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Überall in Brandenburg entstehen Schulen mit alternativen Konzepten. Eine neue Gründungsinitiative aus Angermünde wartet auf die Genehmigung.

Alternativschule
Freie Draußenschule am Start

Sie wollen eine neue Schule im Raum Angermünde gründen: Josephine Görlitz (l.), Lydia Täschner, Sarah Krahl, Nora Ertel und Immanuel Stork gehören zum Organisationsteam.
Sie wollen eine neue Schule im Raum Angermünde gründen: Josephine Görlitz (l.), Lydia Täschner, Sarah Krahl, Nora Ertel und Immanuel Stork gehören zum Organisationsteam. © Foto: Josephine Görlitz
Oliver Schwers / 03.12.2019, 05:45 Uhr
Angermünde (MOZ) Sie wollen loslegen: Mit wahrem Pioniergeist sind Gründungswillige einer neuen Freien Schule unterwegs, um eine zweite Einrichtung dieser Art im Raum Angermünde aufzubauen. Sie warten drängend auf eine Antwort aus dem brandenburgischen Bildungsministerium. Denn dort liegt ihr Antrag zur Geburt der Freien Draußenschule vor. Das Ministerium muss in solchen Fällen die abschließende Genehmigung für eine Ersatzschule erteilen. Doch überall in Brandenburg sind ähnliche Initiativen im Gange, weshalb sich die Sache noch hinziehen kann.

Dabei drängt die Zeit. Denn die erste Klasse, die zum Schuljahresbeginn 2020 (also im August) starten soll, ist bereits voll. Anmeldungen von zwölf Eltern für Klassenstufe eins und von vier Eltern für Klassenstufe zwei liegen bereits vor. Die Nachfrage nach Plätzen an Freien Schulen steigt weiter. Mit diesem Rückenwind haben die Gründungsaktivisten ein Bildungskonzept geschrieben – Voraussetzung für eine ministerielle Genehmigung.

Schon der Name ist Programm: Draußenschule bezieht sich auf die Natur. "Dort können Kinder die Herausforderungen finden, die für ihre Entwicklung gerade richtig und wichtig sind", erklärt Sarah Krahl vom Trägerverein keck entdecken e. V. "Sie können ihr Recht auf Bewegung und freies Spiel umsetzen und so Gelerntes nachhaltig integrieren. Sie lernen die Natur als Lebensgrundlage kennen und schätzen, so wird ein Grundstein für nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen gelegt."

Dafür stehen die Gründer gerade in Verhandlungen mit einer Wildnispädagogin. Doch weitere Lehrkräfte werden noch dringend gesucht. Auch für den Hort. Dessen Konzept wird gerade geschrieben.

Schulgebäude gesucht

Was immer noch fehlt, ist ein geeignetes Schulgebäude. Gesucht wird ein Haus für die Anfangszeit, vielleicht für drei Jahre, um erstmal loslegen zu können. Am liebsten wäre es im Raum Greiffenberg. Benötigt werden zwei gut zugängliche große Räume im Erdgeschoss mit Toiletten. Der Verein hofft auf Hinweise von Privatleuten oder Vermietern.

Gleichzeitig geht es um die ausreichende Finanzierung. Allein für das Personal schlagen rund 120 000 Euro im ersten Jahr zu Buche. Die Gelder sollen vorrangig aus Bürgschaftskrediten kommen. Dafür brauchen die Aufbaupioniere aber Zusicherungen von Privatleuten oder Mitstreitern. Gesucht sind Bürgen für Einzelbeträge zwischen 500 und 3000 Euro oder eben Direktkredite.

"Wir sind sehr optimistisch", ist sich das fünfköpfige Vorbereitungsteam einig. "Es geht vorwärts." Einmal pro Woche treffen sich die Mitglieder neben Familie und Arbeit, um die Schule aus dem Boden zu stampfen. Doch die Reaktionen auf ihre neue Bildungseinrichtung geben ihnen Mut. Wo sie auftauchen, fragen Interessenten neugierig nach, wollen mehr wissen.

Gespräche mit Partnern

Im Gespräch ist der Verein keck entdecken mit dem Ortsbeirat Greiffenberg, mit der Freien Schule in Angermünde und weiteren Partnern.

Am 6. Dezember gibt es eine Veranstaltung des Vereins im Gemeindehaus Greiffenberg, um gemeinsam zu basteln, Kakao zu trinken, Orangen und Nüsse zu essen und vor allem ins Gespräch zu kommen. Kinder sind sehr herzlich willkommen. Der Verein freut sich außerdem über Raumhinweise, Personalanfragen sowie Spenden. Kontakt per Mail: keck-entdecken@web.de

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