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Covid-19
Der erste große Ausbruch von Corona in der Uckermark

Oliver Schwers / 19.06.2020, 20:47 Uhr - Aktualisiert 20.06.2020, 07:17
Templin (MOZ) Die Lage ist vorerst unter Kontrolle: Seit Ausbruch von Corona im Asylbewerberheim Templin am 13. Juni sind sieben Bewohner positiv getestet worden. Durch eine Sofortaktion des Gesundheitsamts und durch Mithilfe des Betreibers und des Sozialamts konnten innerhalb kürzester Zeit alle Kontaktpersonen ermittelt werden. Insgesamt hat das Gesundheitsamt 147 Abstriche vorgenommen und 140 Menschen in Quarantäne geschickt.

Die Recherchen dauerten bis tief in die Nacht. Betroffen waren Heimbewohner, Mitarbeiter, Fahrer von Sozialdiensten und andere Beschäftigte. Besondere Brisanz: Erstmals sind auch zwei Kinder unter den Positiv-Tests. Also mussten sich Mitschüler und Lehrer der Goethe-Grundschule Templin und der Lebensschule Uckermark ebenfalls einem Test unterziehen. Noch ein Problem: Der Asylbewerber, bei dem zuerst die Infektion in einem Krankenhaus außerhalb der Uckermark festgestellt wurde, hatte zuvor an einem Integrationskurs teilgenommen. Also gab es auch hier die erforderlichen Proben bei Teilnehmern und Lehrerin mit anschließender Quarantäne.

Ergebnis der fast vollständig vorliegenden Tests: Bis auf die sieben Fälle sind alle Menschen corona-negativ. Außerdem zeigt keiner der Betroffenen symptomatische Anzeichen der Erkrankung.

Ursache der Infektion mit Corona bleibt unklar

Es lässt sich letztlich jedoch nicht klären, wo der Erstfall den Virus eingefangen hat. Er liegt weiterhin wegen einer anderen medizinischen Behandlung im Krankenhaus. Aufmerksam geworden ist man auf seine Infektion ohnehin nur bei einem prophylaktischen Test vor Aufnahme.

Das Gesundheitsamt arbeitet an der Belastungsgrenze. Doch dessen Chefin Dr. Michaela Hofmann ist optimistisch, den Ausbruch unter Kontrolle zu haben. Niemand darf in die Gemeinschaftsunterkunft. Die Bewohner bekommen Essen und andere Dinge über einen Lieferdienst. Der Wachschutz ist verstärkt worden. 18 Asylbewerber aus dem Haus, die so gut wie nie anwesend sind, sollen möglichst dem Heim fernbleiben. Acht fehlen noch. Nach Angaben von Mike Förster, Chef der Uckermärkischen Entwicklungsgesellschaft, die die Unterkunft betreibt, geht alles "entspannt und ruhig" ab.

Das Sozialamt hat sich sofort alle Asylunterkünfte angesehen. Die Situation in den Gebäuden sei gut geeignet, um mit ähnlichen Ausbrüchen schnell umgehen zu können. Es gibt im Notfall genügend freie Plätze anderswo.

Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehren sind über den Ausbruch von Corona in Templin informiert worden, um im Ernstfall gewappnet zu sein und auch die eigenen Leute zu schützen.

Lesen Sie hier, was bislang geschah: Fünf weitere Corona-Infektionen in Gemeinschaftsunterkunft in Templin, Asylbewerberheim in Templin wegen Corona unter Quarantäne gestellt und Weiterer Corona-Fall in der Uckermark

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