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Baukultur
Bauherren sollen regionale Kultur retten

Typisch Uckermark: Fachwerk, Lehm und rote Ziegel, das sind regionale und nachhaltige Baumaterialien für diesen Neubau in Altgalow. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sucht solche Beispiele  für den  Wettbewerb "Regionale Baukultur".
Typisch Uckermark: Fachwerk, Lehm und rote Ziegel, das sind regionale und nachhaltige Baumaterialien für diesen Neubau in Altgalow. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sucht solche Beispiele für den Wettbewerb "Regionale Baukultur". © Foto: Daniela Windolff
Daniela Windolff / 17.08.2019, 07:00 Uhr
Angermünde (MOZ) Verzierte Giebelbalkone mit  wallenden Geranien im Schwarzwald, Reetdächer auf niedrigen Backsteinkaten auf dem Darß, rote Holzhäuser mit weißen Fensterrahmen in Schweden oder leuchtend weiß getünchte Mauern in Griechenland, so werben Hochglanzbilder in Reisekatalogen und der Betrachter erkennt auf den ersten Blick, wohin die Reise gehen soll.

Aber was ist typisch für Orte in Brandenburg, für den Barnim und die Uckermark? Wie kann die Kulturlandschaft des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin ein unverwechselbares Gesicht bekommen? In einem Modellprojekt geht es genau um diese Fragen, was regionale Baukultur ausmacht, wie sie mehr in den Fokus gerückt und Bauherren und Kommunen stärker sensibilisiert werden können, dieses Typische zu bewahren und daraus nachhaltig auch wirtschaftlichen Nutzen gewonnen werden kann, zum Beispiel für regionales Handwerk, Tourismus und Lebensqualität. Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist als eine Modellregion für das Projekt "Regionale Baukultur" ausgewählt worden.

"Unser Ziel ist es, sowohl Bauherren, Architekten und Handwerker aber auch Kommunen und Touristiker für regionaltypisches Bauen zu interessieren und motivieren", sagt Projektverantwortlicher Uwe Graumann und betont: "Dabei geht es nicht nur um den Erhalt historischer Bausubstanz und Baudenkmäler, sondern auch um Neubau mit ortstypischen Gebäudeformen und regionalen Materialien, um den Erhalt gewachsener Dorfstrukturen, um regionaltypische Gartengestaltung." Passen blaue Dächer in die Uckermark? Gehört ein Bauhausquader in die Schorfheide? Müssen es weiße Kieselsteine und Kirschlorbeer im Vorgarten sein?

Es gehe um die Bewahrung von Kultur, um Identität und Wiedererkennung und vor allem um Nachhaltigkeit und nicht zuletzt wirtschaftlichen Aufschwung, betont der Leiter des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin. Das regionale Bauhandwerk und auch Gartenbetriebe könnten sich profilieren und profitieren und Touristiker mit den Besonderheiten werben. "In allen touristischen Regionen, die erfolgreich sind, ist das ein besonderes Merkmal, ob es der Schwarzwald oder die Toskana ist. Das spricht Besucher sofort an und stiftet Identität bei den Einwohnern. Das wollen wir auch für unsere Region erreichen. Das Gesicht des Biosphärenreservates sind seine Dörfer und Gebäude, die in die artenreiche Natur- und Kulturlandschaft eingebettet sind", so Flade.

Wettbewerb als Motivation

Um das Thema noch öffentlichkeitswirksamer zu machen und Bauherren zu motivieren, hat das Land gemeinsam in diesem Jahr einen Bauherrenwettbewerb "Baukultur 2019" in allen drei Biosphärenreservaten Schorfheide-Chorin, Spreewald und Flusslandschaft Elbe ausgelobt. "Damit sollen vorbildliche Lösungen beim Erhalt des baukulturellen Erbes gewürdigt und typische Siedlungs- und Gebäudeformen erhalten werden." "Natürlich. Nachhaltig. Baukultur in Brandenburg" lautet das Motto des Nachhaltigkeitspreises. Der Wettbewerb, für den sich Hausbesitzer, Bauherren, Architekten aber auch Kommunen bewerben können, prämiert besonders gut gelungene private und öffentliche Bauprojekte, einschließlich der Bewahrung regionaltypischer Ortsbilder.

Für erfolgreiche Beiträge winkt ein Preisgeld von bis zu 1000 Euro. Außerdem sollen beispielhafte Wettbewerbsbeiträge in einer Ausstellung und Broschüre vorgestellt werden, um zur Nachahmung anzuregen.

Teilnahmebedingungen und Kriterien

Am Wettbewerb können Privatpersonen, Architekten, Fachplaner, Vereine und öffentliche Einrichtungen teilnehmen. Er gliedert sich in fünf Kategorien: 1. Regionaltypische Bestandssanierung 2. Neubau im Kontext zur regionalen Baukultur3. Bewahrung des Ortsbildes4. Garten- und Landschaftsgestaltung5. Ideenskizzen und Projektpläne.Eine unabhängige Fachjury bewertet die eingereichten Beiträge und legt die Preisträger fest. Einsendeschluss ist der 2. September 2019.

Bewertungskriterien sind unter anderem Bewahrung und Entwicklung regionaltypischer Siedlungsformen, Ortsbilder und Bauweisen; Verwendung nachhaltiger, ortstypischer Baustoffe; energetische Modernisierung und Einsatz regenerativer Energien und andere.

Teilnahmeformulare und -bedingungen:  www.schorfheide-chorin-biosphaerenreservat.de/baukultur; Tel.: 03331 36540; Mail: uwe.graumann@lfu.brandenburg.de⇥dw

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