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Reparaturarbeiten
Schwedter PCK trotzt mit Kraftakt Corona

Thorsten Pifan / 23.05.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 23.05.2020, 07:28
Schwedt (MOZ) Es ist vollbracht: Mit einem immensen Kraftakt ist die Frühjahrsabstellung in der Raffinerie PCK beendet. Im Zuge der Corona-Pandemie legte das Unternehmen nicht nur größten Wert auf Arbeitssicherheit, sondern setzte auch Maßstäbe bei der Hygiene auf dem Gelände. So war sogar eigens ein Experten-Team im Einsatz, das nicht nur die Mitarbeiter schulte, sondern auch die Einhaltung der Hygieneregeln kontrollierte.

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Corona-Regeln eng abgestimmt

Während etwa 500 Monteure ständig auf dem PCK-Areal unterwegs sind, kamen für den "kleinen Stillstand" noch einmal 600 Monteure hinzu – zum Teil auch aus dem europäischen Ausland. "Wir haben uns von den Unternehmen versichern lassen, dass ihre Mitarbeiter bereits 14 Tage vor dem Beginn der Arbeiten in Deutschland gewesen sind", sagt Instandhaltungsleiter Thomas Schulze, der die Frühjahrsabstellung verantwortet. Symptome einer Covid-19-Erkrankung treten innerhalb von 14 Tagen nach einer Infektion auf.

Die internen Regeln hat das Unternehmen eng mit dem Gesundheitsamt des Landkreises abgestimmt. "Auch das Wirtschaftsministerium in Potsdam war von Anfang an eingebunden", sagt PCK-Chef Wulf Spitzley. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) ließ es sich nicht nehmen, sich selbst einen Eindruck von der beeindruckenden Baustelle zu verschaffen.

Insgesamt tummelten sich auf den unterschiedlichen Baustellen 1100 Menschen – nicht immer zur gleichen Zeit. Dennoch war es schwierig, die Mindestabstände zu jeder Zeit einzuhalten. "Daher haben wir mit unseren Hygiene-Vorgaben immer wieder nachgesteuert", sagt Schulze.  Gab es zunächst klare Regeln, wann eine Maske zum Schutz von Mund und Nase zu tragen ist, führte PCK auf der Baustelle schnell eine generelle Maskenpflicht ein.

Mehraufwand von 30 Prozent

Die Vorgaben und Regeln machten sich bemerkbar: "Wir hatten einen Mehraufwand von rund 30 Prozent", sagt Spitzley. Für die einzelnen Abschnitte hatte PCK stets einige Tage draufgeschlagen. Die strengen Regeln sorgten dafür, dass einige Arbeitsabläufe ineffektiver waren als zu "normalen" Zeiten. Dennoch machte sich die Routine der PCK-Mannschaft bezahlt, denn die Frühjahrsabstellung konnte unter den besonderen Bedingungen zumindest früher beendet werden als geplant.

Dabei erstreckte sich das Sicherheitskonzept nicht nur auf das Firmengelände. Die rund 600 Beschäftigten, die aus ganz Deutschland zusammenkamen, nächtigten in den Hotels der Region. "Das ist für die Hoteliers und die Inhaber der Pensionen gerade wegen des zusammengebrochenen Tourismusgeschäfts ein wichtiger Wirtschaftsfaktor gewesen", sagt Spitzley. Doch auch in den Hotels war es nicht möglich, gemeinsam zu essen.

Daher hat PCK die Monteure mit Lunchpaketen versorgt. "Wir haben den auswärtigen Monteuren auch einen Einkaufs-Lieferservice angeboten. Denn Waren wie Zigaretten waren darin natürlich nicht enthalten", sagt der PCK-Chef. Und auch während der stärksten Einschränkungen durften Restaurants Essen liefern.

Hygiene auf dem Arbeitsweg

Auf Hygiene hat PCK auch auf dem Weg zur Arbeit Wert gelegt: So galt in Autos mit zwei oder mehr Personen Maskenpflicht. Mitfahrer mussten vor den Werkstoren aussteigen, bei jedem Arbeiter wird am Tor per Kamera Fieber gemessen. Die Fahrer der Wagen, die auf das Firmengelände möchten, unterziehen sich einem mobilen Fiebertest.

Während im Herbst nur kleinere Reinigungsarbeiten anstehen, ist der nächste große Stillstand in der Raffinerie erst 2023 geplant. Spitzley: "Wir hatten bisher den Turnus, alle drei Jahre einen großen Stillstand zu machen und werden ab jetzt auf einen Zeitraum alle vier Jahre wechseln."

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