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Passow plant in diesem Jahr einige Investitionen und führt Gespräche mit Interessenten für das Bahnhofsgebäude

Finanzen
Ruinen sollen verschwinden

© Foto: Stefan Csevi
Kerstin Unger / 04.02.2018, 06:30 Uhr
Passow (MOZ) Nach einem turbulenten 2017 geht es in diesem Jahr - was Feste angeht - in Passow etwas ruhiger zu. Dafür sollen einige größere Investitionsvorhaben in Angriff genommen werden. Das verrieten Bürgermeister Walter Henke und sein Stellvertreter Silvio Moritz.

Das Kreiserntedankfest war der Knüller in Passow. "Das ganze Dorf hat mitgemacht, vom Vorbereiten und Schmücken bis zum Feiern", schwärmt Silvio Moritz noch immer. Als Belohnung gab es für die Macher eine Dankeschönveranstaltung. Kurz danach wurde Passow auch noch Zweiter im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft", bei dem man nach längerer Zeit wieder einmal mitmachte. Das Ergebnis hatte die gute Entwicklung bestätigt. "Wir konnten die Potenziale und die neuen Möglichkeiten miteinander verbinden und nach außen präsentieren", sagt der stellvertretende Bürgermeister.

Der dritte Höhepunkt sei die Fertigstellung der Kulturbaracke in Briest gewesen. Sanitäranlagen, Dach, Küche und anderes wurden neu gemacht. Für Material hatte die Gemeinde 10000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Feuerwehr und Bewohner hatten viele Arbeiten selbst übernommen. Eine kleine Dankeschönfeier soll auch hier noch folgen.

Die Passower Feuerwehr war Gastgeber des gut vorbereiteten Amtsfeuerwehrtages. Die Unterbringung von Gastwehren erfolgte im Deutsch-Polnischen Jugend-, Bildungs- und Kommunikationszentrum, das so mit Leben erfüllt wird. Hier fand im Sommer auch eine Nachwuchs-Fußballschule des USV Passow mit Gästen aus dem polnischen Stargard statt. "Es war ein tolles Trainingslager mit Turnierspielen und kam hervorragend an", schätzt der Bürgermeister ein.

In einer konzertierten Aktion zog der Hort in die Schule um. "Damit haben wir es kurzfristig geschafft, die Warteliste bei Kitaplätzen abzuarbeiten. Wir können jetzt jedem Kind einen Platz anbieten", sagt Walter Henke. Der Schulhof soll künftig noch weiter gestaltet und für die Kinder attraktiver werden.

Ein Ärgernis wurde mit der Instandsetzung des Gehwegs in der Grünower Straße beseitigt. Baumwurzeln hatten hier die Platten hochgedrückt, sodass der Bereich eine Gefahrenstelle war.

Die Gemeinde bemüht sich in diesem Jahr noch um weitere Fördermittel für das Passower Ärztehaus. Die Förderung für die energetische Sanierung vom Bund ist bereits zugesagt. "Wir haben aber auch noch die Revitalisierung der Arztpraxis und des Außengeländes vorgesehen. Schließlich wollen wir die Ärzte im Ort halten", erklärt Silvio Moritz. Walter Henke ergänzt: "Die Planungen sind soweit abgeschlossen. Wenn alle Zuwendungsbescheide da sind, erfolgt die Ausschreibung, damit wir hoffentlich noch dieses Jahr mit dem Bau beginnen können."

Ein weiteres großes Projekt ist der Bau eines Strandbades im nördlichen Bereich Passows. Derzeit läuft die Planung. Umweltfragen sind noch zu beachten und mit der Genehmigungsbehörde abzustimmen. Ziel sei es, noch 2018 die vertraglichen Grundlagen mit dem Investor hinzubekommen, um das Vorhaben in den nächsten zwei bis drei Jahren umzusetzen. Hier sind künftig auch musikalische Veranstaltungen geplant. Einen Vorgeschmack soll es in diesem Sommer mit einem kleinen Musikfestival geben. "Wir arbeiten daran und hoffen, dass es gelingt", erklärt der Bürgermeister.

Auch in Sachen Bahnhof Passow könnte wieder Bewegung kommen. Die Gemeinde ist im Gespräch mit Interessenten. Walter Henke: "Das wird aber auch ein längerer Weg von drei bis vier Jahren. Aber wenn es klappt, sind wir zufrieden."

Um Abriss der Ruinen vor dem Bahnhof, unter anderem die ehemalige Mühle, kümmert sich die Gemeinde ebenfalls. Das könnte im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen gelingen.

Im Bereich Straßenbau soll in diesem Jahr der Uckermärkische Radrundweg zwischen Zichow und dem Ortseingang Wendemark sowie der letzte Teil bis zum Landiner Kreuz fertiggestellt werden. Der Abschnitt Zichow-Wendemark ist derzeit Schwerpunkt in der Beratung mit dem Landkreis. Die nächsten Maßnahmen werden 2019/2020 die Mittelstraße in Passow und der Straßenbau in Schönow sein. "Dafür werden Eigenmittel angespart, denn die Investitionszuweisungen des Landes sind nicht so üppig", sagt Walter Henke. "Das alles kann man nur machen, wenn man eigenständig ist. Sonst ist das nicht in diesem Zeitraum hinzubekommen. Wir kämpfen jedenfalls darum, dass die Eigenständigkeit unserer Gemeinde so lange wie möglich erhalten bleibt."

In Jamikow sind die Straßen saniert worden. Derzeit wird die Straßenbeleuchtung installiert. In Schönow stünden zwei Straßen auf der Liste. An der Kreisstraße könne der Gehweg, der vom Ortsteil auch zwischen Bahnhof und Ortsausgang gefordert wird, erst gebaut werden, wenn der Kreis mit der Baumaßnahme beginne. Dafür werde gespart.

Ein kultureller Höhepunkt wird in diesem Jahr das 65. Kinderfest am 16. Juni in Wendemark sein. Jedes Jahr zieht es viele Besucher des Ortes und der Umgebung in den Park. Und natürlich lädt im Dezember wieder der ebenfalls stets gut besuchte Weihnachtsmarkt an der Kirche ein.

Passow will sich zudem an den Feierlichkeiten zum 175. Geburtstag der Bahnstrecke Berlin-Stettin beteiligen. In Gartz laufen die Planungen bereits. "Wir könnten uns zum Beispiel mit einem Bahnhofsfest einbringen", sagt Walter Henke.

Nicht nur die Kirchengemeinde und der Förderverein der Kirche Passow wünschen sich, dass die geplanten Arbeiten in der Kirche in diesem Jahr beginnen können. Bis zum 500. Jahrestag soll der Altar vollständig restauriert sein. Ein Teil ist schon geschafft. Fördermittel sind da. Für die Umsetzung der Winterkirche ist die Finanzierung allerdings noch nicht gesichert, sondern erst einmal nur für den Abriss.

Passow macht sich Hoffnungen auch auf mehr Geld aus anderen Quellen. "Die Landesregierung hat angekündigt, dass ehemalige Grundzentren ab 2019 wie Grundzentren ausgestattet werden. Uns sind 100000 bis 200000 Euro pro Jahr verlorengegangen", erklärt der Bürgermeister. Er freue sich, auch, dass der Kreis über gute Rücklagen verfüge. Die brauche er auch. "Aber wenn mehr als 12 Millionen auf dem Konto liegen, könnte man 2018 über einen Nachtragshaushalt nachdenken und die Kreisumlage senken."

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