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Die Uckermark-SPD will Landrat Dietmar Schulze für eine zweite Amtszeit zur Wahl stellen

Landratswahl
Dietmar Schulze will weitere Amtszeit

Der Mann an der Spitze der Uckermark: Landrat Dietmar Schulze wird in vier Wochen 65. Er denkt nicht an den Ruhestand. Der Ex-Staatssekretär gilt als aussichtsreicher Kandidat für eine erneute Amtszeit. Die Sozialdemokraten stehen hinter ihm.
Der Mann an der Spitze der Uckermark: Landrat Dietmar Schulze wird in vier Wochen 65. Er denkt nicht an den Ruhestand. Der Ex-Staatssekretär gilt als aussichtsreicher Kandidat für eine erneute Amtszeit. Die Sozialdemokraten stehen hinter ihm. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Oliver Schwers / 05.01.2018, 06:30 Uhr
Prenzlau (MOZ) Er wird in einem Monat 65 und will es noch einmal wissen - Uckermark-Landrat Dietmar Schulze steht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Der SPD-Politiker fordert aber eine starke Unterstützung. Der Unterbezirk will am 6. Februar entscheiden.

Es gilt als sicher, dass die SPD-Mitglieder hinter ihrem Spitzenmann stehen. Zwar gibt es auch andere mögliche Kandidaten, die durchaus bereit wären, den Landratsposten zu übernehmen, doch dürfte es schwer sein, gegen Schulzes Popularität anzutreten.

Die SPD hat sich Zeit gelassen. Bis spätestens 8. Februar müssen alle Vorschläge für die Landratswahl beim Kreiswahlleiter vorliegen. Nur zwei Tage zuvor trifft der Unterbezirk seine abschließende Entscheidung. "Ich schließe nichts aus", so die immer gleichlautende Antwort von Dietmar Schulze auf die Frage, ob er noch einmal antreten wolle. "Lust hätte ich schon. Es hängt davon ab, wie man Unterstützung bekommt."

Bisher durfte er sich seiner Sache sicher sein. Im Kreistag steht eine satte Mehrheit von SPD, Linken und FDP hinter ihm. Die Kreisreform mit möglichen Unwägbarkeiten aus dem Barnim ist vom Tisch. Und außerdem kann der Ex-Staatssekretär auf seinen Bekanntheitsgrad bauen, was er gern mit vielen Anekdoten gespickt bei öffentlichen Anlässen und in kleiner Runde zum Besten gibt.

Und nun noch eine Amtsperiode, während andere sich zur Ruhe setzen? Dem SPD-Mann mit exzellenten Verbindungen in die Potsdamer Ministerien ist die Lust am Kreisregieren anzumerken. "Mir hätte was gefehlt", sagt er als Resümee auf die vergangenen acht Jahre. Sie waren sein vierter beruflicher Lebensabschnitt. Der erste begann mit seiner Agrarausbildung in der DDR, der zweite setzte sich als Landwirtschaftsamtsleiter im Großkreis Uckermark fort, der dritte führte ihn als Agrarstaatssekretär nach Potsdam. Nach zehn Jahren und dem Politikwechsel fand sich Schulze plötzlich in der Kreisverwaltung wieder - nun als Chef.

Dabei hatte ihn die SPD zunächst gar nicht als Kandidaten geführt. Erst nach dem Scheitern der Direktwahl 2010, bei der keiner der vier Bewerber die notwendige Stimmenzahl bekam, ging die Entscheidung an den Kreistag über. Und der wählte den neu ins Rennen geholten Ex-Staatssekretär.

Nach acht Jahren Amtszeit wäre er nun durch die Kreisreform fast zum Resteverwerter geworden. Die Uckermark hielt sich mit einer Bewertung der Zwangsfusion mit dem Barnim bis zum Schluss zurück, obwohl selbst führende Köpfe der Kreis-SPD nicht hinter dem Projekt standen. Die CDU tobte. Schließlich zerfetzte eine überraschend scharfe Stellungnahme aus Prenzlau den handwerklich schlechten Gesetzentwurf des Innenministeriums.

Die Uckermark gibt es immer noch. Und sie benötigt einen neuen Landrat. Denn auch wenn die Finanzen heute besser als je zuvor sind, von Schuldenberg keine Rede mehr ist und die Wirtschaft aufholt, bleiben noch große Probleme. Drei davon müssten in der Zukunft dringend gelöst werden, meint Dietmar Schulze. Eines ist die hohe Langzeitarbeitslosigkeit, ein weiteres die Bildung und das dritte die Infrastruktur. Klingt also fast schon wie eine Wahlprogramm.

Doch jetzt muss die SPD zunächst eine Entscheidung treffen, ob der Landrat seine Rente antreten darf oder noch einmal für acht Jahre weiterregiert.

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