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Recyclingbetrieb erhebt schwere Vorwürfe gegen Landkreis / Landratskandidatin Karina Dörk informiert sich vor Ort

Recycling
Recon startet 3,5 Millionen-Investition

Vor-Ort-Termin: Landratskandidatin Karina Dörk (CDU) und Bundestagsmitglied Jens Koeppen erkundigen sich bei Mario Krüger und Manuela Pohl von Recon über die Verwertung des Hausmülls der Uckermark sowie über Pläne und  Probleme des Betriebes.
Vor-Ort-Termin: Landratskandidatin Karina Dörk (CDU) und Bundestagsmitglied Jens Koeppen erkundigen sich bei Mario Krüger und Manuela Pohl von Recon über die Verwertung des Hausmülls der Uckermark sowie über Pläne und  Probleme des Betriebes. © Foto: Oliver Voigt
Michael Dietrich / 29.03.2018, 06:45 Uhr
Schwedt (MOZ) Der Recyclingbetrieb Recon hat vier Jahre nach seinem Antrag auf Betriebserweiterung die Genehmigung dafür erhalten. 3,5 Millionen Euro will die Firma investieren. Landratskandidatin Karina Dörk (CDU) besuchte den Betrieb und bekam deutliche Worte über die Kreisverwaltung zu hören.

Seit wenigen Tagen hält Geschäftsführer Uwe Bartz die lang ersehnte Genehmigung für die Betriebserweiterung in der Hand. Das Unternehmen will 3,5 Millionen Euro in den Bau neuer Lager und Sortierflächen, neuer überdachter Boxen und Anlagen zur sicheren Wasserentsorgung und zum besseren Brandschutz sowie in neue Technik investieren. „Wir kaufen neun Lkw, zwei neue Radlader und zwei Schredder, die deutlich leiser und energiesparender arbeiten und weniger Geruchsemission erzeugen“, erläutert Betriebsleiter Mario Krüger bei einem Betriebsbesuch von Karina Dörk, die als neue Landrätin der Uckermark kandidiert.

Recon ist einer der wichtigsten Recyclingbetriebe der Uckermark. Die Landratskandidatin scheute nicht den Termin inmitten von Hausmüll, Plastikabfällen und Sperrmüll. Sie erkundigte sich danach, welche Pläne das Unternehmen hat und welche Hemmnisse möglicherweise bestehen. „Den Landrat hat die ganzen Jahre nicht interessiert, wo der komplette Hausmüll des Landkreises landet und verarbeitet wird“, kommentiert Uwe Bartz.

Recon behandelt auch Gewerbeabfälle, Altholz, sortiert tausende Tonnen Altpapier, entsorgt Kraftwerks-Stäube und Schlacken und versorgt die Industrie mit Altpapier und Ersatzbrennstoff. Recon hat Aufträge in Leipzig, Berlin, Eisenhüttenstadt, in der Ost-Prignitz, Lüneburg bis hin nach Holland. Das Unternehmen beschäftigt 120 Mitarbeiter, hat 27 Lkw, 300 Container im Umlauf und 45 mobile Pressen. Karina Dörk spricht den Streit mit nahegelegenen Anwohnern an, die sich belästigt fühlten und fragt, wie sich das entwickelt habe. „2017 gab es keine einzige Beschwerde“, informiert Uwe Bartz und erklärt, dass man mit den Nachbarn im Gespräch sei und sich austausche.

Für den Betriebssitz im Wald hinter Monplaisir braucht Recon jedoch dringend mehr Platz zur Lagerung und Aufbereitung. Im November 2013 beantragte die Firma die Genehmigung zur Erweiterung um zwei Hektar. Auf die Frage, warum das so lange gedauert habe, antwortet Uwe Bartz: „Was uns beim Kreis entgegenschlug an Verzögerung und Inkompetenz war eine Katastrophe“, erklärt Geschäftsführer Uwe Bartz und ließ kein gutes Haar am amtierenden Landrat. Selbst nach dem Erörterungstermin  seien aus dessen Umweltamt „abenteuerliche Forderungen“ an die Firma gestellt worden, die nichts mit der beantragten Erweiterung zu tun hatten. „Wir mussten monatelang auf Stellungnahmen warten, die uns innerhalb von Wochen versprochen waren und wir haben es schwarz auf weiß, dass diese Forderungen möglicherweise überzogen seinen. Man sagte uns, wir hätten ja gute Chancen, uns rechtlich zu wehren“, berichtet Bartz. Er erklärt Karina Dörk, keine Sonderbehandlung zu verlangen, sondern lediglich die Einhaltung der Gesetze. Wenn höhere Auflagen zur Reinhaltung des Grundwassers gelten, dann aber auch für alle anderen Entsorgungsbetriebe. „Wenn nur wir so strenge Auflagen erhalten, haben wir einen Wettbewerbsnachteil“, so Bartz, „dabei wollen wir investieren, wachsen und Leute einstellen.“

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Hans Otto Gerlach 29.03.2018 - 12:10:09

Sehr bedauerlich

Als die Abfalldeponie verboten wurde und der Abfall getrennt werden musste, gab es landesweit große Sorgen und Probleme, die nötigen Trennanlagen zu bauen oder Unternehmen zu finden, die Abfalltrennung durchführten. Es war die Recon-T, die dem Landkreis regelrecht aus der Patsche geholfen hat und mit äußerst fairen Preisen dazu beitrug, dass die Bürger im Vergleich zu anderen Landkreisen noch die niedrigsten Müllgebühren zahlen mussten. Da ist es schon sehr bedauerlich, was man jetzt lesen muss über die Behandlung dieses Unternehmens. So denkt man sich nicht die "unkomplizierte" Unterstützung in Genehmigungsfragen durch den Landkreis.

Armin Rohde 29.03.2018 - 07:33:04

Vielsagend

Vielsagend ist dieser Bericht! Man hört immer wieder das der Landrat in der Uckermark tourt. Aber wenn man schaut so, dann immer bei Touristikern mit Kaffee und Kuchen. Viele Mittelständische Unternehmen beklagen genau das! Geld wird eben woanders verdient und der Tourismus ist ein kleiner Zweig davon. Frau Dörk weiter so!

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