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Jeden Tag neue Ideen

Oliver Schwers / 09.06.2017, 06:50 Uhr
Gramzow (MOZ) Wenn Reiner Schulz morgens durch die alte Allee von Angermünde zur Arbeit fährt, kann er entspannen. Die Sonne scheint über grüne Felder. Seit 23 Jahren leitet er das Amt Gramzow mit sechs Gemeinden. Die Dörfer-Gemeinschaft feiert Geburtstag.

Dorfverwaltung ist vielfältig. Vom Hundekot bis zum millionenschweren Straßenbau, vom umgestürzten Baum bis zum Windpark - alles landet auf den Bürotischen in der Poststraße von Gramzow. Hier sitzt die Bürgerbehörde für sechs große Dörfer mit 23 Ortsteilen und vielen weiteren verstreuten Wohnplätzen. Wer zu den Öffnungszeiten kommt, muss im Höchstfall 30 Minuten warten. Totaler Luxus im Vergleich zum Chaos in Berlin. Das Landleben hat also auch Vorteile.

Vor 25 Jahren gründeten die Dörfer zwischen Prenzlau und Angermünde das Amt Gramzow mit einer eigenen Verwaltung. Für Direktor Reiner Schulz - seit 23 Jahren dabei - ist es bis heute die "optimale Variante" für den ländlichen Raum. "Die Gemeinden können sich am besten einbringen", sagt er. Das fanden die Zichower auch und wechselten 2002 aus dem Nachbaramt Oder-Welse herüber. Polßen aus dem Amt Angermünde-Land war schon vorher gekommen. Die Gesamteinwohnerzahl liegt aktuell bei 7000 Menschen.

Der direkte Draht zu den Leuten gehört zu den positiven Seiten seines Jobs, meint der Amtsdirektor. "Man hat jeden Tag mit neuen Ideen zu tun, das macht Spaß." In der Zukunft nimmt der Arbeitsdruck zu, weil die fachlichen Anforderungen gerade im Ordnungsrecht und in der Baubehörde enorm steigen. Das Durchschnittsalter der 24 Beschäftigten liegt mit 48,4 Jahren relativ hoch. Ausgebildete Azubis werden sofort übernommen.Das Amt ist nicht nur die Verwaltung, das Amt besteht vielmehr aus den Dörfern. Deren ehrenamtliche Bürgermeister entscheiden mit ihren Gemeindevertretungen, was gebaut wird, wann die Feste stattfinden, welche Feuerwehr neue Reifen benötigt. "Optimal funktioniert die Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern, die schon im Ruhestand sind", sagt Reiner Schulz. Die haben Zeit und sind verfügbar. Für die Berufstätigen bedeutet das aufwendige Ehrenamt einen Haufen Stress zusätzlich.

Auf der Fahrt über die Dörfer listet Reiner Schulz die Ergebnisse des vergangenen Vierteljahrhunderts auf: Sanierte Straßen, frisch gestrichene Gemeindehäuser, meist moderne Feuerwehren, neue Radwege, volle Kitas, Schulen und das gute Breitbandnetz. Bedarf bleibt dennoch an vielen Stellen.

Wie sieht die Zukunft aus? Eine mögliche Fusion mit dem Amt Brüssow würde dem brandenburgischen Reformwillen entsprechen. Auch Dörfer aus der Umgebung wie etwa Passow könnten dazukommen. "Wir machen aber nur das, was uns die Bürgermeister sagen", so Reiner Schulz. "Solange es keine Pflicht zu Fusionen gibt, bleibt die Struktur so erhalten."

Am 7. Juli findet eine Jubiläumsfeier für alle Bürger auf dem Gramzower Festplatz statt.

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