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Wirtschaft der Uckermark ist unzufrieden mit der Landespolitik und macht deutliche Forderungen auf

Strategie gegen die Abkopplung

Ärgernis B 198: Zum teilweisen Ausbau bleibt die Verbindung zur Autobahn 15 Monate gesperrt.
Ärgernis B 198: Zum teilweisen Ausbau bleibt die Verbindung zur Autobahn 15 Monate gesperrt. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Michael Dietrich / 12.01.2018, 06:00 Uhr
Schwedt (MOZ) "Ein Weiter so! kann und darf nicht akzeptiert werden." Dieser Satz stammt nicht etwa von Bürgerinitiativen oder der Opposition, sondern von Wirtschaftsvertretern der Region, die mit der Landesregierung unzufrieden sind. Sie haben ein Forderungspapier aufgestellt, das es in sich hat.

Das Forderungspapier ist eine direkte Reaktion auf die Landesentwicklungsplanung, in der führende Vertreter der Politik und Wirtschaft der Region die Uckermark und ihre Wirtschaftsstandorte Schwedt und Prenzlau sowie die Landwirtschaft völlig unzureichend berücksichtigt finden.

Keine Antworten auf Anforderungen für eine zukunftsfähige Infrastruktur, Mobilität oder Digitalisierung. Keine ausreichende Berücksichtigung wirtschaftlicher Chancen auf der Achse Berlin - Stettin. Völliges Fehlen von Visionen für die Entwicklung der Region. Das wirft das Papier der Landesregierung vor und zieht das Fazit: Wenn das Land keine Strategien aufzeigt, müssen die Akteure der Region eben selbst tätig werden. "Wir wollen agieren und nicht mehr reagieren, das ist der Konsens der Beteiligten", formuliert es Jörn Klitzing von der IHK-Geschäftsstelle in Eberswalde. Er hat an einen breiten Kreis von Wirtschaftsvertretern den Vorschlag gesendet, den alten Arbeitskreis Nord unter dem neuen Namen Arbeitskreis Zukunft Uckermark wieder aufleben zu lassen.

Mitte Februar soll der Kreis erstmals wieder in Prenzlau zusammentreten und zum neuen Sprachrohr der Wirtschaft der Region werden. Es wird mit einer großen Resonanz gerechtet, mehr als 160 Einladungen sind an Unternehmen und Einrichtungen gegangen, täglich erhält Jörn Klitzing weitere Anfragen von Interessenten.

Der Vorstoß wird von namhaften Wirtschaftsvertretern wie Wulf Spitzley, Geschäftsführer der PCK Raffinerie, Sigmund Bäsler, Präsident der Unternehmervereinigung, Peter Probst, Geschäftsführer der Leipa Papierfabrik und Politikern wie Landrat Dietmar Schulze und Bürgermeister Jürgen Polzehl unterstützt. Der Arbeitskreis soll deutliche Forderungen wie eine Verbesserung der Verkehrsanbindung der Region diskutieren und formulieren. Vor allem aber wollen die Initiatoren erreichen, dass die Uckermark sich wieder mehr Gehör verschafft. Die Wirtschaft will nicht mehr über unzureichende Rahmenbedingungen klagen, sondern Vorleistungen beim Ausbau der Infrastruktur einfordern, die wirtschaftliche Entwicklung nach sich ziehen. Auch großmundige Versprechen der Politik zum besseren Ausbau der digitalen Netze entsprechen in den Augen der Wirtschaftsvertreter nicht einmal ansatzweise den realen Erfordernissen. Das Forderungpapier kommt zu dem Schluss: "Die Realität sieht anders aus und lässt ein weiteres Abkoppeln der ländlichen Region befürchten." Dagegen soll der wiederbelebte Arbeitskreis nun eine Zukunft für die Uckermark aufzeigen und sich dafür mit geballter Kraft einsetzen.

Forderungspapier:


■ Verkehrsanbindung:- kompletter dreispuriger Ausbau der B 198 zur Autobahn- direkter Anschluss von Schwedt an das Autobahnnetz, dreistreifiger Ausbau der B 166 von Passow bis Kreuz Uckermark- Bau eines Grenzübergangs nördlich Schwedt
■ Digitalisierung:- 5G-Netz, Gigabitleitung
■ Mobilität:- technologieoffene Mobilität- realitätsnahe Lösungen
■ Bildung:- Einrichtung für Forschung und Entwicklung schaffen
■ Landwirtschaft:- Unterstützung bei Hofübergaben und Investitionen

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