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Kultur
Uckermärkische Bühnen peilen zehn Premieren an

Eva-Martina Weyer / 01.08.2020, 04:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Die Corona-Krise ist zu einer Krise für die Theater geworden. An den Uckermärkischen Bühnen Schwedt (ubs) hat die neue Spielzeit mit extremen Einschränkungen begonnen. Spielplan, Messen und Gastspiele mussten neu überdacht, Vorstellungen abgesagt oder auf später verschoben werden. Es gibt noch kein Spielzeitheft fürs Publikum, weil die Bühnenleute, die mit einem Planungsvorlauf von 15 Monaten arbeiten, nicht wissen können, was in einem Jahr ist.

Dennoch gibt es Theater und Gastspiele in Schwedt, und dazu lädt ubs-Intendant André Nicke mit großer Leidenschaft ein: "Theater muss sein! Und zwar als Ort des Zusammenkommens. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir unseren Gästen einen lustvollen und sicheren Besuch garantieren können. Wir arbeiten mit Hygieneregeln und Abstand und nennen das Rücksichtnahme in Freundlichkeit."

Bühne auf Abstand bedeutet, dass zum Beispiel die Nutzung des "intimen theaters" noch unklar ist. Bei Produktionen wechseln die Theaterleute in den jeweils größeren Saal. Nur jede zweite Reihe darf besetzt sein, Plätze müssen frei bleiben.

Dennoch wollen Schwedts Theatermacher in der neuen Saison zehn Premieren auf die Bühne bringen. Dazu gehört "Robinson Crusoe", ein Schauspiel für Kinder ab fünf Jahren. Es hat am 15. August Premiere auf der Odertalbühne. Zu den Premieren zählt auch das beliebte Weihnachtsmärchen, das in diesem Jahr "Die Bremer Stadtmusikanten" heißt. Wie viele Schul- und Kita-Kinder aus Deutschland und Polen eingelassen werden können, ist unklar.

Das Theater setzt verstärkt auf Familienvorstellungen. Es kann aber kaum an solche Erfolge wie 18 100 Märchenzuschauer im Jahr 2019 anknüpfen. Auch der beliebte Bunte Weihnachtsteller soll in diesem Dezember erneut über die Bühne gehen. Wegen der Abstandsregeln wird sich der Besucherrekord von fast 5000 Zuschauern im letzten Jahr nicht annähernd wiederholen lassen.

Die Musical-Premiere von "Linie 1" wurde vom Oktober auf den April verschoben und greift den Gründungsmythos der Uckermärkischen Bühnen von vor 30 Jahren auf. Nach "Linie 1" vom 19. Oktober 1990 trat der damalige Intendant Reinhard Simon vors Publikum und verkündete die Gründung der Uckermärkischen Bühnen Schwedt – da hat es den Landkreis Uckermark noch gar nicht gegeben.

Hohe Einnahmeverluste

"Für das viele Geld, das uns die Förderer Land, Stadt Schwedt und Landkreis geben, stehen wir in der Verantwortung. Wir wollen spielen und den Leuten Mut machen, das Theater zu besuchen", sagt André Nicke. "Aber die üblichen Kategorien für Erfolg ,schneller, höher, weiter’ greifen nicht mehr. Es gibt andere Maßstäbe, nämlich den Besuch von Kulturveranstaltungen überhaupt möglich zu machen sowie Gastkünstlern und der freien Szene Auftrittsmöglichkeiten zu bieten. Deshalb hatten wir auch als letztes Theater im Land Brandenburg unsere Pforten geschlossen und als erstes am 6. Juni wieder geöffnet." Trotzdem ist es zu enormen Einnahmeverlusten gekommen. André Nicke spricht von einem hohen sechsstelligen Betrag. Er sei dennoch zuversichtlich, dass er 2020 zu einem ausgeglichenen Haushalt kommen könne. "Und selbstverständlich kommen wir unserern Verpflichtungen als Landestheater nach und pflegen die intensive Kooperation mit Polen", sagt der Intendant.

Abenteuer, Musik und Dinner im August

Das Motto für die neue Spielzeit an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt heißt "Zusammen". Es bezieht Mitgefühl und Solidarität trotz Abstandsregeln ein. Von den zehn Theaterpremieren der neuen Saison gibt es die erste am 15. August mit dem Familienstück "Robinson Crusoe". Bis Mitte September wird die Odertalbühne genutzt.

Die beliebte Reihe "Klassik populär" wird am 20. August im großen Saal fortgesetzt. Gesichert ist außerdem "Operetten zum Kaffee". Die MOZ-Vortragsreihe "Vorsprung durch Wissen" geht am 19. August über die Bühne. Den Spielzeitauftakt gibt das "Dinner in Weiß" am30. August im Hugenottenpark. ⇥emw

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