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Polarisierung und Populismus im politischen Tagesgeschäft nehmen zu. Jetzt will die Uckermark stärker den Dialog suchen.

Politik
Aufruf zum ersten Fest der Demokratie in der Uckermark

Viele Hände helfen mit: Zum Demokratiefest soll es zahlreiche Aktionen im Innenhof der Kreisverwaltung geben, darunter ein Demokratie- Quiz mit attraktiven Preisen, die Unternehmen gestiftet haben.
Viele Hände helfen mit: Zum Demokratiefest soll es zahlreiche Aktionen im Innenhof der Kreisverwaltung geben, darunter ein Demokratie- Quiz mit attraktiven Preisen, die Unternehmen gestiftet haben. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 07.08.2019, 06:45 Uhr
Prenzlau (MOZ) Erstmals widmet die Uckermark der Demokratie ein eigenes Fest. Es findet am 17. August auf dem Hof der Kreisverwaltung in Prenzlau statt. Meinungsäußerung und Mitbestimmung sollen dabei gerade im Wahljahr 2019 angesprochen werden. Denn viele Politiker der Region sind in Sorge über die Werte, die vor 30 Jahren im Osten Deutschlands auf der Straße erstritten wurden. "Der öffentliche Diskurs hat sich radikalisiert", so die Einschätzung von Henryk Wichmann, Sozialdezernent der Kreisverwaltung. Zu wenig Menschen machen seiner Ansicht nach von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

In den Nachwendejahren habe die Wahlbeteiligung bei über 90 Prozent gelegen, erinnert Hendrik Sommer, Bürgermeister von Prenzlau. "Jetzt geht sie immer weiter runter." Man müsse sich daher um die Freiheit kümmern und die Leute bewegen, wieder mitzumachen.

Landrätin Karina Dörk will nun mit dem Demokratiefest Bürger der Uckermark ermuntern, sich aktiv in demokratische Prozesse einzubringen, sich zu engagieren. Ähnlich wie zu Beginn der 1990er-Jahre soll der Dialog gefördert werden. Und so sind alle Kreistagsfraktionen an diesem Tag dabei, um mit Gästen ins Gespräch zu kommen. Denn auch die ehrenamtlichen Lokalpolitiker wissen: Häufig kennen sich die Menschen in der Region nur wenig oder gar nicht mit den politischen Gegebenheiten aus. Das ist an der Bürgerbeteiligung der Kreistagssitzungen zu spüren. Im Publikum sitzen meist nur Leute, die gerade von einem Beschluss betroffen sind oder ein persönliches Problem vortragen.

Politiker fast aller Fraktionen berichten von verbalen Angriffen, die gerade in Wahlkampfzeiten zunehmen. Es gibt sogar Drohungen. Gerade im Internet fühlen sich Nutzer offenbar bemüßigt, ihrem Ärger freien Lauf zu lassen. Von zunehmend polarisierender Darstellung von Meinungen spricht Thomas Hacker, Chef der Uckermärkischen Dienstleistungsgesellschaft. Das kreiseigene Unternehmen beteiligt sich wie andere Firmen am Demokratiefest. Ebenso die Sparkasse Uckermark. "Wir erleben die Fragestellung, ob unsere Gesellschaft in der Lage ist, Demokratie aufrecht zu erhalten", so Wolfgang Janitschke vom Vorstand. Man müsse nicht die Meinung anderer teilen, aber mit allen reden, sagt Jürgen Bischof von der Uckermärkischen Kulturagentur.

Frauen in die Politik

Die Veranstalter hoffen, mit einem Mix aus Unterhaltung und politischem Gespräch möglichst viele Menschen zu erreichen. Einen Schwerpunkt bildet das Thema "Frauen in der Politik". Dazu gibt es eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Landtagskandidaten, moderiert von Marianne Wendt vom Deutschen Gewerkschaftsbund. Hintergrund ist die abnehmende Beteiligung von Frauen an Wahlmandaten.

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