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Erste Sitzung
Wolfgang Banditt ist neuer Kreistagschef Uckermark

Wolfgang Banditt mit Blumen auf dem Weg ins Präsidium: Der altgediente CDU-Politiker hat von allen anderen Fraktionen des uckermärkischen Kreistags den Vortritt erhalten. Er wurde mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden der 6. Wahlperiode bestimmt.
Wolfgang Banditt mit Blumen auf dem Weg ins Präsidium: Der altgediente CDU-Politiker hat von allen anderen Fraktionen des uckermärkischen Kreistags den Vortritt erhalten. Er wurde mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden der 6. Wahlperiode bestimmt. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 20.06.2019, 09:45 Uhr
Prenzlau (MOZ) Er hat es sich lange gewünscht – am Ende ist sein Traum in Erfüllung gegangen: Wolfgang Banditt aus Gartz sitzt für die nächste Legislaturperiode als Vorsitzender von 50 Abgeordneten im Präsidium des Kreistags Uckermark. Sein Platz ist damit direkt an der Seite von Landrätin Karina Dörk, die wie er das CDU-Parteibuch trägt. Banditt gehört zu den alten Hasen des Kreisparlaments, hat vom ersten Tag des 1993 gebildeten Großkreises ein Mandat für die Union, saß als stellvertretender Vorsitzender viele Jahre ganz vorn und übernahm zwischenzeitlich den Fraktionsvorsitz der CDU.

Bei der Wahl des neuen Kreistagsoberhaupts stand Banditt nun ganz allein auf der Kandidatenliste. Damit haben ihm alle anderen Fraktionen den Vorrang für diesen Posten gelassen. Dennoch ging es gleich zu Beginn der ersten Abstimmung auf der konstituierenden Sitzung mit Spannung zu: Es wurde geheim gewählt. Das Ergebnis: Mit immerhin 9 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen schickten 34 Abgeordnete den Neuen an die Spitze, der sichtlich gerührt die Gratulationen von der Landrätin und Fraktionsmitgliedern in Empfang nahm.

AfD-Mann fällt bei Wahl durch

Eröffnet wurde der Kreistag von dem an Lebensjahren ältesten Mitglied – Hans-Otto Gerlach (CDU) aus Berkholz-Meyenburg. Der sprach dem bisherigen Kreistagsvorsitzenden Wolfgang Seyfried (SPD) seinen Dank für die Arbeit der Vergangenheit aus. Seyfried – mit übergroßer Mehrheit von 44 Stimmen gewählt - sitzt nun als zweiter Stellvertreter weiter im Präsidium. Die AfD-Fraktion schlug Frank Düpre zum zweiten Stellvertreter vor. Doch fiel der mit 25-Nein-Stimmen bei 19-Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen im ersten Wahlgang durch. Damit gab es schon nach wenigen Minuten die erste Auszeit. Daraufhin schlug die AfD Christian Bork vor, der es im ersten Durchgang schaffte.

Insgesamt ist der Kreistag bunter geworden. Es gibt mehr Fraktionen und keine direkte Mehrheit. Eine Kooperation mit anderen Parteien – wie es in der Vergangenheit zwischen SPD, Linken und FDP der Fall war, soll es nach Angaben vom CDU-Kreisvorsitzenden Jens Koeppen nicht geben. "Bindende Vorabsprachen gehen an vielen Abgeordneten vorbei und sind für diese frustrierend." Man spreche daher mit jeder Kreistagsfraktion und hoffe, dass nicht blockiert werde.

Ähnlich äußert sich die SPD. Man werde mit allen demokratischen Parteien zusammenarbeiten, so Fraktionschef Frank Bretsch. Bei der AfD wolle man allerdings sehr genau hinschauen, in welche Richtung Entscheidungen gingen. An den Aufbau eines neuen künftigen Landratskandidaten denkt Bretsch derzeit nicht. Seine Partei wolle die Zusammenarbeit mit der Landrätin nicht belasten.

Schon mehr Zurückhaltung gegenüber den acht neuen Kreistagsmitgliedern der AfD haben die Linken. Es bestünden grundsätzlich zwar keine Berührungsängste, so Fraktionsvorsitzender Axel Krumrey, aber es gebe eben durchaus berechtigte Vorbehalte bei einigen Mitgliedern.

"Wir sind bereit, mit jedem zusammenzuarbeiten", wiederholt AfD-Fraktionschef Hannes Gnauck. "Schade" fand er Äußerungen zu seiner Partei im Vorfeld des Kreistags. Dass Frank Düpre durchgefallen ist, verbucht er unter "Persönliches". Man habe schon damit gerechnet. Bei der künftigen Arbeit wolle man nun eine Alternative anbieten zu den Altparteien.

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Banditt Frank Bretsch Kreistagschef Jens Koeppen Präsidium

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