Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Haus in Niederlandin nach Explosion zerstört / Amt stellt Ferienwohnung für die Eltern und ihre vier Kinder zur Verfügung

Brandkatastrophe
Familie entkommt den Flammen

Kerstin Unger / 03.11.2017, 17:37 Uhr
Landin (MOZ) Ein Feuer hat in der Nacht zum Freitag einer sechsköpfigen Familie in Landin ihr Zuhause genommen. Nach einer Explosion im Haus konnten sich die Eltern und ihre vier Kinder gerade noch in Sicherheit bringen. Ihr Einfamilienhaus ist jedoch unbewohnbar.

Um 4.18 Uhr ging der Alarm bei der Landiner Feuerwehr ein. Kurz darauf waren sie auch schon am Brandort in Niederlandin, gegenüber der Kirche. Das Einfamilienhaus mit einer Vorderfront aus Fachwerk stand bereits in Flammen. Bewohner, eine Familie mit vier Kindern, das jüngste im Kindergartenalter, war da schon aus dem Haus gelaufen und hatte sich in ihre Autos gesetzt.

"Es brannte in voller Ausdehnung von unten bis zum Dachstuhl", berichtet Wolfgang Grösch, amtierender Amtsbrandmeister des Amtes Oder-Welse. Zur Unterstützung wurden die Feuerwehren aus Pinnow und auch aus Passow angefordert, weil Atemschutzgeräteträger gebraucht wurden. Der Landkreis sorgte vor Ort für den Geräteaustausch. Auch die Schwedter Feuerwehr kam mit der Drehleiter und einem wasserführenden Fahrzeug zu Hilfe. Insgesamt waren 42 Einsatzkräfte vor Ort.

Der hintere Teil des Hauses brannte fast völlig aus, der vordere hatte nicht so viel vom Feuer abbekommen. Trotzdem ist das Gebäude nicht mehr bewohnbar. Die Löscharbeiten waren nicht ganz einfach. "Es ist schwer zugänglich. Das Gebäude ist alt und hat viele Zwischendecken und Zimmer", erklärt Wolfgang Grösch.

Die Polizei sperrte den Bereich für die Löscharbeiten ab. Die Ortsdurchfahrt war auch noch am Freitagvormittag dicht. Immer wieder mussten Glutnester gelöscht werden.

Der Notarzt ließ alle Familienmitglieder wegen des Verdachts der Rauchvergiftung zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus bringen, wo die Kinder am Freitag auch noch stationär betreut wurden. Der Vater hatte eine Verletzung am Kopf. Sie soll von einem Teil stammen, das bei einer Explosion durch das Haus flog.

Der Nachbar Hansjürgen Strobel ist froh, dass den Kindern nichts passiert ist, die ihre Zimmer im hinteren, zerstörten Hausteil hatten. "Die Familie hat so viel Arbeit in den Ausbau gesteckt", sagt er. Er selbst sei von einem lauten Knall wachgeworden. "Ich habe dann die Nachbarn in Schlafanzügen aus dem Haus rennen sehen. Der Vater hat raus, raus gerufen", erzählt er. "Ich hatte auch etwas Angst, dass das Feuer auf unsere Außenfassade übergreifen könnte", sagt Hansjürgen Strobel. Das geschah zum Glück nicht. Er hat jetzt den Hund seiner Nachbarn zu sich genommen, der draußen war und auch Stunden nach dem Brand verstört wirkte. "Wir pflegten eine gute Nachbarschaft. Dadurch kennt Rex uns."

Nicht so viel Glück hatte der zweite Hund der Familie aus dem Brandhaus, der erst seit zwei Wochen dort lebte. Er stand so unter Schock, dass er vor Angst nicht aus dem Haus zu bekommen war. Er überlebte das Unglück als einziger nicht.

Während die Eltern und die Kinder im Asklepios Klinikum behandelt wurden, liefen in ihrem Heimatort die Hilfsmaßnahmen für die Zeit danach an. Amtsdirektor Detlef Krause bot der Familie eine Ferienwohnung in Pinnow an. Vom eigenen Hausrat ist nichts mehr zu gebrauchen. Außerdem wird Bekleidung für die Brandopfer organisiert.

"Wir sind froh, dass es keinen Personenschaden gab", sagte am Freitagmorgen die Landiner Ortsvorsteherin Verena Siewert. Wir werden uns auch um die Familie kümmern und sie unterstützen." Der Vater ist Mitglied im Dorfverein.

Ob es der Heizungskessel war, der in der Nacht explodierte, wie der Hausbesitzer vermutet, müssen nun die polizeilichen Untersuchungen ergeben.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG