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Vor 15 Jahren wurde die Uckermärkische Kulturagentur unter vielen Anfeindungen und Finanzsorgen gegründet.

Musik
15 Jahre Uckermärkische Kulturagentur

Das sind die Preußen heute: Das beliebte Orchester gehört zu den wichtigsten Kultureinrichtungen im Norden Brandenburgs. Die Musiker geben rund 120 Konzerte und Auftritte pro Jahr. Träger ist die Uckermärkische Kulturagentur.
Das sind die Preußen heute: Das beliebte Orchester gehört zu den wichtigsten Kultureinrichtungen im Norden Brandenburgs. Die Musiker geben rund 120 Konzerte und Auftritte pro Jahr. Träger ist die Uckermärkische Kulturagentur. © Foto: Franz Roge
Oliver Schwers / 08.08.2019, 06:30 Uhr
Prenzlau (MOZ) Unter einem denkbar ungünstigen Stern wurde einst die Uckermärkische Kulturagentur zur Rettung des Preußischen Kammerorchesters gegründet. Doch sie hat sich allen Unkenrufen und Widersachern zum Trotz bis heute gehalten. Jetzt ist sie 15 Jahre alt. Zeit für eine Bilanz. "Ich habe immer daran geglaubt", so Jürgen Bischof, Chef der Kulturagentur. Zwar ist die Finanzierung des etablierten und sehr gefragten Orchesters eine immer wieder zeitraubende und existenzrettende Frage, doch dürfte heute niemand mehr am Bestand der Preußen zweifeln.

Das war 2004 anders, als durch explodierende Kosten alle Musiker und Angestellten plötzlich entlassen wurden, weil der Kreis als Geldgeber die Notbremse zog. 500 000 Euro jährlich und nicht mehr – so viel sollte das Ensemble erhalten. Das war im Grunde nur noch die Hälfte. "Als Kulturvernichter wurden der Landrat und ich damals bezeichnet", erinnert sich Jürgen Bischof. Auch er erhielt seine Entlassung.

18 Musiker spielten früher bei den Preußen, heute sind es 12. Dazu kommen sechs Beschäftigte in der Kulturagentur, mit Technikern, Verwaltung und dem Direktor. "Es war der richtige Weg", sagt Bischof, obwohl er viel Kritik einstecken musste. "Wir haben uns aber einen guten Ruf erarbeitet."

Kulturanker in der Region

Der Freundeskreis des Orchesters überwacht als einziger Gesellschafter die Finanzen. Der Kreis zahlt für eine genau definierte Leistung seine halbe Million jährlich. Das Zittern um die Mittel hat aufgehört, seitdem es der Uckermark deutlich besser geht und Mehrjahresverträge geschlossen werden. Vom Land bekommt die Kulturagentur einen Personalkostenzuschuss von 170 000 Euro. "Dieses Modell ist der einzig richtige Weg", meint Bischof. "Man sieht uns inzwischen als Kultur-­anker in der Region."

Rund 120 Konzerte und Auftritte haben die Preußen im Jahr. Einen erheblichen Teil ihres Budgets erwirtschaften sie vornehmlich durch Gastspiele. Seit 2010 leitet die Kulturagentur auch den Uckermärkischen Orgelfrühling. Die Reihe gibt es in dieser Form kein zweites Mal in Deutschland. Und seit 2012 ist auch die Regie über das berühmte Bebersee-Festival hinzugekommen, das im früheren Flugzeughangar auf dem alten Militärflugplatz Groß Dölln immer wieder für Furore sorgt. "Das war eine indirekte Auszeichnung für uns", sagt Bischof.

Klassik in Dorfkirchen, Auftritte in Polen und die Zusammenarbeit mit Chören, Theatern und anderen Ensembles ergänzen den Umfang der Aufgaben. Mehr geht nicht, meint der Direktor, der seine Stelle nur als Halbtagsjob bekleidet. Vormittags ist er Chef der Kreismusikschule. "Die gewollten Synergieeffekte sind aufgegangen." Dennoch bleibt der musikalische Kampf ums Publikum nur die eine Seite der Medaille. "Ich hoffe, dass wir wieder einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag mit dem Landkreis abschließen können und wünsche mir, dass wir auch hier einen Schritt vorangehen." Die Sorge ums Geld wird die Preußen und ihre Kulturagentur kaum loslassen.

Preußisches Kammerorchester

Die Geschichte des Preußischen Kammerorchesters beginnt schon viel früher. 1954 entstand es als Staatliches Kreiskulturorchester Prenzlau. Es zeichnet sich heute durch seine Vielseitigkeit aus. Dazu gehören Klassik-, Unterhaltungs- und Kammerkonzerte. Die Musiker sind national und international unterwegs. Auch Schulkonzerte und Orchesterpädagogik sind Bestandteil der Uckermärkischen Kulturagentur. Der Sitz befindet sich in Prenzlau. Proben- und Konzertraum ist der Plenarsaal der Kreisverwaltung. Der gesamte Spielplan, die Mitglieder des Ensembles sowie alle Konzertreihen sind unter www.umkulturagenturpreussen.de im Internet abrufbar.⇥os

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