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Dorfverein Casekow baut Trafohaus um

Altes Trafohaus
Neue Brutplätze für Turmliebhaber entstehen

Altes Trafohaus in Casekow: Jetzt wird ein Vogelturm daraus.
Altes Trafohaus in Casekow: Jetzt wird ein Vogelturm daraus. © Foto: MOZ/Eva-Martina Weyer
Eva-Martina Weyer / 03.11.2017, 06:30 Uhr
Casekow (MOZ) Eine seit Langem stillgelegte Transformatorenstation in Casekow soll zum Vogelturm umgebaut werden. Dorfbewohner machen sich dafür stark und haben Fördermittel nach Casekow geholt. In fünf Monaten soll der Turm fertig sein, pünktlich zum Beginn der neuen Brutsaison.

Ein altes Trafohaus steht mitten in Casekow. Kaum einer beachtet den schmalen Backsteinturm - außer Fledermäuse. Ihnen dient er als Schlafplatz und Brutstätte. Zwei Fledermausarten hat Gemeindevertreter Dr. Hans-Georg Goetzke dort beobachtet. Sie fliegen durch eine Öffnung im Mauerwerk ein und aus.

Könnten wir das leerstehende Haus nicht sanieren und als Turm für Fledermäuse und Vögel herrichten? Mit dieser Frage hatte sich Hans-Georg Goetzke an den Dorfverein Casekow gewandt. Der Verein griff die Idee auf, hat sich um Finanzhilfen bemüht und ein Konzept geschrieben, wie die Trafostation genutzt werden könnte. Jetzt kam Antwort von der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg. Die Stiftung spendiert aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale 12 555 Euro. Immerhin noch 1000 Euro muss der Verein aus eigener Kraft aufbringen.

Gemeindevertreter Goetzke hat vom Dorfverein den Auftrag erhalten, das Erbe des im März verstorbenen Vorsitzenden Maik Schablack fortzuführen, der sich besonders für dieses Vorhaben stark gemacht hat. Goetzke wird die Bauarbeiten bis zum Abschluss begleiten. Die Firma Massivbau Casekow hat jetzt den Zuschlag für Umbau und Instandsetzung erhalten. "Die Firma beginnt jetzt mit dem Aufbau des Gerüstes und dem Sanieren des Daches", freut sich Hans-Georg Goetzke. "Dann wird alles für das Anbringen von Nisthilfen für Schwalben und Fledermausbretter vorbereitet. Spätestens Ende März soll alles fertig sein."

Dem Verein liegt viel daran, die historische Bausubstanz im Dorf zu erhalten. Der alte Trafoturm gehört dazu. "Wir wollen mit seinem Erhalt nicht nur etwas für den Naturschutz tun, sondern nachfolgenden Generationen vermitteln, wie Stromversorgung anno dazumal lief. Deshalb sollen zwei Isolatoren, die sich noch am Gebäude befinden, erhalten bleiben", erläutert Hans-Georg Goetzke. Kein Kind weiß heute mehr, dass einzig und allein solche Trafotürme die Nutzung des elektrischen Stroms für Licht und andere elektrische Anwendungen erst möglich gemacht haben.

Tatsächlich aber stirbt die Bauweise der alten Trafo-Turmstationen aus. Seit 1985 werden sie nicht mehr gebaut, sondern durch moderne Netzstationen ersetzt. Dabei haben sich Architekten früherer Trafotürme mit bemerkenswerter Kreativität an den Entwürfen dafür "ausgetobt". Der Turm von Casekow ist heutzutage überflüssig. Aber er soll als Landmarke erhalten bleiben mit dem Zusatznutzen Technikgeschichte und Artenschutz.

Der Dorfverein folgt damit einem Beispiel, das deutschlandweit Schule macht und tritt der Wohnungsnot gebäudebewohnender Tierarten entgegen, die heutzutage immer weniger Unterschlupf finden. Der Verein wird den Vogelturm weiter betreuen und eine Schautafel für Informationen aufstellen.

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