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Grundschule Tantow fördert sprachliche und künstlerische Begabung von Mädchen und Jungen

Förderung
Polnisch - ein Magnet für Familien

Beratung am Tag der offenen Tür: Lehrerin Magdalena Grek (M.) im Gespräch mit den Eltern Beata Kasiborska (l.) und Justyna Renk.
Beratung am Tag der offenen Tür: Lehrerin Magdalena Grek (M.) im Gespräch mit den Eltern Beata Kasiborska (l.) und Justyna Renk. © Foto: Stefan Csevi
Eva-Martina Weyer / 23.02.2018, 06:45 Uhr
Tantow (MOZ) An der Evangelischen Salveytalgrundschule Tantow lernen so viele Schüler wie nie. 70 Mädchen und Jungen gehen in die 1. bis 6. Klasse oder besuchen die Vorschule. Gut die Hälfte der Kinder stammt aus polnischen Familien. Der Ruf der Schule mit deutschem und polnischem Unterricht spricht sich herum.

"So viele Kinder hatten wir noch nie", freut sich Schulkoordinatorin Maritta John. 70 Schüler bedeutet auch, dass 13 Kinder die Vorschule besuchen und möglicherweise im August an dieser kleinen Dorfschule eingeschult werden.

Die Schule hat sich aus einer Elterninitiative heraus vor elf Jahren gegründet. Allen Zweiflern zum Trotz macht die kleine Schule in freier Trägerschaft gute kontinuierliche Arbeit. Gerade haben die Lehrer aller Grundschulen die Empfehlung abgegeben, welche Schule für ihre Kinder ab Klasse 7 geeignet ist. Grundlage dafür sind die Halbjahreszeugnisse und ein Gutachten. Inzwischen steht fest: Sieben der acht Tantower Kinder, die jetzt in die 6. Klasse gehen, haben eine Empfehlung fürs Gymnasium erhalten.

Von diesen empfohlenen Schülern bewerben sich drei am Einstein-Gymnasium Angermünde und vier am Gymnasium Löcknitz im benachbarten Mecklenburg-Vorpommern. Dort lernen in integrierten Klassen deutsche und polnische Schüler gemeinsam. Genau so kennen es die Tantower Kinder vom ersten Schultag an.

"Fast die Hälfte unserer Schüler stammt aus polnischen Familien", informiert Maritta John. "Und diese Familien wollen die deutsche und polnische Sprache pflegen." Ganz bewusst nutzt die Salveytalschule ihre Lage in der Grenzregion aus. Unterrichtssprache ist Deutsch, aber es gibt zusätzliche Angebote für deutsche und polnische Kinder die jeweils andere Sprache zu erlernen. Am Tag der offenen Tür konnten sich die Eltern ein Bild davon machen. Einige Lehrer stammen selbst aus Polen und haben, wie zum Beispiel Magdalena Grek, polnische Eltern beraten. Die Tochter von Justyna Renk heißt Daria und geht in die 4. Klasse. Nun hat sich die Mutter darüber informiert, wie es wäre, wenn auch ihre jüngste Tochter Olivia dort ab August in die 1. Klasse geht.

"Die polnischen Familien haben mit dem Umzug in unsere Region ein Zeichen gesetzt", sagt Maritta John. "Sie wählen unsere Schule ganz bewusst aus, weil die polnischen Eltern die Zukunft ihrer Kinder in Deutschland sehen. Es ist ihnen aber auch wichtig, dass das Polnische als ihre Identität bewahrt wird."

Als Zusatzfach wird deshalb Polnisch als Muttersprache für polnische Kinder angeboten. Sprachbegabte deutsche Kinder lernen Polnisch als Begegnungssprache. "Es gibt deutsche Eltern, die das sehr vorantreiben", weiß Maritta John. Schöner Nebeneffekt: Wenn Schüler ein Programm gestalten, wollen sie Gedichte sowohl auf Deutsch als auch auf Polnisch vortragen.

Früchte trägt auch das gemeinsame Projekt mit der Musik- und Kunstschule Schwedt. Dessen Lehrerin Wenke Paul fördert im Projekt "KlasseKunst" Mädchen und Jungen, die gerne malen und zeichnen. Die Tantower Schule ist eine der wenigen im Land Brandenburg, die daran teilnimmt. Sichtbare Erfolge sind Preise in Wettbewerben für Bilder von Kindern aus Tantow.

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