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CDU-Ortsverband Angermünde stellt Berliner Mobilitäts-Start-up als Alternative für öffentlichen Nahverkehr vor

Mobilität
Digitalisierung des Busverkehrs

Wird der uckermärkische Busverkehr digital? In Berlin läuft bereits über door2door ein Rufbus-Projekt, bei dem Transporter viele Privat-Autos ersetzen.
Wird der uckermärkische Busverkehr digital? In Berlin läuft bereits über door2door ein Rufbus-Projekt, bei dem Transporter viele Privat-Autos ersetzen. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 14.04.2018, 06:00 Uhr
Angermünde (MOZ) Rufbus per App – und das an jeder Stelle der Uckermark? Spinnerei. Nein, sagt Tom Kirschbaum von der Firma door2door. Sein Mobilitäts-Start-up will den öffentlichen Nahverkehr revolutionieren. In Angermünde hat er jetzt sein Konzept vorgestellt.

Die jüngste Streichparade im Busverkehr der Uckermark hat gezeigt: Es gibt hierzulande keine alternativen Ideen, um Menschen gemeinsam und besser von A nach B zu transportieren. Statt moderner Lösungen werden einfach nur Linien ausgedünnt. Das hat keine Zukunft. Auch der erfolgreiche Rufbus wird nicht flächendeckend erweitert. Verpasst die Uckermark den Anschluss?

Mitten in diese Diskussion hinein kommt Tom Kirschbaum aus Berlin. Der door2door-Geschäftsführer wirft Videos und Bilder an die Leinwand, dass dem Angermünder Publikum die Kinnladen herunterfallen. Sein viel beachtetes Mobilitäts-Start-up lässt bereits in Berlin, Lissabon, Duisburg und Freyung Rufbusse kreisen. Investoren stecken Millionen in diese Revolutionierung des öffentlichen Nahverkehrs. Door2door will den privaten Autoverkehr und damit die Abgasbelastung reduzieren. Drei seiner Shuttle-Transporter sollen 100 Pkw ersetzen. Das System funktioniert über die Digitalisierung: Per App können Nutzer den nächsten Wagen finden. Der optimiert Routen von anderen Mitfahrern und bringt sie gemeinsam ans Ziel. Der Preis wird aufgeteilt. Unter Nutzung einer genauen Verkehrsanalyse will Tom Kirschbaum die althergebrachten Verkehrsunternehmen unterstützen, Kosten senken und selbst die Taxis in die Flotte einbinden.

Ist das die Mobilität 4.0 für die Uckermark? In Bayern läuft derzeit ein Test im ländlichen Raum. Im Unterschied zum Rufbus muss niemand seine Fahrten ewig vorplanen. Auch am Abend könnten die Shuttle rollen. Kirschbaum spricht von einer „digitalen Werkzeugkiste“ für neue Verkehre. „Da muss aber wenigstens das Handy funktionieren“, ruft ein Zuhörer dazwischen und berichtet von ewigen Funklöchern und anderen Problemen der provinziellen Realität. Im Zuschauerraum des Angermünder Hotels 1912 sitzen zwar lediglich ein Dutzend Menschen auf Einladung der Orts-CDU. Die aber sind regelrecht begeistert. Darunter auch Hans-Otto Gerlach vom Aufsichtsrat der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft und ein Vertreter des Landkreises.

Die heftige Diskussion rankt sich um Probleme der Busverbindungen, um Kosten, lange Wege und politischen Streit um den Nahverkehr. Doch Kirschbaum sieht vor allem die technische Überlegenheit. Selbst die Digitalisierung des jetzigen Nahverkehrs wäre schon ein erster Schritt. Vielleicht warten dann die Busse auf dem Bahnhofsvorplatz auf den sichtbar einfahrenden RE 3, anstatt die hinüberhetzenden Fahrgäste im Regen stehen zu lassen.

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Armin Rohde 14.04.2018 - 17:33:42

Apps scheinen alles zu können, oder?

Natürlich will da jemand etwas verkaufen, nämlich sein PC Programm! Und es wird natürlich irgendwann irgendwie funktionieren! Aber das Grundproblem ist das am Tag die Bustacktung zu lange ist. Sollte der geplante Plusbus im Stundentakt zwischen Schwedt und Prenzlau auch noch so gut gemeint sein, so wird es auch Verlierer geben, denn dann müssen wohl die Dörfer abseits der Hauptstraße wegfallen um die Fahrzeit unter einer Stunde zu halten! Und da wäre dann vielleicht Intelligenz bei den Anschlüssen und Zubringernummer gefragt! Fakt ist jedenfalls das es zukünftig mehr Nahverkehr geben müssen wird zwischen den Städten Berlin und Stettin! Eine Frage ist auch noch zu klären, wer soll denn die Fahrzeuge für diese App fahren, denn auch Rufbusse müssen vorgehalten werden und soll etwa mit einer notwendigen Förderung dem auch geförderten ÖPNV Konkurrenz gemacht werden? Man kann ja auch Essen per App bestellen, aber am Ende steht immer ein Mensch der die Arbeit machen muss!

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