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Nemos und Wale in der Arztpraxis

Michael Dietrich / 20.03.2017, 21:43 Uhr
Schwedt (MOZ) Kunterbunte und fantasievolle Fische schmücken Warteraum, Flur und Behandlungszimmer der allgemeinmedizinischen Niederlassung von Dr. Andreas Fischer. Der Arzt öffnet mit 61 Jahren seine eigene Praxis, voller Bilder vom Schwedter Kinderzeichenwettbewerb.

Ein neuer Facharzt für Allgemeinmedizin übernimmt die Praxis einer Kollegin, die in den Ruhestand geht. Nichts Ungewöhnliches, Schwedt hat mit mehr als 15 Praxen für Allgemeinmedizin noch eine vergleichsweise gute Versorgung, bisher fanden sich für alle Praxen Nachfolger, sogar neue entstanden. Dieser Fall aber ist schon ein besonderer. Der neue Arzt ist 61 Jahre alt, Facharzt für Chirurgie, Gynäkologe und seit 2016 auch für Allgemeinmedizin.

Vor knapp vier Jahren hängte der beliebte Frauenarzt Andreas Fischer nach fast 30 Jahren Dienst im Asklepios Klinikum seinen Oberarzt-Kittel an den Nagel und wechselte wieder in die Ausbildung. Er wird Assistenzarzt in der Klinik für Inneres im Schwedter Krankenhaus, später lernt und arbeitet er in einer Eberswalder und ein halbes Jahr in einer Oranienburger Praxis. Im Juli vorigen Jahres zieht er mit 30 Jahre jüngeren Ärzten gemeinsam vor die Prüfung der Ärztekammer in Cottbus und besteht diese erfolgreich. Im Oktober übernimmt er ohne großes Aufsehen die Praxis von Dr. Karin Zettl in der Gerberstraße, lernte zunächst die übernommenen Arzthelferinnen Annette Schauseil und Manuela Ulrich, den Praxisalltag und einen Großteil der Patienten kennen, übertrug das alte Karteikartensystem der Praxis in ein computergestütztes und hatte da noch so eine lang gehegte Idee für die Neugestaltung der Räume.

Die neugestaltete Praxis präsentierte er jetzt zur offiziellen Eröffnung vergangene Woche vor Kollegen, Freunden und Wegbegleitern. Die Räume selbst sind hell und weiß, nicht groß verändert. Aber das fällt auf: 20 kunterbunte Kinderbilder von Korallenfischen wie Nemo, Walen oder Seepferdchen schmücken den Warteraum, den Flur und die Behandlungszimmer. Nina Gierke aus Schwedt, Mascha Simka aus Russland oder Daisuke Shinno aus Japan heißen die 9- bis 12-jährigen Künstler.Dr. Andreas Fischer ist erklärter Freund und Förderer der Schwedter Musik- und Kunstschule und hat seine Niederlassung zur Bühne für den Internationalen Kinderzeichenwettbewerb gemacht. Der einzigartige Wettbewerb existiert mittlerweile seit 50 Jahren und feiert dieses Jahr großes Jubiläum. Dazu gehört auch, das die Musik- und Kunstschule, seit 2012 Träger des Wettbewerbs, besonders schöne Bilder als "Junge Kunst in alten Mappen" der Öffentlichkeit präsentiert. Das geschieht in einer Ausstellung in der Galerie am Kietz im Gerberspeicher, die am 8. April eröffnet wird - und eben in der Praxis Dr. Fischer nebenan.

Den Wechsel vom Gynäkologen und Frauenarzt zum Internisten vergleicht Dr. Fischer mit dem Wechsel vom Trabi zum Opel Kadett nach der Wende. "Es ist ein völlig anderes Arbeiten. Plötzlich standen Patienten vor mir mit zehn verschiedenen Indikationen und 15 Medikamenten, von denen ich bis dahin keines kannte", erzählte er. Zur Eröffnung kam auch Sohn Tim, der gerade sein Medizinstudium beendet hat und jetzt Assistenzarzt wird.

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