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Festumzug zur 850-Jahr-Party mit 450 Bürgern, 50 Pferden, vielen Festwagen, einer Wassernixe und tausenden Zaungästen

Jubiläum
Gramzow feiert fröhlicher als die Royals

Dietmar Rietz / 22.05.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 22.05.2018, 08:45
Gramzow (MOZ) Drei Tage lang feierte die heimliche Hauptstadt der Uckermark 850. Geburtstag. Sie ist älter als Berlin und die Mark Brandenburg. Der Festumzug nahm die Zuschauer mit auf eine Zeitreise.

Gramzow. 450 Bürger, 50 Pferde und zahlreiche Festwagen bildeten den großen, bunten Festumzug zur 850-Jahr-Feier am Sonnabend in Gramzow. Den Umzug durch den Ort verfolgten tausende Schaulustige aus Nah und Fern. Am Freitag war die Jubiläumsfeier mit einem Festkonzert und einem Festempfang eröffnet worden.
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Klarer Vorteil für den ältesten Ort der Uckermark! Die königliche Hochzeit von Prinz Harry und der US-Schauspielerin Meghan Markle auf Schloss Windsor vermochte in Gramzow am Sonnabend nicht die Gassen leer zu fegen. Mit den 2500 Gästen der Royals konnte die Gramzower am Wochenende locker mithalten. Aus der Partnerstadt Krempe kam Bürgermeister Volker Haack mit Bussen voller Musiker und Fahnenschwenker. Die polnischen Partner aus Przechlewo schickten eine große Delegation. Viele ehemalige Gramzower wollten den Festumzug sehen und noch mehr Auswärtige aus Nah und Fern. Gramzows Bürgermeister Uwe Koch meinte, die Einwohnerzahl des Ortes könnte sich über Pfingsten mehr als verdoppelt haben. Selbst das Jubiläums-Wetter war königlich, wenn nicht gar kaiserlich.

Gramzow hatte sich herausgeputzt mit Wimpelketten, Windmühlen, Fahnen, Ständen und Bühnen. Offen waren die Museen und der künftige Kunstspeicher. Die Schwedter Manuela Busch und Frank Wiemeyer haben dort mit Freunden angefangen, ihm neues Leben einzuhauchen – gebrochene Poesie mit Seele.

Am Sonnabendmorgen schoss die Schützengilde Schwedt Salut zur Eröffnung auf dem Markt. Die Angermünder Musikanten brachten den Platz in Stimmung. Die Musik war bis in die Seilerstraße zu hören, wo Angermünder Oldtimerfreunde sich in Schale geschmissen hatten, um ihre Schätzchen zu präsentierten. 450 Bürger, 50 Pferde und Wagen bildeten den Festumzug. Er erzählte die Ortsgeschichte von der ersten urkundlichen Erwähnung Gramzows 1168 als „Villa Gramsowe“ über die Gründung des Prämonstratenser-Klosters durch Herzog Bogislaw 1178, Kriege und Friedenszeiten, Wende und Mauerfall bis in die Neuzeit. Als Chronist vom Dreiecksee zitierte Festumzugs-Moderator Sven Pyka Heimatdichterin Anna Karbe: „`S ist ja nichts halb so schön als meiner Heimat Wälder, als meiner Heimat blaue Seen und meiner Heimat Felder.“ Er traf damit den Nerv der Zuhörer. Unternehmer Eckhard Zürner (65) lebt mit seiner Familie in der sechsten Generation im Ort. Er bestätigte dieses Heimatgefühl: „Wir haben Gramzow im Blut.“

Nach dem Festkonzert in der Marienkirche eröffnete Gramzows Bürgermeister Uwe Koch mit einem Festempfang in der kleinen Mehrzweckhalle am Freitagabend die 850-Jahr-Feier. Er pries Gramzow als „Mittelzentrum“, das alles hat, was man zum Leben braucht. Koch verriet den Gästen: Beim Buddeln am neuen Radweg zwischen Gramzow und Hohengüstow ist jüngst eine Scherbe gefunden worden, die noch älter ist als die heimliche Hauptstadt der Uckermark – ungefähr 1000 Jahre.

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