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Unter der Aufsicht und Mithilfe professioneller Filmemacher haben Fünftklässler einen Kurzfilm gedreht. Premiere ist am 29. November.

Schulprojekt
Dreharbeiten auf der Promenade

Spaß am Dreh: Leska Ruppert filmt die Fünftklässler beim Rappen des selbstgemachten Songs auf dem Angermünder Ring. Die Kinder hatten ihre Freude vor und hinter Kamera.
Spaß am Dreh: Leska Ruppert filmt die Fünftklässler beim Rappen des selbstgemachten Songs auf dem Angermünder Ring. Die Kinder hatten ihre Freude vor und hinter Kamera. © Foto: Kerstin Unger
Kerstin Unger / 23.08.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 23.08.2019, 07:57
Angermünde (MOZ) Kinder mit Perücken, einem aufgeblasenen Flamingo und in seltsamen Kostümen rappten diese Woche im Angermünder Ring vor der Kamera. Manche Passanten schmunzelten, andere schauten erstaunt über das ungewohnte Treiben auf der ansonsten beschaulichen Promenade. Das Gesamtergebnis dieser Aktion ist bald als Film zu sehen, denn die Aufnahmen sind Teil des Projektes "Kinder machen Kurzfilm."

Seit mehreren Jahren bieten professionelle Filmemacher, Musiker und Medienpädagogen dieses Projekt für Schulklassen an. Aus der Uckermark waren anfangs Schwedter und Prenzlauer Grundschüler dabei. "Seit dem vergangenen Jahr haben wir auch zwei Standorte in Templin und Angermünde", erzählt die Projektkoordinatorin Sylke Hannasky. 18 Mädchen und Jungen aus der Klasse 5 b der Puschkinschule lernen in dieser Woche, wie ein Film gedreht wird und wie viel Vorarbeit dafür nötig ist. Dabei vermitteln die vier Betreuer – Sylke Hannasky, die Filmemacher Leska Ruppert, Daniel Halsall und Musiker Martin Rödiger – sowohl ästhetische als auch handwerkliche Faktoren.

Diesmal stehen "Poesiefilme für die Uckermark" im Mittelpunkt des Projektes. Es geht um moderne Gedichte zeitgenössischer Autoren. Die Puschkinschüler haben sich das Gedicht "ichsoerso" des Lyrikers Arne Rautenberg ausgesucht, von der eine Strophe mit selbsterdachter Rappmusik in Szene gesetzt wird. Auch eigene Dichtung fließt mit ein, denn von Arne Rautenberg, der die Arbeit der Kinder bis zur Premiere mitverfolgt, konnten die Schüler auch erfahren, wie ein Gedicht entsteht.

Vor den Sommerferien gab es ein Einführungsgespräch. In der vergangenen Woche fand der Einführungsworkshop statt. Seit Montag wird nun in Zusammenarbeit mit dem Jugendkulturzentrum "Alte Brauerei" fleißig gearbeitet, das sich als Treffpunkt zur Verfügung gestellt hat. Die Schüler lernen auch, wie man die Kamera führt und sich davor richtig in Szene setzt oder wie man den passenden Drehort findet. Aufnahmen wurden an verschiedenen Stellen in der Stadt gemacht, begleitet von erstaunten Blicken der Angermünder.

Wenn die Mädchen und Jungen mittags nach Hause gingen, ging die Arbeit für die Profis aus Berlin weiter, mit viel Herzblut, wie sie sagen. Sie hatten sich für die Woche in Angermünder Ferienwohnungen einquartiert. Viel Zeit für Muße und Sightseeing blieb da nicht. Dass Zeit kostbar ist, war auch bei der täglichen Projektarbeit zu merken. Von den Kindern, die voller Bewegungsdrang und Spielfreude sind, wurde Disziplin und Aufmerksamkeit verlangt. Die Filmschaffenden haben damit Erfahrung, auch durch den eigenen Nachwuchs. "Man muss sie einfach schrecklich lieb haben, dann kommt es von ganz alleine", sagt Leska Ruppert gelassen.

Premiere am 29. November

Nach der Projektwoche wird das aufgenommene Material nun geschnitten und bearbeitet. Das Resultat können die Kinder, ihre Schulkameraden, Eltern und alle Interessenten am 29. November bei der Premiere in der "Braue" sehen. Den Schülern hat es viel Spaß gemacht. "Das Schönste war, dass wir ganz verschiedene Sachen machen konnten", meinte Sven aus der 5 b. Das wird im Video zum "Making of" deutlich, bei dem Filmemacher Marcus Wojatschke mit Kamerakind Marten Pratsch jeden Arbeitsschritt bis zum fertigen Film aufgenommen hat.

Kinder machen Kurzfilm

Seit acht Jahren nehmen Kinder aus Schulen der Uckermark am Projekt "Kinder machen Kurzfilm" teil. Seit dem vergangenen Jahr sind auch Angermünder Schüler dabei. Die jährliche praktische Filmbildungsinitiative zur Vermittlung von Medien- und Sozialkompetenz, richtet sich vorrangig an Grundschulkinder. Unter der Anleitung von Film- und Medienprofis erleben und gestalten die Mädchen und Jungen den Entstehungsprozess eines Films, und zwar von der ersten Idee, über das Treatment und Drehbuch bis hin zur Filmproduktion. Filmprofis und Künstler arbeiten mit den teilnehmenden Schülern partnerschaftlich und auf Augenhöhe zusammen. Die fertigen Filme haben immer vor Ort Premiere. Die Bildungsinitiative wird unter anderem vom Land Brandenburg, Kommunen, Vereinen und Unternehmen unterstützt und wurde schon mehrfach ausgezeichnet.⇥red

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