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Virus
Bisher kein Corona-Fall in der Uckermark

Probenröhrchen zur Virus-Diagnostik: Die Ausbreitung des Coronavirus schreitet immer weiter voran. Das Gesundheitsamt der Uckermark bezeichnet das Zusammenspiel mit Hausärzten, Krankenhäusern und Robert-Koch-Institut als effektiv.
Probenröhrchen zur Virus-Diagnostik: Die Ausbreitung des Coronavirus schreitet immer weiter voran. Das Gesundheitsamt der Uckermark bezeichnet das Zusammenspiel mit Hausärzten, Krankenhäusern und Robert-Koch-Institut als effektiv. © Foto: Felix Kästle
Oliver Schwers / 07.03.2020, 02:30 Uhr
Prenzlau (MOZ) Bis jetzt hat es in der Uckermark noch keinen bestätigten Fall einer Covid19-Erkrankung gegeben. Darüber informiert die Kreisverwaltung. Allerdings habe es in den zurückliegenden Tagen mehrere Verdachtsfälle zum Coronavirus gegeben, die vor allem in enger Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Hausärzten bewertet werden mussten und noch müssen.

In diesem Zusammenhang informiert Amtsärztin Dr. Michaela Hofmann über Hintergründe: Grundlage für die Bewertung eines Verdachtsfalles und die Einstufung als begründet, möglich oder unbegründet ist die Orientierungshilfe für Ärzte, die das Robert-Koch-Institut herausgegeben hat. Danach besteht ein begründeter Verdacht bei Personen mit Symptomen (akute respiratorische Symptome jeder Schwere, unspezifische Allgemeinsymptome mit oder ohne Fieber), die sich innerhalb der letzten 14 Tage in vom Institut ausgewiesenen Risikogebieten aufgehalten haben, Kontakt zu einem bestätigten Covid19-Fall hatten beziehungsweise einen Aufenthalt in Gebieten mit Covid19-Fällen angegeben haben.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Uckermark arbeitet seit vielen Jahren mit allen Stellen zusammen, die im Gesundheitssektor beteiligt und verantwortlich sind. Auf dieser Basis laufe auch das Zusammenspiel derzeit sehr gut und effektiv.

Entscheidung nach Lage

Das Robert-Koch-Institut informiert die Fachöffentlichkeit fachlich über die aktuelle Lage, über Entscheidungskriterien und erforderliche Maßnahmen. Diese Informationen werden entsprechend der Lagebeurteilung angepasst. Aufgrund der hohen Dynamik des Covid19-Geschehens stellt es für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung dar, sich stets auf dem aktuellen Stand zu halten. Das Gesundheitsamt werde als kompetenter Partner zur Beratung sehr angenommen, heißt es seitens der Kreisverwaltung.

"Inzwischen ist absehbar, dass die Ausbreitung immer weiter voranschreitet. Es gilt, besonnen und verantwortungsvoll auf die damit verbundenen Herausforderungen zu reagieren und alle Ressourcen zu bündeln und zu stärken, die dafür erforderlich sind", so Dr. Michaela Hofmann. "Es gilt eine Ressourcenbindung durch Fehlinanspruchnahme, ausgelöst durch Unsicherheit und Panik, die nicht angezeigt ist und gefährlich werden kann, zu vermeiden. Hier stehen nicht nur die Fachleute und in besonderem Maße die Medien, sondern auch Politiker und letztlich jeder Bürger in der Pflicht."

An erster Stelle seien es Hausärzte, die mit Patienten in Kontakt kommen und zu bewerten haben, ob es in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung und der oben genannten Kriterien erforderlich und sinnvoll ist, einen Test durchzuführen. "Ein systematisches Testen ohne Indikation ist aus ärztlicher Sicht nicht notwendig."

Erstkontakt per Telefon

Um sich selbst, das jeweilige Praxispersonal und gegebenenfalls weitere Patienten nicht zu gefährden, sollten Bürger mit akuten respiratorischen Symptomen, die Kontakt zu einem an Covid19-Erkrankten hatten oder die sich in den zurückliegenden zwei bis drei Wochen in ausgewiesenen Risikogebieten aufgehalten haben, unbedingt zunächst telefonisch Kontakt mit einem Arzt aufnehmen. Außerhalb der Sprechzeiten sollte der ärztliche Not- und Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 angerufen werden. Bei lebensbedrohlichen Beschwerden ist die Rettungsleitstelle unter der allgemein bekannten Rufnummer 112 zu erreichen.

Bürgerinformationen

Die regionalen Krankenhäuser in Uckermark und Barnim wie auch in deren Umgebung und der Rettungsdienst verfügen über abgestimmte Maßnahmepläne und sind auf den Transport, die Isolierung und die Behandlung Erkrankter vorbereitet. In der aktuellen Situation berät und informiert das Gesundheitsamt des Landkreises rund um die Uhr die Fachleute im Gesundheitssystem. Bürger des Kreises können sich im Internet unter www.rki.de (Robert-Koch-Institut) aktuell informieren.

Auf der kreislichen Internetseite www.uckermark.de sind verschiedene Links zu Portalen geschaltet, auf denen ebenfalls wichtige Informationen tagaktuell hinterlegt sind. Darüberhinaus hat das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) ein Bürgertelefon zum Coronavirus eingerichtet: Unter der Rufnummer 0331 8683777 können sich Bürger montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr mit ihren Fragen, Sorgen oder Hinweisen dorthin wenden.

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