Hat die Kreisgebietsreform 1993 nicht Verwerfungen zur Folge gehabt, die bis heute nicht vergangen sind? Ein Landkreis ist, juristisch gesehen, eine Gebietskörperschaft und wenn er darüber hinaus auch landsmannschaftlich eine Einheit darstellt, dann hat so etwas sich in historischen Zeiträumen herangebildet und ist nicht durch eine Gebietsabgrenzung auf der Landkarte herzustellen. Der Landkreis ist Gemeindeverband, heisst es in der Kommunalverfassung und erfüllt die die Leistungsfähigkeit der Gemeinden übersteigenden öffentlichen Aufgaben. Er ist somit keine Oberregierung über den Gemeinden (was allzu oft vergessen wird). Zur Einheit des Landkreises trägt „der Landkreis“ bei durch z.B. eine einheitliche Verkehrsgesellschaft, eine Abfallgesellschaft, den Rettungsdienst, die ihm per Gesetz zugeordneten Aufgaben wie die Versorgung der Menschen in Krankenhäusern , die Verteilung von Mitteln aus Bund und Land für Kitas, Schulen, Hartz IV usw. Aber getragen wird das von den Gemeinden nur, wenn sie sich darin wiederfinden. Nirgends zeigt sich deutlicher, wo die Menschen sich wirklich zu Hause fühlen, als an den Autokennzeichen. Ist das nicht gleichzeitig Aufforderung für „den Landkreis“?

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