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Verwegen im Regen

Erste Station auf der deutsch-polnischen Tour: Am Bahnhof Tantow gesellten sich Teilnehmer aus Berlin und Potsdam zu den in Gartz gestarteten Uckermark-Radlern. Wetterfeste Kleidung hatten fast alle an Bord.
Erste Station auf der deutsch-polnischen Tour: Am Bahnhof Tantow gesellten sich Teilnehmer aus Berlin und Potsdam zu den in Gartz gestarteten Uckermark-Radlern. Wetterfeste Kleidung hatten fast alle an Bord. © Foto: Stefan Csevi
Oliver Schwers / 06.06.2017, 06:50 Uhr - Aktualisiert 06.06.2017, 07:54
Gartz/Stettin (MOZ) Im Radkonvoi Richtung Polen - und das mit nicht zu unterschätzender Geschwindigkeit. Auf diese Weise sausten mehr als 50 Radfahrer aus Deutschland zur großen Sternfahrt nach Stettin. Die Verwegenen trotzten Regen und Bergen und ließen sich von Polizei eskortieren.

8. Sternfahrt Gartz (Oder) - Stettin (Szczecin), organisiert vom Amt Gartz und dem Fahrradklub Stettin am Pfingstsonntag.
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8. Sternfahrt Gartz (Oder) - Stettin (Szczecin)

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Ein besonders schickes Kleidchen hat sich der Gartzer Amtsdirektor Frank Gotzmann diesmal angelegt: Gegen den aufkommenden Regen schützt er sich schlicht und ergreifend mit einem gelben Plastik-Cape unter seiner Radlermontur. Andere Mitstreiter bewähren sich mit professionellen Schuh-Überzügen,Wetterjacken und wasserfesten Hosen. "Man darf sich auch nicht zu warm anziehen", warnte Uta Keßler. Sie ist extra mit der Bahn aus Bernau angereist, um an der 8. deutsch-polnischen Radsternfahrt nach Stettin teilzunehmen. "Eine gute Sache. Wir sind aktive Radfahrer und ein harter Kern, der sich regelmäßig trifft. Da kommt man im Jahr schnell auf ein paar Tausend Kilometer." Gemeinsam mit ihrem Mann Fritz nimmt sie auch fast jede Radtour der Märkischen Oderzeitung mit. Und der Regen: "Kennen wir. Macht trotzdem Spaß. In Gartz ist das eine nette Truppe."

Und die einzige deutsche, die sich aufmacht zur großen Sternfahrt. Gleichzeitig starten an mehren Stellen rund um Stettin ähnliche polnische Grüppchen mit den extra gefertigten krachend grünen T-Shirts der Tour.

Erstmals dabei ist Bianka Sliwik aus Mescherin. "Man will ja beweglich bleiben", lautet ihr persönliches Motto. Premiere auch für Ina Hegeholz aus Gartz: "Tolle Gemeinschaft. Man trifft viele Fremde, versteht sich sofort."

Erste Station ist der Bahnhof Tantow. Dort warten Marke Kosmala und Marian Pacanowski vom Stettiner Fahrradclub. Sie wollen die deutschen Teilnehmer bis zum Ziel begleiten. "Eine relativ einfache Tour", so das Urteil der aktiven Radsportler. "Wir fahren gern in Deutschland, weil hier die Radwege besser sind."

Wenige Minuten später spuckt die Regionalbahn aus Angermünde eine ungewöhnliche Fracht aus. Es dauert einen Augenblick, bis alle Radler ihre Räder auf den Bahnsteig bugsiert haben. Frank Gotzmann begrüßt die Ankommenden, bevor der Regen stärker wird. Zu ihnen gehört Helga Ribback aus Potsdam. Sie hat über den ADFC von der Sternfahrt gehört. "Ich will unbedingt in Polen Rad fahren und suche daher dringend Kontakte, um Landschaft und Menschen kennenzulernen", so ihre Motivation. "Da kommt mir die Tour gerade recht."

Von der Grenze werden die Teilnehmer meist von der polnischen Polizei begleitet, um sicher nach Stettin zu gelangen. Im Herzen der Stadt treffen sich bei der Tour regelmäßig bis zu 5000 Fahrer und mehr. Nicht nur harte Sportler, sondern auch ganze Familien, Gelegenheitsradler, Ausflügler - eine illustre Mischung. "In Polen sind oft jüngere Leute unterwegs, da geht es schneller und mit Tempo 20", erzählt Frank Gotzmann. "Da fühlen wir uns ein wenig wie die Rentner-Gang. Doch die ist professionell ausgerüstet. Reparatur-Werkzeug, Ersatzschläuche, Getränke und ein strenger Zeitplan gehören dazu.

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