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Volkssolidarität und Wobag wollen eine Kindertagesstätte im Abrissviertel bauen

Volkssolidarität
Neue Kita für Schwedt

Ausgedünnt: Nach dem Abriss leerstehender Plattenbauten ist im Schwedter Stadtteil Kastanienallee viel Platz. Die Stadt plant, auf freien Flächen Bauplätze für Eigenheime auszuweisen. Zu dem Zuzug junger Familien würde auch Kita-Neubau passen.
Ausgedünnt: Nach dem Abriss leerstehender Plattenbauten ist im Schwedter Stadtteil Kastanienallee viel Platz. Die Stadt plant, auf freien Flächen Bauplätze für Eigenheime auszuweisen. Zu dem Zuzug junger Familien würde auch Kita-Neubau passen. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Michael Dietrich / 18.03.2018, 06:00 Uhr
Schwedt (MOZ) Was für eine Nachricht in einer Stadt, die seit Jahren schrumpft: Eine neue Kindertagesstätte soll gebaut werden. Die Volkssolidarität Uckermark hat angekündigt, zusammen mit der Wohnungsgenossenschaft Wobag eine Kita im Stadtteil Kastanienallee zu errichten.

Nach vielen Jahren sinkender Geburtenraten werden in Schwedt wieder mehr Kinder geboren und entscheiden sich auch wieder mehr Familien für mehrere Kinder. Das bekommen auch die Kitas zu spüren. 645 Eltern haben ihre Kinder zur Betreuung in den Kitas der Stadt angemeldet, mehr als erwartet. Die meisten der 17 Kitas sind bereits gut belegt, viele haben Wartelisten. Jetzt gibt es nach der Ankündigung der Stadt, in Criewen die alte Kita-Baracke durch einen größeren Neubau zu ersetzen, auch für Schwedt eine gute Nachricht.

Bärbel Glogau, Geschäftsführerin der Volkssolidarität Uckermark, bestätigt die Pläne. „Wir haben Interesse, eine neue Kita in Schwedt zu betreiben. Wir haben das dem Landkreis bereits angekündigt, dort sieht man dringenden Bedarf für neue Kita-Plätze in Schwedt. Die Wohnungsgenossenschaft Wobag klärt derzeit, ob es für so einen Neubau Fördermittel erhalten würde. Wenn das klappt, würden wir gern 2019 mit dem Bau starten“, sagt die Leiterin der Kreisgeschäftsstelle der Volkssolidarität in Angermünde.

Für das bauliche Vorhaben hat die Wobag Mittel des Bundesinvestitionsprogramms Kinderbetreuungsfinanzierung 2017-2020 beantragt.

Schwedt braucht dringend neue Kita-Plätze. Das hat der Landkreis Uckermark, der für die Bedarfsplanung zuständig ist, festgestellt. In dem Bericht heißt es, dass das Wunsch- und Wahlrecht der Eltern zur Kinderbetreuung in Schwedt dem Grunde nach gewährleistet werden kann, aber nur durch die Ausweisung von Überbelegungen. Die 17 Einrichtungen haben insgesamt 103 Plätze über ihre eigentliche Kapazität hinaus ausgewiesen. Das wollen die Jugendämter aber nicht mehr länger mittragen, denn Überbelegungen bedeuten Qualitätseinbußen bei der Betreuung der Kinder und bei den Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen.

Insbesondere im Krippen- und Kindergartenbereich könne die Stadt nach der Prognose des Kreises den Betreuungsbedarf decken. Bereits kurzfristig bestehe ein Fehlbedarf von 129 Plätzen. Mindestens 119 Plätze sollen durch Neu- oder Erweiterungsbauten geschaffen werden und zwar bis 2020, die Realisierung habe „höchste Priorität“.

Für den jüngsten DDR-Wohnkomplex Kastanienallee wäre der Neubau einer Kita ein Hoffnungszeichen nach vielen Jahren Stagnation, Leerstandsabriss und Schließung von Einrichtungen. Die Kitas in der Nähe, „Hans Christian Andersen“ und Integrative Naturkita platzen aus allen Nähten. Schwedt hat derzeit 17 Kitas mit 1925  Plätzen, 120 sind von Kindern aus Berkholz-Meyenburg und anderen Dörfern im Amt Oder-Welse genutzt.

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