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Neuer Bürgermeister gekürt

Der Alte und der Neue: Der zurückgetretene ehrenamtliche Bürgermeister Schönebergs, Manfred Schroeder, überreichte seinem Nachfolger Wilfried Schramm (r.) seine Glocke, um in Sitzungen für Ruhe zu sorgen, wenn es wieder einmal zu stürmisch wird. Zuvor hat
Der Alte und der Neue: Der zurückgetretene ehrenamtliche Bürgermeister Schönebergs, Manfred Schroeder, überreichte seinem Nachfolger Wilfried Schramm (r.) seine Glocke, um in Sitzungen für Ruhe zu sorgen, wenn es wieder einmal zu stürmisch wird. Zuvor hat © Foto: MOZ/Kerstin Unger
Kerstin Unger / 05.03.2017, 06:42 Uhr
Schöneberg (MOZ) Die Gemeinde Schöneberg hat einen neuen ehrenamtlichen Bürgermeister. Der bisherige Stellvertreter Wilfried Schramm aus Flemsdorf ist am Donnerstag von der Gemeindevertretung einstimmig gewählt worden. Doris Stöckmann ist seine Stellvertreterin.

Es war eine hoch emotionale Gemeindevertretersitzung, die erste nach dem Rücktritt von Manfred Schroeder im Dezember. Damit hatte der langjährige Bürgermeister von Schöneberg die Konsequenzen aus den Differenzen zwischen Amt und Gemeinde sowie dem Führungsstil des Amtsdirektors gezogen. Den Stein ins Rollen brachte die Umrüstung der Stützkower Straßenbeleuchtung in Eigeninitiative, um Geld zu sparen. Der Amtsdirektor hatte diese Aktion unterbunden und mit Strafe gedroht.

Manfred Schroeder saß am Donnerstagabend in der Besucherreihe. Vor der Wahl seines Nachfolgers nahm er den Dank und ein Abschiedsgeschenk der Gemeindevertretung entgegen. Blumen und ein Dankeschön für die geleistete Arbeit gab es auch vom Amtsdirektor Detlef Krause.

Er habe in den letzten Wochen und Monaten viel Zuneigung von den Bürgern erfahren und Schulterklopfen bekommen, sagte Manfred Schroeder. "Was wir gemacht haben, fand ich richtig. Als kleine Gemeinde haben wir viel erreicht. Wir können stolz sein auf das, was wir trotz der wenigen Mittel geschaffen haben." Auch er dankte den Gemeindevertretern für ihre Einsatzbereitschaft und die Zusammenarbeit in den vielen Jahren.

Im Vorfeld hatte die Gemeindevertretung entschieden, den neuen Bürgermeister aus den eigenen Reihen zu wählen.Der bisherige Stellvertreter Wilfried Schramm erklärte sich zur Kandidatur bereit und wurde in offener Abstimmung einstimmig gewählt. Er wird für den Rest der laufenden Wahlperiode das Amt ausfüllen. Für die Wahl seines Stellvertreters gab es mit Doris Stöckmann und Sven Golling zwei Kandidaten. Die geheime Abstimmung ging mit fünf zu vier Stimmen für Doris Stöckmann aus. Sven Golling wurde anschließend als Vertreter des Bürgermeister im Amtsausschuss gewählt.

Neu zu besetzen waren ebenso die Posten im Aufsichtsrat sowie in der Gesellschafterversammlung der Wohnungsgesellschaft Oder-Welse. Hier wurde Margot Borngräber als Vertreterin der Gemeinde gewählt und Doris Stöckmann als ihre Stellvertreterin. Wilfred Schramm vertritt Schöneberg im Verein "Zukunft Unteres Odertal".

Die Versammlung wurde diesmal von mehr Einwohnern verfolgt, als sonst üblich. In der Einwohnerfragestunde gab es unter anderem Anfragen zur Zukunft der Gemeinde. Aus Gesprächen und aus der Zeitung sei durchgedrungen, dass Schöneberg aus dem Amt Oder-Welse austreten und zur Stadt Schwedt gehen will. "Ist in Vorbereitung dieser Sache etwas gemacht worden, läuft was", wollte Edda Regler wissen. Das sei an diesem Abend nicht Thema, antwortete Wilfried Schramm. Dazu werde in der nächsten Sitzung etwas gesagt. Günter Berger aus Felchow legte nach und wollte wissen, welchen Hintergrund das Bestreben habe, so kurz vor der Gemeindegebietsreform aus dem Amt auszutreten, was Schwedt besser machen könnte und ob man dafür das Mandat der Bürger der Gemeinde habe.

Wilfried Schramm und einige Gemeindevertreter ließen durchblicken, dass die hoch verschuldete Gemeinde sich von einem Beitritt zu Schwedt Aussichten auf eine bessere Finanzlage und Investitionen erhofft. Im Haushalt geplante Vorhaben seien nicht umgesetzt worden. "Weil das Geld nicht reichte", bemerkte der Amtsdirektor. Auch für den vorgesehen Straßenbau in Schöneberg seien bei einer Bausumme von einer Million Euro und 80 Prozent Fördermitteln 200000 Euro an Eigenmitteln nötig, die erst zusammengespart werden müssten.

"Es ist noch nichts beschlossen. Wenn eine Entscheidung ansteht, werden die Bürger informiert", erklärte Wilfried Schramm. Es gäbe eine abgestimmte Verfahrensweise. Wenn Ergebnisse vorlägen, wird sich die Gemeindevertretung positionieren und handeln, meinte Manfred Schroeder, der sich bemühte, die emotionalen Wogen zu glätten.

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